Hitzewelle im Markgräflerland: Jung und Alt stöhnen unter der Hitze

Viel Trinken und viel Schatten lautet derzeit die Devise.
PixabayKnapp 31 Grad Celsius zeigt das Thermometer am späten Vormittag im Gruppenraum des Kindergartens Rheinweiler. Etwas kühler – 28 Grad Celsius – ist es in den Krippenräumen für die Unter-Dreijährigen auf der Nordseite des Gebäudes. Dies wurde vor zehn Jahren in Modulbauweise erstellt. Rollläden oder Fensterläden gibt es nicht, nur innenliegende Jalousien. Für etwas Schatten sorgen Markisen, unter denen sich allerdings bei fehlendem Wind die Wärme staut. Ein einzelner Baum sorgt auf dem Kindergartengelände für Schatten.
„Wir versuchen, das Beste draus zu machen“, sagt Kindergartenleiterin Susann Trapp. Viel Schatten und viel Trinken lautet die Devise. „Frühmorgens werden alle Fenster und Türen aufgerissen, um durchzulüften“, erklärt die Leiterin. Angesichts der aktuellen Hitzewelle habe man die Eltern gebeten, ihre Kinder eine Stunde früher abzuholen, ergänzt sie und betont: „Das ist alles freiwillig. Wenn berufstätige Eltern ihre Kinder nicht früher holen könnten, dann ist das auch in Ordnung.“
Hitzefrei ist nicht geregelt
Hitzefrei hatten am Montag die Schüler der Albert-Schweitzer-Schule in Lörrach. „Wenn die Temperaturen in den Unterrichtsräumen – wie aktuell – bei mehr als 30 Grad liegen, ist ein geregelter Schulbetrieb aber kaum mehr möglich, daher können die Kinder den Nachmittag an kühleren Orten verbringen“, sagt Schulleiter Martin Jegle.
Es gibt in Baden-Württemberg keine einheitliche gesetzliche Regelung zu Hitzefrei. Die Entscheidung trifft jeweils die Schulleitung vor Ort unter Berücksichtigung der Lage in den Unterrichtsräumen und besonders mit verantwortungsvollem Blick auf das Wohlbefinden des Schüler. „Da die Schüler ein Recht auf Unterricht haben, machen wir sehr zurückhaltend Gebrauch von Hitzefrei“, unterstreicht Jegle –und verweist auf verschiedene Kriterien, wie die Temperatur im Schatten und in den Unterrichtsräumen, die Genehmigung von Eltern, dass ihre Kinder im Ernstfall nach Hause dürfen (besonders im Ganztag), verlässliche Busverbindungen und selbstverständlich die Einhaltung der Aufsichtspflicht. „Prinzipiell betrifft das bei uns aber nur das Nachmittagsangebot, wenn die Temperaturen besonders hoch sind. Am Vormittag bleiben die Kinder bei uns, auch aus Rücksicht auf berufstätige Eltern, die sich auf die Schule verlassen“, betont der Schulleiter.
Für ein angenehmes Raumklima sorgt im Neubau eine Kühlung. Jegle lobt das Team von Hausmeister und Sekretärinnen, die früh morgens – ab 6 Uhr - lüften, um die Temperaturen zu Beginn des Tages im Altbau zu senken.
Im Sportunterricht nehmen die Lehrkräfte Rücksicht auf die erhöhte Belastung durch die Hitze und passen ihr Programm entsprechend an, um die Schüler nicht zu sehr zu belasten. Ausdauersport ist bei diesen Temperaturen nicht zumutbar. Es wird dann eher Koordination trainiert und mit ausreichend Pausen für Erholung gesorgt.
Wassermelone und Eis erfrischen
Unter der Hitze und den damit verbundenen gesundheitlichen Gefahren leiden unter anderem auch ältere Menschen. „Wir sind als Pflegepersonal gefordert und schauen auch genau hin, damit die Bewohner genügend trinken“, sagt Andrea Rösch-Thoma, Leiterin des Pflegeheims am Sonnenstück in Schliengen auf Nachfrage unserer Zeitung. Ein großer Teil der älteren Menschen trinke zu wenig – auch, weil sie nicht ständig zur Toilette rennen wollen, ist sich Rösch-Thoma bewusst. Hier sei Kreativität von den Mitarbeitern gefordert, um die Senioren zum Trinken zu animieren. Wassermelonen-Stücke werden ebenso verteilt wie erfrischende Säfte, Wasser, Pfefferminze oder Eistee. „Ich war heute schon im Haus unterwegs und habe Eis an die Bewohner verteilt“, berichtet die Leiterin.
Die Nachtwache sorgt dafür, dass die Räume in den kühlen Stunden gut durchgelüftet werden. Tagsüber sorge man für Schatten und versuche, die Hitze draußen zu lassen. Es sei allerdings nicht alles zu, so sei der Eingangsbereich offen und auch die Raucher, die regelmäßig auf die Terrasse gingen, sorgten für Durchzug.
Die Dienstzimmer und einzelne Aufenthaltsbereich seien mit Ventilatoren ausgestattet. „Hier wollen wir noch nachrüsten“, ergänzt Rösch-Thoma und berichtet, dass man diese Woche noch ein Klimagerät zum Testen ausleihe.
Bauliche Veränderungen und Klimaanlagen seien aber derzeit kein Thema, allerdings soll dies beim nächsten Jour fixe besprochen werden.