Karatecamp in Lörrach
: Auf Körperbeherrschung kommt es an

Die Karateschule Lörrach hat ein Sommercamp mit internationalen Karatemeistern veranstaltet.
Von
Regine Ounas-Kräusel
Lörrach
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Schritt für Schritt übten Kinder, Jugendliche und Erwachsene grundlegende Karatetechniken. Der Leiter der Karateschule Lörrach, Antimo Pascarella, (rechts) trainierte sie.

Regine Ounas-Kräusel

Fast wie eine Tanzchoreographie sah es aus, als die Sportler in ihren weißen Anzügen am Freitagmorgen synchron Karatetechniken übten. „Kata“ heißt diese Trainingsform. Die Fortgeschrittenen übten mit Silvio Campari, der mehrfacher Welt- und Europameister sowie Trainer der italienischen Nationalmannschaft ist. Antimo Pascarella, sechster Dan (Meistergrad) und Leiter der Karateschule Lörrach, vermittelte einer zweiten Gruppe die Grundlagen.

Die Dynamik kommt aus der Körpermitte

Beine immer schulterbreit, Schläge, Tritte, eine schnelle Drehung zur Seite, Abwehr mit erhobenem Arm, Faustschlag. Schritt für Schritt übte Pascarella die Techniken mit der Gruppe ein, bis eine flüssige Abfolge entstand. Zwischendurch besprach er mit ihnen, worauf es ankommt. „Die Dynamik kommt aus der Körpermitte“, sagte er: Alle Bewegungen beziehen ihre Kraft von dort.

Schnell wurde klar: Im Karate kommt es auf Körperbeherrschung an. Pascarella ging im Gespräch mit unserer Zeitung sogar noch weiter. Funakoshi Gichin, Begründer des Shotokan-Karate, habe betont: Ziel sei nicht, ein guter Kampfsportler zu werden, sondern einen guten Charakter zu entwickeln. Saskia Mathias, Jugendbeauftragte der Karateschule, ergänzte: Keinesfalls fördere der Kampfsport Karate Aggressionen. Im Gegenteil: Wer wisse, dass er sich im Notfall verteidigen könne, bleibe in brenzligen Situationen gelassen.

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Schwarzwälder Bote

Die Karateschule Lörrach, die 1962 gegründet wurde, gehört zum TSV Rot-Weiß. Sie vermittelt den Shotokan-Stil. Laut Pascarella gehört sie mit ihren fast 300 Mitgliedern vom Kind bis zur Seniorin zu den größten Karate-Dojos landesweit. Pascarella, der als selbstständiger Masseur und Heilpraktiker arbeitet, verfügt im Karate über 17 Jahre Wettkampferfahrung und über eine A-Trainerlizenz.

Sie schätze seinen ganzheitlichen Ansatz, bei dem er auch die Gesundheit seiner Sportler im Blick habe, erzählte Saskia Mathias. Die Mutter einer karatebegeisterten Tochter entdeckte den Sport vor zwei Jahren für sich selbst.

Antimo Pascarella ließ für das Sommercamp seine langjährigen Kontakte spielen. Alina Pascarella übernahm den Großteil der Organisation.

Gasttrainer geben den Schülern Impulse

Zu den Gasttrainern gehörten neben Silvio Campari auch Jasmin Bleul, zehnfache Deutsche Meisterin und Olympia Siebte (2021, Tokio) in „Kata“. Außerdem Studentenweltmeister Christian Grüner sowie Katrin Bursch, Specialist Trainerin in Toso-X, einer Fitness-Sportart mit Kampfsportelementen. Auf Grund dieser hochkarätigen Gasttrainer zog das Sommercamp rund hundert Karatesportler aus ganz Deutschland an. Sie genossen ein abwechslungsreiches Programm von Kata-Übungen über Kumite-Kampftraining bis hin zu Toso-X-Kampfsport zu Musik. Auch ein Gesundheitsvortrag und ein Abendessen gehörten dazu.

In einer Trainingspause erzählten ein paar Mädchen stolz, dass sie kürzlich einen Karatesong mit dem Lörracher Musiker Peter Reimtgut aufgenommen haben. Im Video, das in der regionalen Presse und sogar im Fernsehen Beachtung fand, singen die Jugendlichen: „Karate ist mein Leben.“

Es helfe ihr, sich besser zu konzentrieren, erzählte eine der jungen Sportlerinnen. Ihr helfe Karate, sich selbst zu finden, sagte eine andere. Und macht ihnen Karate vielleicht einfach auch Spaß? Ja natürlich, bestätigten alle, Spaß mache es auch.