Eidgenössisches Jodlerfest: Schweißtreibender Endspurt – Basel rüstet sich für das Fest der Superlative

Für das dreitägige Eidgenössische Jodlerfest verwandelt sich der Petersplatz in Basel in ein „Jodlerdorf“. Dort startet der Festbetrieb am Freitag um 12 Uhr.
Michael WerndorffEs herrschen gefühlte 40 Grad, und die Sonne brennt an diesem Mittwochnachmittag unbarmherzig herab. Während Groß und Klein lautstark im Stachelschützenbrunnen an der Ecke Spalengraben und Petersplatz planschen und sich eine Abkühlung gönnen, rinnt den jungen Soldaten der Schweiß in Strömen über das Gesicht. Die Männer in Flecktarnhosen und Armee-T-Shirts packen beim Aufbau des Hüttendorfs kräftig mit an: Bierzeltgarnituren werden aufgestellt, ein Gabelstapler sorgt für Nachschub – noch mehr Bänke und Tische, die vor den Holzchalets abgestellt werden.
200.000 Besucher erwartet
Zum Eidgenössischen Jodlerfest in Basel, das ab Freitag nach mehr als 100 Jahren wieder in Basel stattfindet, werden Tausende Jodler, Alphornbläser, Fahnenschwinger sowie Trachtenträger erwartet. Und: 200.000 Besucher, wie die Organisatoren dieser Tage bekannt gaben.
Der Aufbau des Jodlerdorfs läuft auf Hochtouren. Während die Uniformierten mit dem Aufbau der Sitzgelegenheiten beschäftigt sind, kümmern sich Techniker um die Installation der Ton- und Lichtanlagen. Am Entstehen ist auch eine Bühne im Zentrum des Hüttendorfs, auf der umfangreiches Programm geboten werden soll.
Anlass der Superlative
Die Stadt am Rheinknie erwarte einen Anlass der Superlative, machte Erik Julliard, Leiter der Geschäftsstelle, dieser Tage deutlich. Neben dem Jodlerdorf entsteht noch eine Jodlermeile mit Beizen und Ständen am angrenzenden Petersgraben sowie der Jodlerberg in den vielen Altstadtgassen. „Schau mal, die vielen Hütten. Wie in den Bergen“, kommentiert eine Passantin den Aufbau. Der Begleiter nickt beeindruckt. Die Organisatoren scheinen weder Kosten noch Mühe zu scheuen, den Petersplatz in ein uriges Hüttendorf mit Beizen und Verpflegungsständen zu verwandeln. Und: Drei Bühnen werden in der Stadt eingerichtet. Eine davon auf dem Marktplatz. Dort gibt es rund 800 Sitzplätze. Zudem öffnen drei Keller von Fasnachtscliquen ihre Türen. Insgesamt beträgt das Budget für das Jodlerfest viereinhalb Millionen Franken. Erwartet wird laut Veranstalter eine Wertschöpfung von rund 27 Millionen Franken.

OK-Präsident Carlo Conti
Foto: Michael WerndorffFigurentafeln werben
Vielerorts weisen bedruckte Figurentafeln mit zwei Gesichtsaussparungen auf das Jodlerfest hin – unter anderem auf der Pfalz am Münster. „How lovely“, meint eine Touristin aus London, die sich von ihrer Bekannten ablichten lässt. „Schau, jetzt bin ich eine authentische Schweizerin“, sagt sie schmunzelnd. Sie hätten mitbekommen, dass am Wochenende das Eidgenössische Jodlerfest über die Bühne geht, das wolle man sich nicht entgehen lassen.
Auftakt am Freitag
Auftakt ist am Freitagmittag, 12 Uhr. Die Eröffnungsfeier findet um 14 Uhr auf dem Petersplatz statt. Unter dem Motto „Stadt und Land mitenand“ sollen Menschen von den verschiedensten Orten der Schweiz gemeinsam feiern, sagte OK-Präsident Carlo Conti. „Mir persönlich ist es ein großes Anliegen, dass die städtische und die ländliche Bevölkerung in der Schweiz gemeinsam ein Fest feiert und sich so gegenseitig Respekt für die unterschiedlichen Formen des Lebens in der Schweiz zollt.“ Der Stadt-Land-Graben werde nämlich immer tiefer. Es fehle an Verständnis und Toleranz für die jeweiligen Lebensentwürfe, monierte Conti während der Programmvorstellung. Mit der Eröffnung steht auch alles im Zeichen der Bewertungsvorträge in den Kategorien Alphorn, Fahnenschwingen und Jodelgesang. Auch am Samstag zeigen die Teilnehmer im Rennen um gute Noten ihr Können.
Basel verfüge über grandiose Vortragslokale, stellte OK-Vizepräsident Thomas von Arx fest. „Das hatten wir so noch nicht“, freute er sich. Gejodelt wird in Kirchen und Konzertsälen der Basler Innenstadt, die Alphornvorträge werden auf Schulhöfen zu hören sein, und die Fahnenschwinger treten in der Turnhalle des Schulhauses Leonhard auf.
Offizieller Festakt
Der offizielle Festakt wird am Sonntagmorgen um 10 Uhr auf dem Basler Marktplatz stattfinden. Ein weiterer Höhepunkt: Der große Festumzug am Nachmittag bildet den Abschluss. Mehr als 2500 Mitwirkende werden in ihren Trachten volkstümliches Brauchtum präsentieren, begleitet von Musikformationen und mehr als 50 Tieren. Der Umzug führt durch die Innenstadt über die Mittlere Brücke bis zum Messeplatz.
Weitere Infos unter www.jodlerfestbasel.ch
