E-Mobilität in Malsburg-Marzell: Kein Geld für Lademöglichkeiten

Als einen der denkbaren Standorte für eine E-Ladestation schlug die Energieagentur die Fläche gegenüber des Rathausparkplatzes in Malsburg oberhalb der Bushaltestelle „Kranz“ vor.
Silke HartensteinDie Gemeinde könne eine finanzielle Beteiligung nicht stemmen, stellte Bürgermeister Mario Singer zu Beginn der ergebnisoffenen Beratung fest: „Unsere Kassen sind leer.“
Veronika Winter und Jana Stahl von der Energieagentur Südwest stellten die Schritte zur Verwirklichung öffentlicher E-Ladestationen vor. Als potenzielle Flächen hierfür schlugen sie in Marzell den Parkplatz neben dem Vereinsheim des Musikvereins „Edelweiß“ vor, in Malsburg die Fläche gegenüber des Rathausparkplatzes oberhalb der Bushaltestelle „Kranz“, des Weiteren den Wanderparkplatz Lipple und den Parkplatz Hochblauen.
Kein Vorteil für Gemeinde
Zum Hochblauen-Standort sagte André Hintenaus, wenn, dann sollten die Inhaber des Hochblauenhotels sich finanziell daran beteiligen und nicht die Gemeinde. Singer schlug den Frauen von der Energieagentur vor, darüber mit den Betreibern des Hochblauenhotels zu sprechen. Hans-Peter Oßwald sah eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde an E-Ladestationen nicht ein – schließlich sei es auch keine kommunale Aufgabe, für eine normale Tankstelle im Ort zu sorgen.
E-Autobesitzer in Malsburg-Marzell hätten daheim ihre eigene Ladestation, für Touristen sei das Laden im Ort weniger interessant. Zudem passten der Widerstand gegen Windräder und die Beteiligung an E-Ladestationen nicht so recht zusammen, meinte er. Oßwald schloss mit: „Es darf uns nichts kosten, denn wir als Gemeinde beziehen daraus keinen Vorteil.“
Mögliche Flächen eintragen
Dem schloss sich Dierk Kilchling an. Marc Schwarz fragte nach der Möglichkeit von Pachteinnahmen für die Gemeinde. Dazu sagte Winter, das würde es für einen Investor unwirtschaftlicher machen, zumal hier das Betreiben von E-Ladestationen ohnehin wenig wirtschaftlich sei. Frank Kreiter sah keinen Grund für die Gemeinde, selbst die Initiative zu ergreifen: „Wenn ein Investor Interesse hat, soll er sich melden.“
Stahl schlug vor, erst mal potenzielle Flächen im Flächentool im Internet unter https://flaechentool.de/ einzustellen und online den zugehörigen Steckbrief auszufüllen – das benötige nicht viel Zeit. Danach könne man immer noch verhandeln und entscheiden, hieß es.
Laut Sitzungsvorlage gehört zu den Verhandlungen auch die Kostenaufteilung, etwa für Flächennutzung oder Netzanschluss zwischen Gemeinde und Betreiber. Fördermöglichkeiten seien denkbar etwa über den Stromnetzbetreiber Naturenergie, den Stromnetzbetreiber EWS – Köhlgartenwiese, das Netzwerk für Mobilität Nemo und über Simply Charge Ladestationen.
Förderung möglich
Bis Jahresende kann zudem ein Förderantrag an Charge@BW bei der L-Bank gestellt werden. Ab einer Mindestgrenze von 5500 Euro können bis zu 40 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben gefördert werden. Durch diese Förderung will das Land Baden-Württemberg den Anteil an Lademöglichkeiten mit erneuerbaren Energien erhöhen, somit die Nutzung von E-Fahrzeugen voranbringen und Emissionen einsparen. Im besten Fall ist die Errichtung für die Gemeinde hierdurch kostenfrei.
Die finale Umsetzung erfolgt in aller Regel durch den Ladeinfrastrukturanbieter. Dazu gehören das Stellen der Netzanträge beim Netzbetreiber und der Förderanträge bei der L-Bank sowie die Beauftragung von Bau- und Elektrounternehmen zur Installation der Ladesäulen.