Hilfe im Notfall: Ein neuer Defibrillator für Stetten

Für den Notfall gerüstet: Gemeinsam mit Frank Hovenbitzer von der Bürgerstiftung Lörrach (zweiter von links) freuen sich Frieder Kaltenbach, Dieter Funk, Gabi Schupp und Thomas Willener (von links) vom Förderverein über den neuen Defibrilator am Kirchplatz in Stetten.
Franz SchmiderEin neu installierter Defibrillator in Stetten soll helfen, Leben zu retten. Das Gerät hängt am zentralen Kirchplatz an der Außenwand des alten Rathauses. Die Anregung kam vom Förderverein Seniorenzentrum St. Fridolin. Die Bürgerstiftung, der das Gebäude gehört, und die Stadt unterstützten das Vorhaben.
Konkreter Fall gab den Anstoß
Frieder Kaltenbach vom Förderverein erinnerte sich bei der Inbetriebnahme an einen konkreten Anlass, der das Vorhaben angestoßen habe. In der Seniorengymnastik, die der Verein anbietet, sei eine Frau für kurze Zeit kollabiert. Die Situation habe sich nach einem Schreckmoment als weniger dramatisch erwiesen als zunächst befürchtet, die Betreuerinnen hätten die Lage schnell in den Griff bekommen. Dennoch stand nun die Frage im Raum: Was, wenn es schlimmer gewesen wäre?
Kommt es zu einem Herzstillstand, dann sind die ersten Sekunden, maximal Minuten entscheidend für das Überleben. In den allermeisten Fälle sind Störungen des Herzrhythmus’ die Ursache des Notfalls. Das Herz gerät aus dem Takt, weil die vielen Muskelzellen, die das Blut pumpen, nicht mehr einträchtig zusammenspielen, sondern zum Teil gegeneinander arbeiten. Schnelle Hilfe versprechen dann Stromstöße, die diese Muskelzellen wieder in den richtigen Takt bringen.
18 Standorte gibt es mittlerweile in Lörrach
Inzwischen sind auf der Internetseite Defimap allein in Lörrach 18 Standorte von Defibrillatoren verzeichnet, unter anderem in öffentlichen Gebäuden wie der VHS oder dem Museum, aber auch in Apotheken oder bei Banken. Für Stetten, sagt Dieter Funk vom Förderverein Seniorenzentrum, habe sich der Kirchplatz mit dem Gemeindezentrum, der Kirche und dem Wochenmarkt als Standort aufgedrängt, denn der Platz ist besonders frequentiert. Der zunächst angepeilte Standort an der Kirche ließ sich technisch nicht umsetzen, die Bürgerstiftung richtete daher eine Wand bei ihrem Büro her, die Stadt übernimmt die Stromversorgung, das Gerät selbst hat der Förderverein über Spenden finanziert.
Die Geräte sind so konzipiert, dass auch Laien damit Leben retten können, denn es gibt Anweisungen, was zu tun ist, bis ein Notarzt eintrifft. Dennoch wollen sich die Vereinsmitglieder zusätzlich von dem Rettungssanitäter Tim Scheer, der auch die Wartung übernimmt, schulen lassen. Dieter Funk und seine Mitstreiter können sich auch vorstellen, interessierten Laien ebenfalls Einführungen anzubieten, damit im Ernstfall die Hemmschwelle nicht zu groß ist.