Fünftes Sommerfest
: Eimeldingen hieß früher Agimotingas

Heute vor 1258 Jahren taucht das Dorf, das damals anders hieß, zum ersten Mal in einer Urkunde auf. Ein guter Anlass für die IG Eimeldingen, zum Sommerfest einzuladen.
Von
Nina Lipp
Eimeldingen
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Zum gemütlichen Beisammensein lädt die IG Eimeldingen auch in diesem Jahr.

Foto: Archiv/Daniela Buch

Für Gründungsmitglied und Vorsitzenden der Interessensgemeinschaft (IG) Eimeldingen, Hans-Jürgen Schmitt, ist das heutige Datum ein ganz besonderes. Wann Eimeldingen gegründet wurde, ist nicht überliefert – zum ersten Mal taucht es vor 1258 Jahren als „Agimotingas“ in einer lateinischen Verkaufsurkunde auf: Ein fränkischer Graf namens Ruthard verkaufte am 17. Juli 767 das Dorf samt seiner Bewohner und Nachbarorte Rümmingen, Binzen, Haltingen und Wollbach an das französische Kloster Saint-Denis bei Paris.

IG will Dorfgemeinschaft stärken

Die IG Eimeldingen hat sich vor sieben Jahren gegründet. Zunächst hatte der IG-Vorsitzende Hans-Jürgen Schmitt die Idee, die im Kontext der 1250-Jahr-Feier entstanden war, dem Gemeinderat vorgestellt. Zwei Monate später erfolgte die offizielle Gründung. Ziel sei, die Eimeldinger Dorfgemeinschaft und die Vereine zu stärken, das Dorf zu beleben sowie Veranstaltungen zu organisieren – ein großes Anliegen sei zudem, die Geschichte des Dorfes in Erinnerung zu rufen. Deshalb lädt die IG am kommenden Sonntag, 20. Juli 2025 ab 11.30 Uhr zum bereist fünften Mal ein zu einem Sommerfest anlässlich der ersten urkundliche Erwähnung ihres Heimatdorfes. Es findet statt rund um das Gemeindehaus oder auch Haus der Begegnung in der Hauptstraße 30B und ist laut Schmitt mit einigen Attraktionen bestückt. Eimeldingens Bürgermeister Oliver Friebolin lässt es sich nicht nehmen, das Fest zu eröffnen.

Spende für Weiler Wärmestube

Über die IG berichtet Schmitt: „Wir organisieren regelmäßig eine Dorfputzete, eine gemeinsame Aktion von Freiwilligen, bei der wir durch Dorf ziehen und herumliegenden Müll aufsammeln.“ Weitere Veranstaltungen sind Wanderungen und die Dorfweihnacht.“ Diese hatte im vergangenen Dezember ihre Premiere, Melanie Leber von der IG hatte eine Weihnachtstombola organisiert, deren Einnahmen in Höhe von 1250 Euro an die Wärmestube in Weil am Rhein gespendet wurde. Außerdem, sagt Schmitt „nehmen wir am Kinderferienprogramm und am Dorffest teil.“ Unter dem Motto „NaturEi“ biete die IG Veranstaltungen und Angebote rund um die Natur für Kinder, Jugendliche und Erwachsenen. So seien etwa Vogelhäuschen, Futterhäuschen und Insektenhotel gebaut worden. Beim Sommerfest im vergangenen Jahr hatte die IG Eimeldingen eine Registrierungsaktion für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei organisiert. Sie unterstützt Blutkrebspatienten, indem sie passende Spender findet und den Zugang zu Therapien ermöglicht.

Einst eine alemannische Siedelung

Außer der genannten Urkunde gibt es aus dieser Zeit kaum überlieferte Schriftquellen, die Aufschluss geben über die Geschichte des Dorfes. Einen Vortrag „Zur Geschichte des Dorfes Eimeldingen und des dortigen Gasthauses zum Ochsen“ aber hielt ein Carl Roth auf der Tagung der Arbeitsgemeinschaft zur Pflege der Geschichte des Markgräflerlandes in Eimeldingen am 24. April 1938. Darin heißt es, „Eimeldingen geht in seinen Anfängen zurück auf eine uralemannische Siedelung.“ Roth schließt aus dem Namen, „dass im Verlaufe der Völkerwanderung“ sich in Eimeldingen „ein Alemanne Agimot oder Agimuot mit seiner Sippe niedergelassen hat.“ Und weiter: „Diese Ansiedlung dürfte in der Zeit nach dem Zusammenbruch der Römerherrschaft auf dem rechten Rheinufer, etwa im dritten oder vierten Jahrhundert erfolgt sein. Das in der Urkunde „Agimotigas“genannte Dorf hieß demnach „Bei den Angehörigen des Agimot“. Zur damaligen Zeit, sagt Roth, gehörte Eimeldingen zum fränkischen Reich, das sich zur Zeit des Merowingerkönigs Chlodwig, um die Wende des fünften zum sechsten Jahrhundert die Alemannen unterworfen hatte.

Info

Das Sommerfest der IG Eimeldingen
beginnt am Sonntag , 20. Juli, um 11.30 Uhr am Haus der Begegnung in der Hauptstraße 30B. Für musikalische Unterhaltung sorgt ab 12 Uhr der Musikverein Haltingen, um 16 Uhr folgt der Auftritt der Reblandfetzer. Für Kinder gibt es eine Hüpfburg, von 13 bis 16 Uhr können sie sich schminken lassen. Neben kühlen Getränken gibt es mittags Schweinsprägel mit Spätzle, für Vegetarier sind ein Pilzragout mit Spätzle oder Salatteller. Während des ganzen Fests werden Steaks und Grillwürste mit frischem Bauernbrot oder Pommes frites angeboten. Zudem gibt es eine Kuchentheke sowie Eis vom Seebodenhof und Panna Cotta.