Gesundheit am Hochrhein: Grenzach-Wyhlener Ärztemodell funktioniert gut

Die Abgeordnete Sarah Hagmann besuchte die Arztpraxis in Grenzach-Wyhlen.
Büro HagmannIm Rahmen ihrer Sommertour lernte die Grünen-Landtagsabgeordnete Sarah Hagmann ein positives Beispiel dafür kennen, wie Gemeinden die ambulante Gesundheitsversorgung auf stabilere Füße stellen können, heißt es in einer Mitteilung. Dies wurde beim Besuch der hausärztlichen Gemeinschaftspraxis in der Gartenstraße in Wyhlen deutlich.
Andreas Fluck, Daniel Ultze Gomes und Martina Franke-Rothfuchs, drei der fünf Hausärzte an der Gartenstraße, erläuterten, wie es zur Gründung der Praxis im Jahr 2022 kam. Nachdem auch in der Doppelgemeinde Grenzach-Wyhlen deutlich wurde, dass sich die medizinische Versorgung durch Praxisschließungen verschlechtern könnte, entwickelten die Mediziner 2015 gemeinsam mit dem Bürgermeister an einem Runden Tisch die Idee, ein Team aus mehreren Hausärzten und Fachangestellten in neue Räume ziehen zu lassen.
Bündelung der Kräfte
Dieses Modell einer Gemeinschaftspraxis sollte gleich mehrere Vorteile bringen: Das Fachteam profitiert von flexibleren Arbeitszeiten, attraktiven Arbeitsräumen und verstärkten Kapazitäten für Auszubildende, während die Patienten eine langfristige Sicherung der medizinischen Versorgung vor Ort erhalten.
Die bis zur Eröffnung notwendige Arbeit und Koordination haben sich gelohnt: Die Teamarbeit ermöglicht es vielen Mitarbeiter, Familie und Beruf durch Teilzeit besser unter einen Hut zu bringen. Zwei Personen machen ihre Lehre in der Praxis. Mit einer Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie, die vor Ort ihre Weiterbildung zur Allgemeinmedizinerin absolviert, konnte das Team sozusagen mit einer Quereinsteigerin vergrößert werden.
Mehr Zeit für Patienten
Sarah Hagmann sagt: „Es ist beeindruckend, wie in Grenzach-Wyhlen aktiv neue ärztliche Strukturen geschaffen wurden, die zu einer modernen Arbeitswelt passen. Es ist heute Realität, dass Ärzte häufiger im Angestelltenverhältnis und in Teilzeit arbeiten, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können. Dies zeigt sich auch darin, dass trotz einer relativ gleichbleibenden Anzahl an Ärzten die verfügbare Versorgungszeit abnimmt.
Diesem Umstand wird hier beispielhaft Rechnung getragen. Es gibt aber noch viel zu tun, um eine gute ambulante medizinische Versorgung zu gewährleisten. Maßnahmen wie das Landärzte-Programm des Landes und die aktive Lösungssuche des Landkreises Lörrach im Rahmen der Kommunalen Gesundheitskonferenz sind hierfür nur einige Beispiele.“
Einig waren sich alle, dass Modelle wie die Gemeinschaftspraxis nicht die einzige Lösung für die Sicherstellung der medizinischen Versorgung sein können. Es brauche auch Reformen in der ärztlichen Bedarfsplanung auf Bundesebene sowie mehr Medizinstudienplätze. Darüber hinaus sei eine Stärkung der medizinischen Eigenverantwortung der Bevölkerung durch gesundheitliche Aufklärung notwendig.