Finanzen im Fokus: Warum der Landkreis beim Sozialen nicht zu kurz greifen sollte

Für das Jahr 2027 ist ein Nachtragshaushalt in Vorbereitung.
Alexasfotos/Pixabay- Kreis Lörrach spart, prüft Ausgaben und Prioritäten – ein Nachtragshaushalt für 2027 ist geplant.
- Caritas warnt vor Kürzungen im Sozialbereich, da Folgekosten und Belastungen drohen.
- Prävention und frühe Hilfe sollen erhalten bleiben, weil sie Krisen vermeiden können.
- Soziale Angebote greifen ineinander, Wegfall erschwert Arbeit, Fachkräfte und Strukturen gehen verloren.
- Landkreis befragte Wohlfahrtsverbände zu geförderten Angeboten und deren Beitrag zur Sozialstrategie.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Der Landkreis Lörrach muss sparen. Die finanzielle Lage ist angespannt, und deshalb muss der Kreistag seine Ausgaben auf den Prüfstand stellen und Prioritäten setzen. Der Landkreis Lörrach steckt trotz Haushaltssperre tief im Minus. Ein Nachtragshaushalt für 2027 soll das Schlimmste abwenden. Auch der Caritas sei bewusst, dass öffentliche Mittel verantwortungsvoll eingesetzt werden müssen, wie er im Vorfeld der Kreistagssitzung erklärt.
Entscheidend sei dabei, Einsparungen nicht isoliert zu betrachten, sondern auch ihre Folgen für die Menschen im Landkreis und mögliche spätere Kosten zu berücksichtigen. Was das bedeuten kann, zeigt ein Beispiel: Eine Familie verschiebt die Wartung ihrer Heizung, um Geld zu sparen. Mitten im Winter fällt die Heizung aus. Die Familie versucht, mit elektrischen Heizgeräten über die Runden zu kommen. Die Stromkosten steigen, trotzdem bleibt es in der Wohnung kalt. Bleibt die Wohnung über längere Zeit kalt, können sich zudem Feuchtigkeit und Schimmel bilden. Am Ende können die Kosten deutlich höher ausfallen als die ursprünglich eingesparten Wartungskosten.
Auch bei sozialen Angeboten könne eine kurzfristige Einsparung später neue Probleme bei den Menschen verursachen, so die Caritas im Kreis Lörrach. Eine Schuldnerberatung könne beispielsweise dazu beitragen, dass Menschen ihre Wohnung behalten und eine Sperre der Energieversorgung vermeiden. Unterstützung für Familien kann Schwierigkeiten auffangen, bevor sie sich verfestigen.
Probleme verschwinden nicht automatisch
Und wer Menschen bei Anträgen, Behördengängen oder der Orientierung in Deutschland begleitet, kann verhindern, dass aus offenen Fragen schwerwiegendere Krisen werden. Wenn solche Hilfen wegfallen oder schwerer erreichbar werden, verschwinden die Probleme nicht automatisch. Sie können sich verschärfen und später umfangreichere Unterstützung erforderlich machen. Das belastet die Betroffenen und kann auch an anderer Stelle zusätzliche Kosten verursachen. Deshalb sollte bei einer Einsparung nicht nur gefragt werden, wie viel Geld kurzfristig frei wird. Ebenso wichtig ist, welche Folgen sie nach sich zieht.
Dabei geht es laut Mitteilung um mehr als einzelne Förderprogramme. Die sozialen Angebote im Landkreis greifen häufig ineinander: Sie beraten, begleiten, stabilisieren und vermitteln weitere Hilfen. Werden Angebote eingeschränkt, kann dadurch auch die Arbeit anderer Einrichtungen erschwert werden. Fallen Stellen weg, gehen zudem Fachkräfte, Erfahrung und gewachsene Kontakte verloren. Wenn soziale Träger ihre Angebote dauerhaft nicht mehr finanzieren können, lässt sich diese Infrastruktur später nicht ohne Weiteres wieder aufbauen. Damit steht nicht nur die Zukunft einzelner Projekte auf dem Spiel, sondern auch die Fähigkeit des Landkreises, Menschen in schwierigen Lebenslagen rechtzeitig zu unterstützen, so die Caritas im Vorfeld der Haushaltsberatungen des Kreistags.
Wohlfahrtsverbände wurden befragt
In den vergangenen Monaten hat der Landkreis die Wohlfahrtsverbände gebeten, Fragebögen zu ihren geförderten Angeboten auszufüllen. Dabei sollten die Träger unter anderem darlegen, welchen Beitrag ihre Arbeit zu den Zielen der Sozialstrategie des Landkreises leistet. Die Caritas hat diese Fragen für ihre Angebote ausführlich beantwortet. Nun steht die Frage im Raum, wo der Landkreis Einsparungsmöglichkeiten sieht. „Die eigentliche Sozialstrategie des Landkreises setzt auch auf Prävention und frühzeitige Unterstützung. Dieser Anspruch sollte sich in den Haushaltsentscheidungen wiederfinden“, schreibt Caritas-Geschäftsführerin Gudrun Schemel. Denn: „Wer früh hilft, kann verhindern, dass Menschen in schwierige Situationen geraten oder dass sich bestehende Probleme weiter zuspitzen. Soziale Arbeit ist deshalb nicht nur eine Ausgabe im Haushalt. Sie kann dazu beitragen, größere persönliche und gesellschaftliche Belastungen zu vermeiden.“ Die Caritas fordert nicht, dass jedes Angebot unabhängig von seiner Wirkung unverändert bleiben muss. Bei begrenzten finanziellen Mitteln müsse geprüft werden, welche Angebote notwendig sind und wie öffentliche Gelder sinnvoll eingesetzt werden können.