Freiwillige Feuerwehr Lörrach: Unfall, Verletzte, Schadstoffe: das Szenario der Abschlussübung

Auf die Lörracher Wehr wartete im Süden der Stadt ein diffiziles Übungsszenario
Indri-WernerDas Geschehen spielte sich zwischen der Konrad-Adenauer-Straße und der Basler Straße ab. 73 Einsatzkräfte, ein Fachberater des Technischen Hilfswerks sowie Fachkräfte für die Themen Wasser und Gas waren vor Ort.
Um 19.05 Uhr wurde der Alarm ausgelöst. Zahlreiche Bürger in Stetten registrierten das Ausrücken der Fahrzeuge. Wer Richtung Süden wollte, musste den Einsatzort umfahren.
Wenige Minuten nach dem Alarm waren die Hilfskräfte vor Ort. Löschzüge, Rüstzug, Multicopter, Drohnenfahrzeug und die Gerätewagen „Mess-Tech“ sowie Absturzsicherung trafen auf der für den Verkehr gesperrten Oberen Riehener Straße ein. Einsatzleiter war Pietro Parasiliti.
Schweres Gerät und Fingerspitzengefühl
Ihm zur Seite standen die Abschnittsleiter Andreas Rogler, Mathias Spinner und Thomas Steinmann. Der Einsatzleiter informierte die Abschnittsleiter und teilte die Aufgaben ein.
Der Rüstungswagen mit den großen Hydraulikgeräten Schere und Spreizer fuhr neben den beschädigten Lkw. Das Tanklöschfahrzeug stand zur Sicherung im Brandfall bereit. Der Lkw musste gestützt und abgesichert werden. Dies war auch bei einem Sprinter und einem Wohnmobil der Fall. Dann wurde in allen Fahrzeugen geprüft, ob und wie viele Personen sich darin befinden. Beim Lkw wurde eine spezielle Leiter eingesetzt, um auf das Niveau der Fahrerkabine zu kommen.
Vielschichtige Herausforderungen
Wo Benzin ausgelaufen war, wurden Bindemittel gestreut. Auch Wehrleute mit Atemschutzmasken standen bereit. Dann konnten die Fahrer aus den Innenräumen mit Schere und Spreizer befreit werden. Ruhig und zielgerichtet wurde Hand in Hand gearbeitet.
Einsatzleitung beobachtet den gesamten Ablauf
Inzwischen waren durch die Drohnen weitere Verletzte, die aus den Fahrzeugen hinausgeschleudert worden waren, im näheren Umfeld aufgefunden worden. Nun bewegten sich einige Helfer mit einer Trage in deren Richtung, um die Verletzten zu bergen. Auf einem Bildschirm im Wagen der Einsatzleitung wurde jede Aktion beobachtet.

Rechts das Fahrerhaus eines beschädigten Fahrzeugs
Foto: Indri-WernerDrei Mitarbeiter der Abwasserbeseitigung waren involviert, weil der Verdacht bestand, es könnte Benzin in das Kanalsystem gelaufen sein.
Übung unter realistischen Bedingungen wichtig
Der Austausch mit den Einsatzkräften vor Ort fand ständig statt. Nicht einen Moment verloren die fünf Männer an den Monitoren die Übersicht über das Geschehen.
„Ganz wichtig sind für eine solche Übung die realistischen Bedingungen“, stellte Georg Leisinger, der selbst aktiver Feuerwehrmann war, fest. Es entstünden immer wieder neue Situationen, die schwer einzuschätzen seien. Auch biete solch eine Übung die Möglichkeit, neue Techniken auszuprobieren.
Unter den Zuschauern befand sich auch Oberbürgermeister Jörg Lutz. „Ein großes Kompliment an die Freiwillige Feuerwehr und das THW und an alle, die an dieser Abschlussübung beteiligt sind“, sagte der OB. Eine Übung wie diese würde dazu beitragen, für den Ernstfall gerüstet zu sein.
Um 20.30 Uhr war die Abschlussübung abgeschlossen. Doch damit nicht genug: Nun mussten alle Spuren des Einsatzes beseitigt werden, was noch eine Menge Arbeit für die Helfer bedeutete.