Freizeit im Kreis Lörrach: So gehen Ranger gegen Wildcamper am Belchen vor

Rangerin Susa Vorndran erklärt Besuchern, warum Zelten und Lagern auf dem Gipfel nicht erlaubt ist.
Biosphärengebiet Schwarzwald- Ranger kontrollieren am Belchen verstärkt und ahnden unerlaubtes Zelten und Lagern.
- An zwei Tagen nahmen sie 25 Anzeigen auf – teils entstanden ganze „Zeltdörfer“.
- Ziel ist der Schutz sensibler Lebensräume und seltener Arten im Naturschutzgebiet.
- Nächtliche Störungen treffen Wildtiere besonders, auch Vegetation leidet abseits der Wege.
- Zelte, Feuer und Drohnen sind verboten, Verstöße gelten als Ordnungswidrigkeit.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die besondere Landschaft auf dem Belchen und anderen Schwarzwaldgipfeln genießen und die Natur beobachten – das ist ausdrücklich erwünscht. Doch immer häufiger bleiben Besucher auch über Nacht auf dem Berg.
Zelte werden aufgestellt, Lager eingerichtet und teilweise entstehen regelrechte „Zeltdörfer“. Allein an zwei Tagen mussten zuletzt durch Ranger des Biosphärengebiets Schwarzwald im Naturschutzgebiet Belchen 25 Anzeigen wegen unerlaubten Zeltens und Lagerns aufgenommen werden.
Wie das Regierungspräsidium Freiburg (RP) mitteilt kontrollieren die Ranger des Biosphärengebiets deswegen zurzeit verstärkt und informieren zugleich über die Hintergründe der geltenden Regeln. Denn Ziel ist nicht, Menschen vom Belchen oder anderen Gipfeln fernzuhalten oder möglichst viele Verstöße zu ahnden.
Sensible Lebensräume schützen
Vielmehr geht es darum, die besonders sensiblen Lebensräume und die dort vorkommenden Tier- und Pflanzenarten zu schützen. „Wir möchten, dass die Menschen den Belchen erleben können – aber so, dass dies auch langfristig möglich bleibt. Der Belchen ist ein besonderer Naturraum und gerade deshalb gelten dort besondere Regeln“, sagt Susanne Vorndran, Rangerin im Biosphärengebiet Schwarzwald. „Wenn aus einzelnen Übernachtungen zunehmend größere Zeltansammlungen werden, entsteht ein Erholungsdruck, den die Natur nicht einfach ausgleichen kann.“

Beim Wandern sollte man die Wege nicht verlassen.
Michael WerndorffWichtige Ruhezeiten für Wildtiere
Das Naturschutzgebiet Belchen umfasst rund 1618 Hektar und wurde unter anderem zum Schutz naturnaher Wälder, Magerweiden und Feuchtgebiete sowie zahlreicher seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten ausgewiesen. Teile des Gebiets sind zudem besonders geschützte Kernzonen des Biosphärengebiets Schwarzwald. Für viele Wildtiere sind gerade die Dämmerungs- und Nachtstunden wichtige Aktivitäts- und Ruhezeiten, heißt es weiter. Während Tiere dem Besucherverkehr am Tag teilweise ausweichen können, führen nächtliche Störungen dazu, dass ihnen wichtige Rückzugsphasen fehlen. Stimmen, Taschenlampen, Lichtquellen, Bewegungen und freilaufende Hunde können Tiere aufscheuchen. Wiederholte Störungen können dazu führen, dass Tiere bestimmte Bereiche meiden.
Vegetation wird belastet
Auch die Vegetation wird durch das Verlassen der Wege und das Aufstellen von Zelten und Ausbreiten von Decken und Isomatten belastet. Hinzu kommen menschliche Hinterlassenschaften, Müll und Lärm sowie eine in der aktuellen Trockenperiode erhöhte Gefahr durch Kochen und Feuer. Die Verordnung des RP über das Naturschutzgebiet „Belchen“ ist eindeutig: Im Schutzgebiet ist es verboten, Zelt- und Lagerplätze anzulegen. Feuer sind aufgrund der hohen Waldbrandgefahr derzeit verboten und im Naturschutzgebiet ohnehin nicht erlaubt. Drohnenflüge sind im Naturschutzgebiet ebenfalls verboten. Verstöße gegen diese Regelungen können als Ordnungswidrigkeit verfolgt werden.