Fridolinschule in Lörrach
: Rückblick auf ein millionenschweres Schulsanierungsprojekt

Die Fridolinschule in Lörrach zählt zu den ältesten Schulen der Stadt. Die denkmalgeschützten Schulgebäude aus den Jahren 1877 und 1927 prägen das Ortsbild bis heute.
Von
red/pm
Lörrach
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Die Sanierung der Fridolinschule wurde teurer als geplant. Im vergangenen Jahr aber konnte das millionenschwere Projekt erfolgreich abgeschlossen werden. Dabei galt es unter anderem Denkmalschutz und Nachhaltigkeit unter einen Hut zu bringen.

Die Sanierung der Fridolinschule wurde teurer als geplant. Im vergangenen Jahr aber konnte das millionenschwere Projekt erfolgreich abgeschlossen werden. Dabei galt es unter anderem Denkmalschutz und Nachhaltigkeit unter einen Hut zu bringen.

Marco Fraune
  • Sanierung der Fridolinschule wurde teurer als geplant und erfolgreich abgeschlossen.
  • Denkmalgeschützte Gebäude von 1877 und 1927 prägten die Planung – Nachhaltigkeit zählte.
  • Maßnahmen umfassten neue Elektroinstallationen, Aufzug, Dach- und Fenstererneuerung sowie Brandschutz.
  • Sanitärsanierung ermöglicht Ganztagsbetreuung, Ausweichflächen hielten den Schulbetrieb aufrecht.
  • Kompromiss bei Strohdecken, Upcycling von Mobiliar und Versteigerung finanzierte neue Grünflächen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Eine letzte umfassende Sanierung der Gebäude fand im Jahr 1978 statt. Bereits seit längerer Zeit bestand grundlegender Bedarf für eine weitere Sanierungsmaßnahme. Jedoch sorgten Umstände wie ein Schwelbrand auf der Mädchentoilette für dringliche und zeitnahe Baumaßnahmen.

Im Juni 2025 konnten die Modernisierung der Schulgebäude sowie die Neugestaltung des Schulhofs abgeschlossen und eingeweiht werden. Um effiziente Abstimmungsprozesse sicherzustellen und einen erfolgreichen Projektverlauf zu gewährleisten, wurde im Rahmen des Sanierungsprozesses unter anderem das Lörracher Bauprojektmanagementbüro Mayer Bährle eingebunden. „Ausschlaggebend für den erfolgreichen Projektverlauf waren unter anderem die enge Koordination aller Beteiligten sowie die Einhaltung des Denkmalschutzes beider Schulgebäude“, wird Melanie Waldmann, Geschäftsführerin von Mayer Bährle, in einer Mitteilung zitiert.

Daher habe das Büro während des gesamten Bauprozesses als zentrale Schnittstelle zwischen den Gewerken, den Architekten und den Denkmalschutzbehörden aus Lörrach und Freiburg fungiert.

Neun Millionen Euro für die Fridolinschule

Neben der Einhaltung von Terminvorgaben und Meilensteinen sei insbesondere bei kommunalen Auftraggebern das Budgetmanagement von zentraler Bedeutung: „Bei einem aus Steuermitteln bereitgestellten Budget ist es unabdingbar, die Kosten so gering wie möglich zu halten“, wird Waldmann zitiert.

Doch im Zuge der Modernisierungsmaßnahmen mussten Elektroinstallationen und Beleuchtung erneuert und musste eine Aufzugsanlage eingebaut werden. Zudem wurden die Dächer und Fenster beider Gebäude modernisiert und umfangreiche Brandschutzmaßnahmen umgesetzt, darunter der Einbau neuer Brandschutztüren und Brandmeldeanlagen.

Mit der Sanierung der Sanitärbereiche wurde eine wesentliche Voraussetzung geschaffen, dass die Grundschule die rechtlichen Vorgaben für das Angebot einer Ganztagsbetreuung erfüllen kann. Damit der laufende Schulbetrieb trotz der Sanierungsmaßnahmen reibungslos weiterlaufen konnte, wurden zudem Ausweichflächen eingerichtet.

Denkmalschutz trifft auf Nachhaltigkeit

Aufgrund freier Kapazitäten und der räumlichen Nähe wurden die Schüler in der Neumattschule untergebracht. Da die Sanierung den Vorgaben des Denkmalschutzes unterlag, wurde das große Schulhausdach mit Schieferschindeln gedeckt. „Naturschiefer ist ein nachhaltiges, brandsicheres und ökologisch einwandfreies Naturprodukt und hat bereits vor der Erneuerung fast einhundert Jahre gehalten“, wird Waldmann in der Mitteilung zitert. „Bei der Auswahl der geeigneten Baumaterialien stand für uns und die Gemeinde Lörrach neben funktionalen und gestalterischen Anforderungen insbesondere die Nachhaltigkeit im Vordergrund. Umso wichtiger war es für einen erfolgreichen Projektverlauf, die unterschiedlichen Interessen und Zielsetzungen der Beteiligten in Einklang zu bringen und eine Umsetzung zu realisieren, die von allen Seiten mitgetragen wird.“

Dies zeigte sich beispielsweise bei der Erneuerung der Decken in den Schulgebäuden. Dort trafen die Anforderungen des Brandschutzes auf die Vorgaben des Landesamtes für Denkmalschutz. Während die Denkmalschutzbehörde die historischen Decken aus Stroh erhalten wollte, betrachteten Architekten und Bauherren diese Lösung aus brandschutztechnischer Sicht als problematisch.

Upcycling schonte Ressourcen

Schließlich wurde ein Kompromiss gefunden, der sowohl den Anforderungen des Denkmalschutzes als auch den Belangen des Brandschutzes gerecht wurde: In einem Raum blieb die originale Strohdecke als denkmalgeschütztes Element erhalten, während in den übrigen Bereichen Erneuerungen vorgenommen wurden.

Im Zuge des Nachhaltigkeitsgedankens wurde unter anderem auch altes Schulmobiliar nicht einfach durch Neuanschaffungen ersetzt, sondern an neue Anforderungen angepasst und wird weiterhin im Schulalltag genutzt, heißt es in der Mitteilung des Bauprojektmanagementbüros. Ein Beispiel dafür sind ehemalige Sportbänke mit Kleiderhaken: Nach dem Entfernen des Rahmens, an dem die Kleiderhaken befestigt waren, wurden sie durch die Anbringung von Holzplatten zu Tischen umfunktioniert. Ausgedientes Schulinventar wurde hingegen versteigert.

„Hervorzuheben ist dabei, dass der Erlös das Anlegen neuer Grünflächen auf dem Außengelände ermöglicht hat“, wird Waldmann zitiert. „So profitieren beispielsweise Heimwerker von älteren, noch funktionstüchtigen Werkbänken, und die Kinder erhalten neue Möglichkeiten, ihre Pausen an der frischen Luft zu verbringen.“