Freibad Steinen: Badevergnügen fällt vorerst ins Wasser

Das Freibad Steinen wurde am Montag wegen eines technischen Defekts an der Chlorgasanlage geschlossen. Menschen sind laut Bürgermeister Gunther Braun nicht in Gefahr gewesen.
Rolf ReißmannDas Freibad bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Stefan Heigl, Pressesprecher des Landratsamts Lörrach, teilte auf Anfrage mit: „Derzeit liegen noch nicht alle Befunde für die fachlich-hygienische Beurteilung des Gesundheitsamts vor. Das Gesundheitsamt bleibt daher bei seinem Vorschlag an die Gemeinde Steinen, das Schwimmbad bis auf Weiteres geschlossen zu halten.“ Die Schließung des Bades - wie im Infektionsschutzgesetz vorgesehen – sei auf Vorschlag des Gesundheitsamts durch die dafür zuständige Ortspolizeibehörde (Gemeinde Steinen) erfolgte.
Bürgermeister Gunther Braun hat im Bauausschuss die Probleme im Freibad geschildert. Es wurde am Montag geschlossen, nachdem Chlorgeruch auftrat. Auch die Feuerwehr war vor Ort. Der Geruch ging laut Braun vom Abwasser aus. Personen seien nicht in Gefahr gewesen. „Das Problem war, dass zu wenig Chlor im Badewasser war“, sagte Braun. Nun habe man ein Ersatzteil beschafft, mit dem die Dosierung funktioniere, legte der Bürgermeister weiter dar. Zu diesem Zeitpunkt hoffte Braun noch, dass das Landratsamt am Mittwochmittag das Freibad für den Schwimmbetrieb wieder freigibt.
Er wies darauf hin, dass am Wochenende bis zu 2500 Besucher im Bad waren. „So viele Badegäste hatten wir noch nie.“ Durch die vielen Besucher entstanden Müllberge. Es habe nicht gereicht, dreimal am Tag den Müll zu entsorgen. „Die Reinigungskräfte kamen nicht mehr hinterher“, stellte Braun fest. Mangelnde Hygiene sei auch schon beim vorherigen Badbetreiber ein Problem gewesen. Mit dem jetzigen Betreiber, Plan B, habe er über das Thema „Hygiene“ gesprochen und „ernste Worte“ gewechselt.
Marcus Wienholz (Gemeinschaft für ein lebenswertes Dorf) kritisierte, dass die ersten Badegäste immer etwas warten müssten, ehe sie ins Bad gelassen werden.
Wasser wird geprüft
Der Badbetreiber entnimmt morgens dem Wasser eine Probe. Auf manche Laborergebnisse warte die Verwaltung fünf Tage, weil sich erst dann zeige, welche Keime im Wasser seien, sagte Braun.
Stefan Glaser (CDU) betonte, man müsse die Badegäste auf korrektes Verhalten und Benehmen hinweisen. Würden sie sich daneben benehmen, müsse man ihnen sagen, dass das Bad schließe, wenn sie sich nicht an Regeln halten. Sorgen bereitet auch das Kinderplanschbecken, in dem das Wasser stehe und in dem es entsprechend warm werde.
Planschbecken ist Thema
Braun schwebt vor, ein neues Planschbecken zu bauen. Ralf Wacker teilte ihm nach der Sitzung mit, dass es Sponsoren gebe, die sich an der Finanzierung eines neues Beckens beteiligen würden.
Braun betonte, die Verwaltung sei mit „Herzblut“ dabei, die Probleme zu lösen. Für die Verwaltung sei wichtig, einen Techniker im Bad zu haben, der sich mit der Anlage auskennt.