Jugend im Fokus
: Wie junge Menschen die Stadt Basel erleben

Basler Jugendliche und junge Erwachsene beschäftigen sich in einem Projekt mit der Stadtentwicklung. Ihre Ergebnisse zeigen, was ihnen im Alltag fehlt, wo sie sich unsicher fühlen und welchen Einfluss sie sich wünschen.
Von
Thomas Loisl Mink
Basel
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Isabel Nwose und Jamie Lötscher sind Young Gamechangers. Sie helfen mit, ihre Heimatstadt Basel besser zu machen, insbesondere für junge Leute.

Isabel Nwose und Jamie Lötscher sind Young Gamechangers. Sie helfen mit, ihre Heimatstadt Basel besser zu machen, insbesondere für junge Leute.

Thomas Loisl Mink
  • Jugendliche erforschen in Basel, wie sie öffentliche Räume erleben und mitgestalten wollen.
  • YGBS befragt 15- bis 24-Jährige: 106 Interviews vor Ort, 301 Teilnahmen online.
  • Gewünscht sind mehr Grünflächen, öffentliche WCs und konsumfreie Treffpunkte.
  • Viele fühlen sich unsicher, besonders am Kleinbasler Rheinufer – Frauen häufiger betroffen.
  • Jugendliche wollen autonome Orte und mehr Beteiligung; Dialog mit Behörden soll gestärkt werden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Isabel ist 18 Jahre alt, Jamie 17. Beide gehören zum Team der Young Gamechangers Basel-Stadt (YGBS), einem partizipativen Stadtentwicklungsprojekt für Jugendliche und junge Erwachsene in Basel.

„YGBS möchte besser verstehen, wie junge Menschen ihre Stadt erleben, welche Bedeutung öffentliche Räume für ihr Wohlbefinden haben und wie sie Basel aktiv mitgestalten möchten“, heißt es auf der Projekt-Homepage. „Ich habe die Stellenausschreibung gesehen und fand die Themen gesellschaftliche Partizipation, Gesundheit und öffentlicher Raum spannend“, sagt Isabel Nwose.

Sie war zuvor schon bei Catapult engagiert, einer Förderplattform für Projekte junger Menschen in Basel. Catapult ist Projektpartner von YGBS, ebenso wie Swiss TPH, einem assoziierten Institut der Universität Basel, dem es um Gesundheitsförderung und Gesundheitsvorsorge geht. Gefördert wird YGBS durch die gemeinnützige Roche Local Foundation.

Auch Jamie Lötscher ist über die Stellenausschreibung dazu gekommen, fand das Projekt interessant und ist sehr zufrieden, mitgemacht zu haben. Beide sind Gymnasiasten und wirken neben der Schule her ehrenamtlich für ein Jahr am Projekt mit.

Welche Wünsche Jugendliche haben

„Erst einmal ging es darum, möglichst viele Daten zu sammeln“, sagt Isabel Nwose. Herausgefunden werden sollte, wie junge Menschen den öffentlichen Raum erleben, welche Wünsche sie haben und wie man diese umsetzen könnte, schließlich geht es um ihre Zukunft. Das sechsköpfige Team der Young Gamechangers hat zusammen mit Projektleiter Mirko Winkler, Professor für Urban Public Health mit Fokus auf Jugendbeteiligung und gesunde Stadtentwicklung, und weiteren Mitarbeitern einen Fragenkatalog erarbeitet, mit dem Interviews mit jungen Leuten geführt wurden. Zielgruppe waren 15- bis 24-Jährige.

Die Umfrage wurde online gestellt, das YGBS-Team zog aber auch los, um junge Leute an öffentlichen Plätzen ganz ausführlich zu interviewen. 106 Interviews wurden am Kleinbasler Rheinufer, im Klybeck Hafenareal, am Barfüßerplatz und in der „Erle Perle“, einer bunten Zwischennutzung auf dem Erlenmattplatz, geführt, 301 Jugendliche beteiligten sich online. „Jeder hatte im Team seine Rolle, und geholfen hat, dass das Projekt professionell und wissenschaftlich begleitet wurde“, stellen die beiden fest. Herausgekommen ist unter anderem, dass die jungen Menschen mehr Grünflächen wünschen, mehr öffentliche WCs und mehr Möglichkeiten, wo man sich treffen kann, mehr öffentliche Orte ohne Konsumzwang.

Körperliche und psychische Gesundheit

„Wichtig sind für Viele körperliche und vor allem psychische Gesundheit, und da sind Grünflächen und das Treffen mit anderen sehr wichtig“, stellt Isabel Nwose fest. Aber auch frische Luft, Bewegung und Entspannung wurden häufig genannt. Belästigung und Anmache, Unsicherheit und Konflikte sahen Viele als Problem. Während sich insgesamt ein gutes Viertel der Befragten in Basel unsicher fühlt, sind es am Rheinufer in Kleinbasel besonders viele, insbesondere weibliche Personen. „Sehr viele sind der Meinung, dass es in Basel mehr Zwischennutzungen braucht“, sagt Jamie Lötscher. Diese würden als Orte mit großem Potential für Freiheit, Kreativität, Kontakte und gegenseitige Unterstützung wahrgenommen und auch als sicherer angesehen.

Jugendliche wünschen sich autonome Orte

Gewünscht werden vor allem autonome, von Jugendlichen selbst bestimmte und gestaltete Orte. Die Hälfte der jungen Befragten fand, dass sie nicht ausreichend in die Gestaltung des öffentlichen Raums einbezogen werden. In den Interviews erkannten Isabel und Jamie ein großes Potential an jungen Leuten, die stärker an Entscheidungen und an der Stadtgestaltung mitwirken möchten. Daher sollen nun der Dialog mit den Behörden gestärkt und konkrete Modelle für Jugendbeteiligung entwickelt werden. „Ich habe Interesse daran, die Stadt zu verbessern, denn gerade für uns junge Leute ist es ja wichtig, wie die Stadt sich weiterentwickelt“, beschreibt Isabel Nwose die Motivation für ihr Engagement.

Perspektiven sichtbar machen

Und Jamie Lötscher sagt: „Ich finde die Möglichkeit gut, Perspektiven für die Zukunft sichtbar zu machen, denn es gibt viele, die nicht zufrieden sind. Die psychische Gesundheit ist ein großes Thema, aber auch das Finanzielle ist für Viele ein Problem.“ Viele junge Leute hätten ein Gefühl von Wirkungslosigkeit und machen sich Sorgen um ihre Zukunft, sagt Isabel Nwose. Sie und Jamie Lötscher tragen dazu bei, das zu verbessern.