Für den guten Zweck: Sternsinger starten bundesweite Aktion

Auf dem Platz der Alten Synagoge in Freiburg begrüßten Erzbischof Stephan Burger und Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn die Gäste aus nah und fern.
Rolf RombachCaspar, Melchior und Balthasar – die heiligen drei Könige – sind die Galionsfiguren der „Sternsinger“. Seit 1959 sammelt die Bewegung vorrangig durch das große Engagement von Kindern und Jugendlichen Geld für bedürftige Kinder.
2015 folgte die Aufnahme des Sternsingens in das deutsche Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes. Mit einem Aktionstag und einem Aussendungsgottesdienst startete am Dienstag in Freiburg die jüngste bundesweite Sammelrunde.
73 Gruppen aus den Bistümern Freiburg, Münster, Trier und Rottenburg-Stuttgart waren hierzu nach Freiburg eingeladen worden. Rund 1000 Sternsinger und ihre 200 Betreuer kamen bei einem Sternmarsch auf dem Platz der Alten Synagoge zusammen. Von dezenten Sternen bis hin zu mit LEDs erweiterten moderneren Varianten reichte hier die Auswahl des vorweg getragenen biblischen Zeichens.
Zum zweiten Mal in Freiburg
Ebenso bunt und verschieden zeigten sich die Gewänder der gekrönten Häupter und ihrer Begleitungen. Auf dem Platz begrüßten Schirmherr und Oberbürgermeister Martin Horn sowie Erzbischof Stephan Burger die Gäste zu dieser besonderen Veranstaltung, die nach 1991 erst zum zweiten Mal in Freiburg stattfand.
Die neue Pfarrei Wiesental-Dreiländereck wurde dabei durch die Gruppen aus Weil am Rhein und Grenzach vertreten, die beim Losverfahren den Vorzug erhielten.
Erzbischof Burger konnte auf Nachfrage verkünden, dass er ebenfalls fast zehn Jahre lang als Sternsinger in seiner Schwarzwälder Heimatgemeinde tätig war. Freiburgs Rathauschef Martin Horn erklärte, dass er als evangelischer Pfarrerssohn zwar selbst nie aktiv gewesen sei, aber sich jedes Jahr auf den Besuch der Gruppen freue. „Es ist eine Aktion von Kindern für Kinder“, fasste Horn zusammen. Das Motto der 68. Aktion lautet „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“. Anhand des Beispiellandes Bangladesch erfuhren die Kinder und Jugendlichen in ihrer Vorbereitung, welche Ziele mit dem gesammelten Geld verfolgt werden sollen.
Attraktionen zur Auswahl
Für den Auftakttag standen verschiedene Attraktionen zur Auswahl, darunter Führungen durch die Wache der Berufsfeuerwehr oder das Planetarium. Während die Grenzacher eine Besichtigung der Münsterbauhütte erhielten, durften die Weiler Sternsinger ein Mitmachtheater besuchen. „Das war für unsere Gruppendynamik super“, attestierte Weils Jugendreferent Niko Kassubek.
Oberministrantin Majbrit Fleig ist seit 13 Jahren als Sternsingerin unterwegs und hatte ihren Tageshöhepunkt mit dem Gottesdienst im vollbesetzen Münster. Deutlich jünger waren die Grenzacher Teilnehmer. Für die achtjährige Mia und ihre Freundin Petra (9 Jahre) war der ganze Ausflug spannend.
Spannende Führung
In der Münsterbauhütte erfuhren sie, welche traditionellen und modernen Arbeitsgeräte den Steinmetzen zur Verfügung stehen. Auf Augenhöhe standen sie im Museum mit Figuren, die früher weit oben am Münster angebracht waren und daher ungewohnte Proportionen aufweisen, damit sie aus der Entfernung „normal“ wirken.
Der Staffelstern der Sternsinger, der seit 2017 durch Deutschland wandert, wurde von der Gruppe aus Oberhausen-Philippsburg an die Könige der Josephs-Pfarrei Münster-Süd übergeben, wo Ende 2026 der bundesweite Aussendungsgottesdienst sein wird.