Klimaanpassung in Lörrach
: Stadt: „Schottergärten verstoßen gegen Naturschutzgesetz“

Bei der „Sommertour“ der Stadt Lörrach stand das Thema „Klimaanpassung“ im Zentrum. Neben der Kommune können auch Bürger auf vielfältige Weise wirksam tätig werden.
Von
Bernhard Konrad
Lörrach
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„Schottergärten sind wertlos für die Natur und schlecht für das Klima“, betont die Stadt (Symbolfoto).

Carmen Jaspersen/dpa

Im Mittelpunkt kommunaler wie auch privater Planungen stehe ein zentrales Ziel: Flächen möglichst wenig zu versiegeln und stattdessen wasserdurchlässig und ökologisch wertvoll zu gestalten. Dies bedeute auch, auf Schottergärten zu verzichten und stattdessen lebendige, vielfältige Gärten anzulegen, die einen Beitrag zur Artenvielfalt und damit zum Gesamtklima in der Stadt leisten.

„Schottergärten sind wertlos für die Natur“

Denn: „Je vielfältiger die Tier- und Pflanzenwelt auch auf privaten Flächen, desto stabiler und klimaangepasster ist das städtische Ökosystem. Schottergärten sind wertlos für die Natur und schlecht für das Klima“, betont die Stadtverwaltung in einem Faktenblatt zum Thema.

Verstoß gegen die Landesbauordnung

„Zudem verstoßen sie gegen die Landesbauordnung und das Naturschutzgesetz von Baden-Württemberg. Auch nach dem Naturschutzgesetz sind Schottergärten eindeutig verboten“, schreibt die Stadt wörtlich.

In zukünftigen Bebauungsplänen der Kommune werde in Anlehnung an die gesetzlichen Regelungen die Anlage von Schottergärten untersagt. Tipps für die Umgestaltung biete die Stadt online unter: www.loerrach.de/Schottergarten. Zudem bietet sie einen Flyer zum Thema an.

Platz für schöne Pflanzen findet sich fast überall – hier entlang einer Hausfassade.

Foto: Bernhard Konrad

Darüber hinaus könne die Bevölkerung aktiv zum Stadtklima beitragen: etwa durch Fassadenbegrünung, Entsiegelung privater Flächen und über die Übernahme von Baumbeetpatenschaften (www.loerrach. de/baumbeetpatenschaft).

Summe der Privatgärten ist eine relevante Größe

Im Gespräch mit unserer Zeitung betont Britta Staub-Abt, Fachbereichsleiterin „Umwelt und Mobilität“, die Bedeutung der Bürgerbeteiligung für die Klimaanpassung in der Stadt. Diese könne zwar in Parks und auf öffentlichem Grund tätig werden, aber in der Summe seien die Flächen privater Gärten eine wichtige Größe.

Die Folien der Steingärten verhinderten das Versickern von Niederschlägen, zudem heizten sich die Steine auf. Wenn sich dagegen zahlreiche Bürger an der Gestaltung naturnäherer Gärten beteiligten, habe dies positive Auswirkungen auf das Mikroklima in Lörrach.

Informationen für interessierte Bürger

Von Land und Bund erwarte die Stadt „eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung, insbesondere mit Blick auf die kommenden Pflichtaufgaben im Bereich Klimaanpassung“, heißt es. Gefordert wird finanzielle Sicherheit für Planungsleistungen sowie pauschale Zuweisungen nach Einwohnerzahl zur Umsetzung von Maßnahmen – dies im Rahmen des neuen Klimaschutz- und Klimaanpassungsgesetzes in Baden-Württemberg. Dieses Zusammenspiel von Stadt, Land und Bürgerschaft sei ein wesentlicher Baustein für eine klimastabile Stadtentwicklung.