Ehemaliger Politiker vor Gericht
: Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft

Ein ehemaliger SVP-Großrat soll mehrere Frauen und eine Minderjährige unter Drogen gesetzt und sexuell missbraucht haben.
Von
sda
Aarau
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Der Beschuldigte sitzt seit 2023 in Haft.

Der Beschuldigte sitzt seit 2023 in Haft.

Michael Werndorff
  • Staatsanwaltschaft Aargau fordert lebenslange Haft für Ex-SVP-Großrat Patrick Frei.
  • Vorwurf: Drogen verabreicht und mehrere Frauen sowie eine Minderjährige missbraucht.
  • Lange Anklageliste – u. a. versuchter Mord, qualifizierte Vergewaltigung, Schändung.
  • Beweise: viele Fotos und Videos; Auswertung gilt als zentrale Grundlage.
  • Festnahme nach Vorfall in einer Nacht im September 2023 – Unschuldsvermutung gilt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Aargauer Staatsanwaltschaft hat eine lebenslange Freiheitsstrafe für den ehemaligen SVP-Großrat Patrick Frei gefordert. Er soll mehrere Frauen und eine Minderjährige unter Drogen gesetzt und sexuell missbraucht haben. Der 57-Jährige sitzt seit 2023 in Haft.

Die Liste der Anklagepunkte, die die Staatsanwaltschaft dem ehemaligen Politiker vorwirft, ist lang, wie aus der am Montag veröffentlichten Medienmitteilung hervorging: mehrfacher versuchter Mord, mehrfache qualifizierte Vergewaltigung, mehrfache qualifizierte sexuelle Nötigung, Schändung, mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern – um nur einige Punkte zu nennen.

Die Staatsanwaltschaft Aargau bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, dass es sich beim Beschuldigten um den ehemaligen SVP-Großrat handelt. Und bestätigte damit eine aktuelle Recherche des Tages-Anzeigers. Die Staatsanwaltschaft beantragt laut Mitteilung auch eine ambulante, vollzugsbegleitende Behandlung. Die Anklage ist beim Bezirksgericht Baden verortet.

Ko-Tropfen verabreicht

Der Aargauer soll den Opfern über längere Zeit heimlich K.-o.-Tropfen verabreicht haben, damit sie nicht mehr in der Lage gewesen seien, sich zu wehren, hieß es in der Medienmitteilung weiter. Das soll er ausgenutzt haben, um sexuelle Handlungen an den Opfern vorzunehmen, die diese nicht wahrgenommen hätten.

Die Opfer hätten sich gemäß Einschätzung der Staatsanwaltschaft durch die K.-o.-Tropfen wiederholt in einem lebensbedrohlichen Zustand befunden, der zu einem Erstickungstod hätte führen können. Daher auch die Anklage wegen mehrfachen versuchten Mordes. Zudem soll er die Taten aufgezeichnet haben.

Beweismaterial sichergestellt

Die Auswertung dieser Aufnahmen sei eine zentrale Grundlage der Anklage, schrieb die Staatsanwaltschaft. Sie habe Beweismaterial sichergestellt, darunter viele Fotos und Videos. Die Untersuchung sei deswegen wiederholt ausgeweitet und die Untersuchungshaft verlängert worden.

Auslöser der Ermittlungen war ein Vorfall in einer Nacht im September 2023: Die Mutter der Minderjährigen habe Frei während einer mutmaßlichen Tat überrascht und die Polizei alarmiert. Diese habe ihn kurze Zeit später an seinem Wohnort festgenommen.

Daraufhin teilte die SVP mit, dass Frei aus dem Großen Rat zurücktrete, weil gegen in eine Strafuntersuchung laufe. Damals waren die Anklagepunkte noch nicht bekannt. Der 57-Jährige gehörte dem Großen Rat seit August 2021 an und war auch Mitglied der Justizkommission. Als Beruf gab er Wirtschaftsinformatiker an. Bis zu einem rechtskräftigen Entscheid gilt die Unschuldsvermutung.