Hirschkäfer-Streit in Wyhlen
: Gemeinde veröffentlicht Gutachten zu Bebauungsplan

Verhindert der Hirschkäfer die Bebauung der Neuen Mitte Wyhlen? Der Bürgermeister widerspricht hier der Initiative „Bürger für Bäume“ und kritisiert deren Vorgehen scharf.
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(jab/pm)
Grenzach Wyhlen
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Der Hirschkäfer sorgt für Streit in Grenzach-Wyhlen (Symbolfoto).

Patrick Pleul/dpa

Im Rahmen der geplanten Realisierung des Dorfplatzes mit Bebauung in der Neuen Mitte Wyhlen bereite die Gemeinde Grenzach-Wyhlen die Anpassung des Bebauungsplans vor, heißt es in einem Schreiben von Tobias Benz. Dafür sei unter anderem auch ein Artenschutzgutachten in Auftrag gegeben worden.

Von Seiten der Initiative „Bürger für Bäume“ sei nun die Behauptung in den Raum gestellt worden, auf der Wiese in der nördlichen Gartenstraße gebe es Vorkommen von Hirschkäfern, formuliert Benz. Unterstellt worden sei dabei, die Verwaltung würde Informationen zurückhalten.

Die Verwaltung habe daraufhin das Fachbüro bhmp, das mit dem Artenschutzgutachten für die Bebauungsplanänderung beauftragt worden war, um die Ausarbeitung einer Stellungnahme zur der Hirschkäfer-Thematik gebeten, die zwischenzeitlich vorliege. Die Gemeinde hat die Stellungnahme auf die Homepage gesetzt, „sie kann dort im Wortlaut nachgelesen werden“, teilt Benz mit.

„Kein Lebensraum für Hirschkäfer“

Aus der Stellungnahme „geht klar hervor, dass der Bereich des Dorfplatzes heute keine geeigneten Habitatstrukturen aufweist, die für die Fortpflanzung und Entwicklung des Hirschkäfers essenziell sind“, und dass der Bereich derzeit „keinen essenziellen Lebensraum für Hirschkäfer darstellt“, zitiert Benz aus dem Schreiben . Außerdem betonten die Gutachter, dass aus einzelnen Sichtungen oder Einzelfunden keine Rückschlüsse auf eine lokale Population im Untersuchungsgebiet gezogen werden können.

Unabhängig davon würde auch ein Vorkommen von Hirschkäfern das Vorhaben nicht ausschließen, führt Benz weiter aus. In diesem Fall müssten eben geeignete Maßnahmen wie etwa Umsiedelungen ergriffen werden.

„Ich hoffe, dass mit der Stellungnahme des Fachgutachters die Hirschkäfer-Thematik nun vollumfänglich geklärt werden konnte“, erklärt Bürgermeister Tobias Benz. Die Gemeinde habe in dieser Thematik „jederzeit korrekt, umfassend und transparent informiert“.

„Nicht fundierte Unterstellungen der BI“

Die Bürgerinitiative „Bürger für Bäume“ ihrerseits habe bisher „jedes Angebot eines sachlichen und konstruktiven Austausches mit Verwaltung und Gemeinderat abgelehnt und stattdessen auf fachlich nicht fundierte Behauptungen und Unterstellungen gesetzte“, so Benz weiter.

„Ich respektiere, dass die Gruppierung den geplanten Dorfplatz und die Bebauung ablehnt. Das ist ihr gutes Recht, diese Meinung zu vertreten“, ergänzt Benz. „Die Diskussion über das Projekt sollte aber sachlich und auf Faktenbasis geführt werden.“ Auch seien die mit großer Mehrheit getroffenen demokratischen Beschlüsse des Gemeinderats, denen eine umfassende Bürgerbeteiligung vorausgegangen sei, von der Bürgerinitiative zu respektieren.

„Wir stehen weiterhin für einen konstruktiven Dialog bereit“, betont Benz. Nicht hilfreich sei in diesem Zusammenhang aber der in einem Leserbrief unterstellte Zusammenhang zwischen der Hirschkäfer-Thematik und den personellen Wechseln in der Leitung des Bauamtes.

Benz spricht von „Verschwörungstheorien“

Die Gemeinde stelle transparent alle Informationen zur Verfügung und beantworte auch die entsprechenden Anfragen. Dies sei aber „nicht unaufwendig“, koste Ressourcen und brauche manchmal etwas Zeit. „Daraus Verschwörungstheorien abzuleiten und öffentlich zu kommunizieren trägt nicht zu einem sachlichen Klima bei“, so der Bürgermeister abschließend.

Das Gutachten lässt sich im Wortlaut auf der Homepage der Gemeinde nachlesen; der entsprechende Link findet sich am Ende der Stellungnahme der Gemeinde