Gastro-Betrieb bei Steinen: Metzgerei Stepanek will Imbiss für bis zu 180 Gäste in Höllstein errichten

Jonas Stepanek (von links), Rainer Stepanek und Leon Greiner wollen einen Imbiss auf der Grünfläche nahe der B 317 in Höllstein bauen. Der Gemeinderat steht dem Vorhaben positiv gegenüber.
Christoph SchennenRainer Stepanek und sein Schwiegersohn Leon Greiner präsentierten in der Sitzung des Gemeinderats das Konzept für ihren Imbiss nahe des Rewe-Markts. Der Betrieb soll demnach auf der noch unbebauten Grünfläche an der Bundesstraße errichtet werden.
Die Stepaneks betreiben eine Metzgerei, die nach eigenen Angaben zwei Tonnen Wurst in der Woche verarbeitet, und einen „Kult-Imbiss“ in Laufenburg. Das Familienunternehmen beschäftigt 25 Mitarbeiter.
Der geplante Imbiss mit Selbstbedienungsladen im Erdgeschoss soll nach Wünschen der Betreiber eine Grundfläche von 500 Quadratmetern haben. Innen sind 100, außen 80 Plätze vorgesehen. Im oberen Geschoss sind Sozialräume und Wohnräume für Mitarbeiter geplant. Rainer Stepanek versprach für seinen Imbiss eine „ansprechende und nachhaltige Architektur“.
„Wenn wir etwas machen, dann machen wir es richtig“, erklärte der Unternehmer, der darauf hofft, dass neben Stei-nenern auch Außendienstler, die auf der Suche sind „nach etwas Gescheitem zu essen“, den Imbiss besuchen. Wenn der Gastrobetrieb gebaut würde, fänden sie dort eine „Mischung aus Qualität und Fast Food“ – Cordon bleu ebenso wie Chicken Nuggets.
Bürgermeister: Metzgerei Hug hat keine Einwände
Wie Bürgermeister Gunther Braun erklärte, sehe die ansässige Metzgerei Hug einen neuen Imbiss nicht als Konkurrent, weil die Stepaneks keine Metzgereiprodukte anbieten wollen. Er bezeichnete die mögliche Ansiedlung des Betriebs als „Zugpferd“.
Stefan Glaser (CDU) sagte: „Das Konzept passt zu Steinen. Wir haben ein solches Verpflegungskonzept entlang der B 317 nicht.“ Fraktionskollegin Gudrun Roser urteilte, das Konzept habe „Charme“. Rudolf Steck (SPD) äußerte den Wunsch, dass Ess- und Gartenkultur miteinander verbunden werden sollten. Er plädierte dafür, das Gebiet insgesamt zu entwickeln. Das sei aber nicht als Absage an den Imbissbetrieb zu werten. Bei dem zu bebauenden Grundstück handele es sich um ein „Filetstück der Gemeinde“. Rainer Eiche, ebenfalls SPD, begrüßte das Vorhaben und forderte die Verwaltung auf, die „Restfläche öffentlich auszuschreiben“.
Einstimmig entschied der Gemeinderat schließlich, das vorgestellte Projekt zu unterstützen und einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufzustellen. Das Rathaus wurde beauftragt, den erforderlichen städtebaulichen Vertrag zur Regelung der Einzelheiten, etwa die Kostenübernahme durch den Vorhabenträger, und die weiterführenden Beschlüsse zur Einleitung des baurechtlichen Verfahrens vorzubereiten.
Der Gemeinderat beabsichtigt, die östliche Teilfläche des Grundstücks mit etwa 3500 Quadratmetern zu verpachten. Sobald die notwendigen Voraussetzungen hierfür vorliegen, soll ein Erbbaurechtsvertrag zu den bereits bekannten Bedingungen abgeschlossen werden. Der Vertrag ist dem Gemeinderat zur Genehmigung vorzuschlagen.
Die Verwaltung wurde außerdem beauftragt, für die verbleibende Fläche „Auf den Grienern“ (zwischen Stepanek, B 317, Friedrichstraße und Gewerbestraße) bis Ende des ersten Quartals des kommenden Jahres einen Pächter zu finden. Dabei sind die bereits eingegangenen Interessensbekundungen bevorzugt zu berücksichtigen. Sollte bis dahin kein Pächter gefunden werden, ist die Fläche öffentlich auszuschreiben. Ein Verpachtungsbeginn im Verlauf des Jahres 2026 ist anzustreben.