Gemeinderat Steinen
: Nächste Schritte für die Hutmatt II beschlossen

Der Gemeinderat Steinen hat sich bei der Baustraße für „Hutmatt II“ für die Variante 1 entschieden. Pro 80 Quadratmeter Wohnfläche braucht es zwei Stellplätze.
Von
Christoph Schennen
Steinen
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Mit einer Kette an der Postkarten befestigt waren protestierten einige Bürger gegen die aus ihrer Sicht zu massive Bebauung im „Hutmatt II“-Gebiet.

Christoph Schennen

14 Gemeinderäte stimmten für die Variante 1, fünf Gemeinderäte (SPD) gegen sie, einer enthielt sich.Die Baustraße folgt einige Meter dem oberhalb der Baustelle gelegenen Wirtschaftsweg, der von der Kirchstraße abzweigt, biegt dann ab, verläuft danach gerade, ehe sie das Baugebiet über eine langgezogene Rechtskurve erreicht. Patrik Riesterer zählt die Vorteile der Variante 1 auf: Die Grundstücke, über die die Baustraße führt, gehören der Gemeinde Steinen und die Fahrbahnbreite von dreieinhalb Meter kann über die gesamte Länge eingehalten werden.

Neuer Fuß- und Radweg

Die Straße muss nach Fertigstellung des Neubaugebiets nicht zurückgebaut werden, sondern kann als Fuß- und Radwegeverbindung dienen. Geplant ist auch, im Zuge der Herstellung der Baustraße zahlreiche Gewerke zu verlegen. Das Oberflächenwasser aus Richtung Hägelberg soll über eine Leitung in den Vorfluter (Steinenbach) eingeleitet werden. Es soll auch eine Nahwärmeleitung zur Biogasanlage hochgeführt werden und auch Wasserleitungen erneuert werden.

Bürgermeister Gunther Braun wies daraufhin, dass der Friedhof nicht an die Kläranlage angeschlossen sei und das Schmutzwasser in einer Grube gesammelt werde. Bei Variante 2 verläuft die Baustraße südlich von Hutmatt I über den Geh- und Radweg, entlang des Steinenbachs ehe sie nach 150 Metern in das Baugebiet einbiegt. Variante 1 kostet 126 000 Euro, die zweite Variante 78 000 Euro. Stephan Mohr (Gemeinschaft) sagte: „Wir halten die Baustraße für notwendig. Variante 2 kann nicht funktionieren.“

Regelungen zu Stellplätzen

Die zweite Entscheidung betraf die Stellplatzsatzung. Hier hat sich der Gemeinderat mehrheitlich dafür entschieden, die bestehende Stellplatzsatzung auf das Neubaugebiet „Hutmatt II“ anzuwenden. Das heißt, dass ab 80 Quadratmetern Wohnfläche zwei Auto-Stellplätze gebaut werden müssen. Dafür plädierten zwölf Gemeinderäte, fünf stimmten dagegen, drei enthielten sich. Die Verwaltung hatte sich Stellplatzsatzungen aus anderen Gemeinden des Landkreises angesehen und festgestellt, dass dort zwei Stellplätze erst ab einer Wohnfläche von 100 Quadratmetern geschaffen werden müssen. Der Stellplatzschlüssel begrenzt die Anzahl der Wohnungen, da das Neubaugebiet nicht vergrößert werden kann. Je mehr Wohneinheiten man baut, umso mehr Stellplätze braucht man. Stephan Mohr (Gemeinschaft) plädierte dafür, pro Wohnung einen Stellplatz zur Verfügung zu stellen: „Die Anbindung an den ÖPNV ist gut und es ist kein Problem, zu Fuß oder mit dem Rad zur Haltestelle der Bahn zu kommen.“ Er stellte den Antrag, dass erst ab einer Wohnfläche von 100 Quadratmetern zwei Stellplätze gebaut werden müssen. Acht Gemeinderäte stimmten dafür, zwölf dagegen. Stefan Glaser (CDU) entgegnete ihm, dass jeder Stellplatz gebraucht werde.

Entwicklung mit Augenmaß

Vor der Diskussion hatten die Gegner des Verwaltungsvorschlags zur Bebauung von „Hutmatt II“ Bürgermeister Braun ein Modell überreicht, dass zeigt, wie eine ideale Bebauung aus ihrer Sicht aussehen könnte. Außerdem überreichten sie ihm eine Sammlung von Postkarten, auf denen sich 700 Bürger für eine Entwicklung von „Hutmatt II“ mit Augenmaß aussprechen.

Braun versicherte, dass sie im Vorfeld des abschließenden Beschlusses mit dem Gemeinderat über die Bebauung diskutieren können. „Dann werden wir auch beide Modelle vergleichen“, erklärte Braun auf Anfrage. Für die Diskussion mit dem Gemeinderat gibt es noch keinen Termin.