Hoffen auf Fördergelder: Familienzentrum erfährt breite Unterstützung

Neben dem Familientreff in der Alten Post in Wyhlen betreibt das Rheinfelder Familienzentrum in der Alten Apotheke in Grenzach einen Familientreff (Foto).
Tim NagengastMit den Familientreffs Alte Post Wyhlen und Alte Apotheke Grenzach betreibt das Familienzentrum Rheinfelden gleich zwei etablierte Anlaufstellen in beiden Teilen der Doppelgemeinde. Um die Existenz der stark nachgefragten Angebote auf ein sichereres Fundament zu stellen, hat der Hauptausschuss des Gemeinderats bei zwei Enthaltungen beschlossen, dass die Kommune bei der „Allianz für Beteiligung“ einen Antrag auf Fördergelder aus deren „Quartiersimpulse“-Programm stellen soll. Konkret geht es um 60 000 Euro für den Familientreff in Grenzach, verteilt auf zwei Jahre.
Gemeinde springt notfalls in die Bresche
Sollten diese Mittel nicht bewilligt werden, will die Gemeinde Grenzach-Wyhlen notfalls selbst in die Bresche springen. Damit soll dem Familienzentrum Planungssicherheit gegeben werden.
Dessen Geschäftsführerin Birgitt Kiefer hatte es im Hauptausschuss des Gemeinderats hörbar leicht, für dieses Anliegen zu werben. Egal, wer im Gremium ums Wort bat, die Rückmeldung fiel – zumeist – positiv aus. „Ihr seid echt ein Leuchtturmprojekt“, sagte beispielsweise Renate Sammet-Grether (CDU) mit Blick zu Kiefer.
Levante will erst den Vertrag sehen
Annette Grether (Grüne) stimmte dem Vorgehen der Gemeinde ebenfalls sehr gerne zu und unterstrich, dass die Kommune notfalls selbst in die Tasche greifen solle. Leon Intveen (SPD) verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Fördersumme bewilligt wird, sicherte aber die Unterstützung der Sozialdemokraten zu. Für die Freien Wähler sagte Gertrud Wittek: „Da sind wir dabei.“
Deutlich zurückhaltender äußerte sich Tilo Levante (FDP). Er stelle die „tolle Arbeit“ des Familienzentrums zwar nicht in Frage, „aber wir müssen über Geld sprechen“. Er könne keinem Kooperationsvertrag zwischen der Gemeinde und der Einrichtung zustimmen, den er gar nicht gesehen habe. Dieser sei den Sitzungsunterlagen nicht beigefügt, monierte Levante. Bürgermeister Tobias Benz räumte dies ein und sicherte eine rasche Zurverfügungstellung des Papiers zu.
Antrag an „Allianz für Beteiligung“
Judith Koppold, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Familie, Bildung & Soziales, ergänzte, dass der Vertrag sich bis auf den Zusatz zum Fördergeldantrag nicht ändere. Diesen Antrag bei der „Allianz für Beteiligung“ könne jedoch ausschließlich die politische Gemeinde stellen, stellte Koppold klar.
Besucherzahl vor „Kippsituation“
Dass das Familienzentrum für seine wachsenden Angebote in Grenzach verstärkt Unterstützung und vor allem mehr Geld benötigt, ist vor allem dem stark gestiegenen Zuspruch geschuldet. Schon jetzt schießt die politische Gemeinde jährlich 55 000 Euro zu und übernimmt die Miete für die Alte Apotheke. Was die Besucherzahl angeht, sprach Kiefer im Hauptausschuss von einer „Kippsituation“. Es sei zum Glück gelungen, eine „Gastgeberin“ – so werden die Personen genannt, die in den Familienzentren Angebote machen – mit einem kleinen Deputat anzustellen. Kiefer: „Diese Frau war ein Volltreffer.“ Dadurch entstünden aber Kosten von 16 000 bis 20 000 Euro jährlich. Diese seien sehr gut investiertes Geld, wie Kiefer betonte.