Forst in Lörrach: Der Wald im Wandel

Der Lörracher Stadtwald ist von den Auswirkungen des Hitzesommers betroffen. Dies war Thema im Ortschaftsrat Haagen.
Holger Schlicht- Lörracher Stadtwald leidet unter Hitzesommer – Buchen stark geschädigt, Eichen kaum.
- Rund 50 Prozent der Buchen betroffen, Erholung hängt von Niederschlag im Winter ab.
- Waldumbau hat Vorrang: mehr Baumarten, Licht für junge Eichen, Entnahme verdunkelnder Bäume.
- Geplante Maßnahmen: Wasserrückhalt mit Mulden und Tümpeln, Pflegemaßnahmen im Stadtwald.
- Betriebsplan 2027: Holzeinschlag, Neupflanzungen und Förderung führen dennoch zu Minus.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
An der Ortschaftsratsitzung in Haagen wurde unter anderem der Betriebsplan für das Forstwirtschaftsjahr 2027 vorgestellt. Der Forstrevierleiter von Lörrach und Weil am Rhein, Jakob Jetter, informierte den Ortschaftsrat und die anwesenden Bürgerinnen über den Zustand des Waldes nach dem Hitzesommer und die Investitionen in die Waldwirtschaft im Jahr 2027.
Die Waldfläche Lörrachs beträgt 1150 Hektar. Durch seine verdichtete Lage mit vielen Straßen, der Autobahn, Erholungseinrichtungen im Wald und Bebauungen in Waldnähe gäbe es eine vielfältige Funktionsüberlagerung, erklärte Jetter. Der Stadtwald habe aber vor allem eine wichtige Funktion als Erholungsraum für die Bürger. Die Folgen der teilweise extremen Hitze und Trockenheit sind überall sichtbar. Die Überhitzungsschäden an den Bäumen seien enorm, so Jetter, vor allem bei den Buchen, die rund 45 Prozent des Stadtwaldes ausmachen. Diese kommen mit der Trockenheit nicht gut zurecht, bei zu wenig Wasserzufuhr über die Wurzeln werden die Wasserleitbahnen zwischen Wurzel und Krone beschädigt, eine sogenannte Embolie findet statt und Teile des Baums oder im schlimmsten Fall der ganze Baum stirbt ab.
Spuren des Hitzesommers
Die Strategie eines Baumes sei dann, davon zu wachsen, die sei auch der Fall bei Fäule oder Pilzen. Allerdings würde meist nichts mehr nachwachsen, wenn ein Bereich des Baumes abgestorben sei, erklärte Jetter. Im Lörracher Stadtwald seien rund 50 Prozent der Buchen stark vom diesjährigen Hitzesommer betroffen, andere Baumarten wie die Eiche wiederum kaum oder gar nicht. Ob sich manche Buchen wieder erholen sei abzuwarten, das liege auch an an der Niederschlagsmenge über den Winter. Zudem hätten durch die extreme Trockenheit im Sommer tierische Gegenspieler wie der Borkenkäfer und andere Schädlinge leichtes Spiel mit den Bäumen, die ohnehin schon geschwächt sind.
Aus diesem Grund habe der Waldumbau absoluten Vorrang, die Wälder müssten an zukünftige Herausforderungen angepasst und aktiv umgebaut werden. Dafür müsse ein breites Spektrum an Baumarten gepflanzt werden und es sei auch notwendig, einzelne Bäume, die zu sehr verdunkeln, zu entnehmen, um das Wachstum anderer zu begünstigen. Es seien zudem Wasserrückhaltmaßnahmen wie der Bau von Versickerungsmulden und kleinen Tümpeln im Wald geplant.
Pläne für 2027
Für das Jahr 2027 sollen 6540 Festmeter Nutzholz entnommen werden, die Einnahmen aus dem Holzverkauf sollen sich auf 143.200 Euro belaufen. Für die Zukunft sollen aber auch 11.700 Bäume, vor allem Eichen und andere Laubbäume, gepflanzt werden. Dafür seien Investitionen in der Höhe von 124.600 Euro notwendig. Für die Waldwegpflege und Erholungsvorsorge fallen Kosten von 175.934 Euro an, dazu kommen noch die Kosten von 88.500 Euro für das Waldmanagement, also den Revierleiter. Allerdings wurde eine Bundesförderung für klimaangepasstes Waldmanagement von 94.200 Euro laut Jetter schon in den Betriebsplan eingerechnet, so dass schlussendlich ein Minus von 216.000 Euro vor dem Betriebsergebnis für 2027 steht.
Jakob Jetter wies aber auch darauf hin, das der Stadtwald vielfältigen Nutzen für die Naherholung der Bevölkerung, den Trinkwasserschutz, den Klimaschutz, Erosions – und Hochwasserschutz und vieles mehr habe, die nicht mit Geld aufzuwiegen seien.
Auf die Frage einer Bürgerin, warum man den Wald nicht sich selbst überlassen würde, antwortete Jetter, dass viele Buchen wahrscheinlich absterben werden und der Wald damit länger brauchen würde, um sich zu erholen. Zudem bräuchten gerade die jungen Eichen sehr viel Licht und hätten gegen die schneller wachsenden Buchen keine Chance. Somit sei ein pflegender Eingriff des Menschen manchmal notwendig.