Festivalprogramm in Lörrach: Womit „Stimmen“ 2026 punkten will

Das Stimmen-Festival bietet in diesem Jahr wieder ein reichhaltiges Programm mit den Marktplatz-Konzerten als Zentrum. Aber auch abseits der ganz großen Bühne harren viele Künstler einer Entdeckung.
Kristoff MellerInsbesondere die Marktplatzkonzerte sollen das Herz der Stadt vom 24. bis 28. Juni in eine Open-Air-Bühne verwandeln und die Stadt Lörrach für einige Tage zum Treffpunkt für Musikfans aus der Region und darüber hinaus machen.
Vielfalt auf dem Marktplatz Lörrach
Auch für dieses Jahr sind namhafte Acts angekündigt: Mit Foreigner kommt eine der prägenden Bands der Rockgeschichte nach Lörrach, während Capital Bra die aktuelle deutsche Rap-Szene repräsentiert. Die Indie-Band Giant Rooks steht ebenso auf dem Programm wie die Pop-Künstlerin Leony. Zum Abschluss der Marktplatzkonzerte spielen die Donots & H-Blockx, heißt es in einer Mitteilung.
Auch abseits des Alten Marktplatzes setzt das Festival auf aktuelle musikalische Positionen: Mit „ok.danke.tschüss“ ist eine der derzeit spannendsten deutschsprachigen Indie-Pop-Bands im Burghof zu erleben.
Ein Schwerpunkt auf Klassik und Oper
Einen Schwerpunkt setzt das Stimmen-Festival 2026 im Bereich Klassik, Vokalmusik und Oper. In der Kirche im Quadrat, der Stadtkirche Lörrach und im Burghof entstehen Konzerterlebnisse, die musikalische Tradition mit neuen Erzählformen verbinden.
Mit dem Ensemble Latvian Voices ist zudem eines der interessantesten europäischen A-cappella-Ensembles zu Gast. In ihrem Programm „Timeless“ verbinden die Sänger baltische Volksmusik, geistliche Werke und moderne Arrangements zu einem Konzertabend zwischen kulturellen Wurzeln und Gegenwart. In einem Workshop geben die Musiker zudem Einblicke in traditionelle lettische Gesangstechniken und zeigen, wie Volkslieder als Grundlage für Vokalimprovisation und moderne Arrangements genutzt werden können.
Bei Opera re:told wird Mozarts „Zauberflöte“ neu in Szene gesetzt: Statt klassischer Operninszenierung stehen Erzählung, unmittelbare Dramaturgie und die kammermusikalische Kraft eines Bläserensembles im Mittelpunkt.
Ergänzt wird das Programm durch die Operngala „Lippen schweigen, ’s flüstern Geigen“ der Compagnia Nuova, die Arien aus Oper und Operette von Verdi, Puccini, Wagner, Johann Strauss und Lehár in einem kammermusikalischen Rahmen präsentiert.
Einen weiteren besonderen Akzent setzt das Konzertprojekt „pink mountain sagas“ von Buechi/Hellmüller/Jerjen feat. Adrian Würsch, Andreas Gabriel und Luciana Brusa. Ausgangspunkt des Programms sind Schweizer Sagen und Klangwelten, die zwischen Jazz, Songwriting, experimenteller Volksmusik und internationalen Einflüssen neu interpretiert werden.
Afrikanische Musik im Fokus
Darüber hinaus setzt das Festival 2026 verstärkt auf internationale kulturelle Verbindungen und globale Perspektiven. In Kooperation mit der Kunstmesse Africa Basel entstehen besondere Programmpunkte, die Musik, gesellschaftlichen Austausch und kulturellen Dialog miteinander verbinden.
Fester Bestandteil des Stimmen-Festivals ist zudem nicht nur der Tag des internationalen Amateurgesangs „Lörrach singt!“, sondern auch die Zusammenarbeit mit anderen Lörracher Kultureinrichtungen. Dazu zählen dieses Jahr die beiden Konzerte mit Luas und dem CuaTrio im Nellie Nashorn sowie die Kooperation mit dem Fachbereich Kultur der Stadt Lörrach.
Neue Programmschiene „Stimmen ohne Grenzen“
„Stimmen ohne Grenzen“ bietet neuerdings einen Rahmen für gesellschaftlichen Dialog und politischen Diskurs. Den Auftakt gestaltet der Philosoph und ehemalige Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin mit seinem Vortrag „Wie kommen wir aus der Demokratiekrise in Zeiten des Epochenbruchs?“. Im anschließenden Gespräch trifft er auf den Basler Soziologen Ueli Mäder, der die Debatte um Fragen sozialer Ungleichheit, Teilhabe und regionale Perspektiven im Dreiländereck erweitert. Moderiert wird der Abend von Lars Frick, Leiter des Fachbereichs Kultur & Tourismus, und Burghof-Intendant Timo Sadovnik.
Und: Beim Workshop „Sprechen & Zuhören“ können Jugendliche und junge Erwachsene aus Lörrach mit kommunalpolitischen Mandatsträger diskutieren.
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