Kommunalpolitik in Lörrach
: 50 Jahre für die Sozialdemokratie

Die SPD Brombach ehrte Helga Schmalz und Georg Krause.
Von
red
Lörrach
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Maximilian Schmalz, der Ortsvereinsvorsitzende der SPD Brombach, mit dem Geehrten Georg Krause, Laudator Rainer Stickelberger und der ebenfalls geehrten Helga Schmalz

zVg/SPD

In der feierlichen und zugleich politisch nachdenklichen Mitgliederversammlung hat der SPD-Ortsverein Brombach zwei verdiente Mitglieder für ihre langjährige Treue zur Sozialdemokratie geehrt. Im Mittelpunkt des Abends standen Helga Schmalz und Georg Krause, die für 50 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet wurden. Ortschaftsrätin Monika Haller wurde für zehn Jahre Engagement durch den Ortsvereinsvorsitzenden Maximilian Schmalz geehrt.

Eintritt in einer Zeit des Umbruchs

Rainer Stickelberger, welcher durch den Ortsvereinsvorsitzenden als Freund des Ortsvereins eingeführt wurde, ordnete den Parteieintritt und damit einhergehend das 50-jährige Jubiläum der beiden Jubilare in seiner Laudatio in den historischen Kontext der 1970er Jahre ein. Es war die Zeit nach der Ära Adenauer, eine Phase des gesellschaftlichen Aufbruchs, in der Bundeskanzler Willy Brandt mit seiner neuen Ostpolitik und den Ostverträgen eine ganze Generation politisierte. „Das war eine epochale Phase für Deutschland“, sagte Stickelberger. Für viele, so auch für Helga Schmalz und Georg Krause, waren diese Friedenspolitik und der Wunsch nach gesellschaftlicher Öffnung die treibende Kraft für ihr Engagement – eine Haltung, die Stickelberger auch als Mahnung für die heutige Zeit verstand.

Vielseitiges Engagement

Stickelberger hob das vielseitige Wirken der Jubilare hervor. So zeichnete er bei Helga Schmalz das Bild einer Frau, die „anpackt, diskutiert und sich stets aktiv für die Demokratie und gegen rechts positioniert“. Schon vor ihrem offiziellen Eintritt war sie bei den Jusos aktiv. Besonders hob er ihre Arbeit für die Frauenrechte hervor: Gemeinsam mit Marion Caspers-Merk leitete sie in den 80er-Jahren die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen.

Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse

Helga Schmalz sei jedoch nicht nur Vorkämpferin, sondern auch Modernisiererin gewesen: Als erste Internetbeauftragte des Kreisverbands habe sie die lokale Partei im digitalen Zeitalter vertreten. Des Weiteren vertrat sie die Partei in der Schiedskommission.

Stickelberger teilte persönliche Erinnerungen an gemeinsame Landesparteitage und Kreisdelegiertenkonferenzen, bei denen man oft nebeneinandersaß und die politischen Weichenstellungen diskutierte. Auch ihre Überzeugungskraft sei legendär: Helga Schmalz warb unermüdlich neue Mitglieder für die SPD und finanzierte jungen Interessierten teils den ersten Beitrag, um Hürden abzubauen.

Ein besonderer Fokus der Laudatio lag auf dem Wirken von Helga Schmalz für die kulturelle Seele der Partei im Kreis. Stickelberger würdigte ihre Initiative zur Gründung des „Roten Chors“, mit dem sie Jahre eine lebendige Verbindung zwischen Politik und Kultur geschaffen und das Arbeiterliedgut gepflegt habe. Der stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Georg Krause blickt ebenfalls auf ein bewegtes politisches Leben zurück. Neben seiner Vorstandsarbeit vertrat er ebenso wie Helga Schmalz die SPD als Delegierter auf Kreiskonferenzen und kandidierte in der Vergangenheit sowohl für den Ortschafts- als auch für den Gemeinderat.

Vom Elternhaus politisch geprägt

Einen besonderen Fokus legte Stickelberger auf die Biografie von Georg Krause. Dessen Weg in die SPD war weniger eine Reaktion auf den Zeitgeist, sondern familiäres Erbe: Sein Vater, ein „waschechter Sozialdemokrat“ und Obermeister im Aluminium-Werk, war Stadtrat in Rheinfelden und lebte ihm Solidarität vor.

Georg Krause übernahm später Verantwortung im Vorstand des Ortsvereins in Brombach, kandidierte für Ortschafts- und Gemeinderat und vertrat den Ortsverein nach außen. Zudem würdigte Stickelberger Krauses Rolle als Bewahrer der Geschichte: Als leidenschaftlicher Sammler historischer Ansichtskarten kuratierte Krause zur 120-Jahr-Feier der Brombacher Sozialdemokratie im Jahr 2016 eine viel beachtete Ausstellung.

Ebenfalls geehrt wurde Monika Haller. Sie erhielt die Auszeichnung nachträglich für zehn Jahre Mitgliedschaft durch den Ortsvereinsvorsitzenden Maximilian Schmalz, teilt die SPD mit. Haller vertritt die SPD bereits in der dritten Legislaturperiode im Ortschaftsrat und ist eine feste Größe in der lokalen Kommunalpolitik des Ortsteils.

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