Handwerk im Fokus: Neue Wege für die Ausbildung im Kreis Lörrach

Mehrere Wochen im Jahr erhalten Azubis aus dem Handwerk eine ergänzende überbetriebliche Ausbildung an den Bildungshäusern der Handwerkskammer Freiburg. Derweil soll der Standort Schopfheim ersetzt werden.
Sina Leppert- Handwerkskammer Freiburg setzt auf Zukunft der Ausbildung und stärkt überbetriebliche Bildung.
- Standort Schopfheim soll ersetzt werden – Gespräche über Nutzung freier Räume an drei Berufsschulen.
- Wirtschaftslage bleibt schwach: hohe Energie- und Materialkosten, schwache Bautätigkeit, Bürokratie.
- Präsident Christof Burger fordert weitere Reformen und Entlastungen für Personenunternehmen.
- Kurs bestätigt: Bildungszentren modernisieren, Strukturanalyse läuft, Finanzen solide geplant.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Handwerk steht vor großen wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen – begegnet diesen jedoch mit Verantwortungsbewusstsein, Investitionen in Bildung und einem starken Ehrenamt. Diese Botschaft zog sich wie ein roter Faden durch die Sommer-Vollversammlung der Handwerkskammer Freiburg.
Zudem wurden Perspektiven für die berufliche Bildung im Landkreis Lörrach aufgezeigt. Ganz klar bekannte sich die Vollversammlung deshalb auch zu den Überlegungen, den mittlerweile nicht mehr förderfähigen Standort Schopfheim durch andere und effizientere Lösungen und Kooperationen zu ersetzen.
Die Vollversammlung begrüßte im Zuge dessen ausdrücklich die Gespräche mit dem Landratsamt Lörrach zur Unterbringung der überbetrieblichen Ausbildung in freie Räume der drei Berufsschulen des Landkreises als ganz neue Form von Lernortkooperation, wie es in einer Mitteilung heißt.
Lage bleibt schwierig
Die wirtschaftliche Lage im südbadischen Handwerk bleibt schwierig. Seit drei Quartalen verharre die Konjunktur auf niedrigem Niveau, die übliche Frühjahrsbelebung sei ausgeblieben, hieß es bei der Vollversammlung der Handwerkskammer. Steigende Energie- und Materialkosten, eine schwache Bautätigkeit, hohe Arbeitskosten und bürokratische Belastungen setzten den Betrieben weiterhin zu. „Unsere Betriebe stehen unter erheblichem Druck“, erklärte Handwerkskammerpräsident Christof Burger in seinem Bericht.
„Dauerhaft können unsere Betriebe diese Belastungen nicht schultern.“ In Richtung Bundespolitik forderte er, weiter Reformen anzugehen. „Die aktuellen Reformpakete dürfen nicht der Schlusspunkt sein. Wer den Mittelstand stärken will, muss insbesondere die Personenunternehmen im Handwerk stärker entlasten und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe nachhaltig sichern.“
Bildungszentren modern aufstellen
Ein besonderes Augenmerk lag auf dem Thema Berufliche Bildung. „Unsere Gesellschaft braucht gut ausgebildete Handwerkerinnen und Handwerker. Deshalb investieren wir konsequent in Aus- und Weiterbildung“, so Burger. Vor diesem Hintergrund bekräftigte die Vollversammlung den eingeschlagenen Kurs zur Neuausrichtung der Bildungsinfrastruktur. Ziel sei es, die eigenen Bildungszentren langfristig leistungsfähig, modern und förderfähig aufzustellen.
Die Kammer beteiligt sich daher auch an einer landesweiten Strukturanalyse der überbetrieblichen Bildungsstätten im Handwerk. „Wir tragen Verantwortung für rund 16.000 Mitgliedsbetriebe. Deshalb müssen wir heute Entscheidungen treffen, die auch morgen noch tragfähig sind.“ Konzentration und Kooperation würden landes- und bundesweit immer stärker den Bereich „Berufliche Bildung“ im Handwerk dominieren.
Der Jahresabschluss der Handwerkskammer Freiburg für das Jahr 2025 fällt deutlich besser aus als ursprünglich geplant und bestätigt die wirtschaftlich solide Entwicklung. Gleichzeitig machte das Gremium deutlich, dass auch künftig ein verantwortungsvoller und nachhaltiger Umgang mit den finanziellen Ressourcen notwendig bleibt.