Insolvenzverfahren
: Alu Rheinfelden-Gruppe will 185 Arbeitsplätze abbauen

Die Aluminium Rheinfelden Alloys und die Aluminium Rheinfelden Semis haben beim Amtsgericht Anträge auf Eröffnung von Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Nur noch der Geschäftsbereich Carbon Products soll erhalten bleiben.
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(red/pm)
Rheinfelden
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Aluminium  Alloys und  Aluminium  Semis in Rheinfelden sollen geschlossen werden.

Aluminium Alloys und Aluminium Semis in Rheinfelden sollen geschlossen werden.

Tim Nagengast
  • Aluminium Rheinfelden Alloys und Semis beantragen Insolvenz in Eigenverwaltung.
  • Die Produktion dieser Bereiche soll dauerhaft enden – Carbon Products bleibt bestehen.
  • Rund 185 Beschäftigte sind betroffen, etwa 50 arbeiten bei Carbon Products ohne Kürzungen.
  • Gründe: schwierige Lage mit hohen Energiepreisen, schwacher Nachfrage und Wettbewerbsdruck.
  • Die Stadt bietet Unterstützung an, während Geschäftsführung mit dem Betriebsrat verhandelt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Produktion bei Alloys und Semis soll aus wirtschaftlichen Gründen dauerhaft eingestellt werden, wie die Aluminium Rheinfelden Gruppe mitteilt. Über die Anträge entscheidet nun das Gericht.

Fokus auf wirtschaftlich tragfähige Aktivitäten

Die Aluminium Rheinfelden Gruppe will sich nach eigenen Angaben künftig auf Rheinfelden Carbon Products konzentrieren. Die Gesellschaft sei nicht Teil der Insolvenzanträge; ihr Geschäftsbetrieb werde unverändert fortgeführt. „Mit den Anträgen schaffen wir die Voraussetzungen für eine geordnete Neuausrichtung und wollen zugleich die wirtschaftlich tragfähigen Aktivitäten am Standort sichern“, wird Matthias Ohlmer, Geschäftsführer der Aluminium Rheinfelden Gruppe, in der Mitteilung zitiert. Ein Team der Kanzlei Schultze & Braun berate und unterstütze bei der Neuausrichtung.

Schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Ausschlaggebend für die Entscheidung sind der Aluminium Rheinfelden Gruppe zufolge die anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, stark gestiegene Energiepreise, gepaart mit schwacher Nachfrage und der hohe internationale Wettbewerbsdruck. Unter diesen Bedingungen sei eine wirtschaftlich tragfähige Fortführung der Aluminiumverarbeitung nicht mehr möglich.

Rheinfelden Carbon Products verfüge mit langjähriger Technologie- und Anwendungskompetenz sowie hochwertigen Produkten für die metallurgische Industrie über eine starke Marktposition. Rund 50 Beschäftigte arbeiten bei Rheinfelden Carbon Products, und es seine keine Personalmaßnahmen vorgesehen.

Verhandlungen für rund 185 Beschäftigte

Von der geplanten Einstellung der Aluminiumverarbeitung sind nach Unternehmensangaben rund 185 Beschäftigte betroffen. Die Geschäftsführung werde unverzüglich mit dem Betriebsrat über die Auswirkungen und möglichst sozialverträgliche Lösungen verhandeln, heißt es weiter. seien diese Gespräche laufen, sind keine abschließenden Aussagen zu individuellen Auswirkungen möglich.

Unabhängig von der Neuausrichtung arbeite die Aluminium Rheinfelden Gruppe an möglichen Zukunftsperspektiven für den Standort. Konkrete Optionen würden derzeit geprüft, schreibt die Unternehmensgruppe.

Zur Gruppe gehören die Aluminium Rheinfelden Alloys GmbH, die Aluminium Rheinfelden Semis GmbH und die Rheinfelden Carbon Products GmbH. Die Gruppe beschäftigt derzeit rund 235 Mitarbeiter in Rheinfelden. Oberbürgermeister Klaus Eberhardt hat nach eigenen Angaben erst am Montag von der Eröffnung des Insolvenzverfahrens der Gesellschaften Aluminium Rheinfelden Alloys und Aluminium Rheinfelden Semis GmbH erfahren.

Die Stadt bedauere diese Entwicklung für das Unternehmen und den Wirtschaftsstandort Rheinfelden außerordentlich, schreibt die Verwaltung in einer Stellungnahme.

OB Klaus Eberhardt bietet Hilfe der Stadt an

Insbesondere die Konsequenzen für 185 Beschäftigte müssten sorgfältig mit dem Betriebsrat erörtert werden, um den Betroffenen eine Perspektive zu geben.

„Die Hoffnungen ruhen jetzt auf einer erfolgreichen Umstrukturierung, damit der Industriestandort gehalten werden kann“, lässt Oberbürgermeister Eberhardt sich in der städtischen Stellungnahme zitieren. Er biete ausdrücklich die Unterstützung der Stadt Rheinfelden an, um bei den angekündigten Zukunftsperspektiven für den Standort Rheinfelden mitzuwirken, wenn dies erwünscht sei, heißt es.

Alu Rheinfelden gehört zu russischem Konzern UC RUSAL

Seit dem 16. April 2021 ist die „Alu“ Rheinfelden ein Teil des russischen Unternehmens UC RUSAL, des größten Produzenten von kohlenstoffarmem Aluminium. Aufgrund des Krieges zwischen Russland und der Ukraine galt es, Lösungen für verschiedene Problemstellungen zu finden beziehungsweise Unterstützung zu leisten. So konnten zwischenzeitlich zum Beispiel die Entsorgungsproblematiken gelöst, die Energieversorgung gesichert und EU-Sanktionen vorübergehend außer Kraft gesetzt werden.