Durchwachsene Aussichten
: Industrie schöpft Hoffnung, Handel bleibt skeptisch

Geopolitische Krisen, hoher Kostendruck und eine verhaltene Verbraucherstimmung prägen den Alltag der Unternehmen in den Landkreisen Konstanz, Lörrach und Waldshut.
Von
red/pm
Kreis Lörrach
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Ein positives Signal in der Industrie sind die Auftragseingänge, erklärt die IHK Hochrhein-Bodensee.

Alcangel/Pixabay
  • Unternehmen in Konstanz, Lörrach und Waldshut spüren Krisen, Kosten und schwache Nachfrage.
  • Konjunkturklima steigt seit dem Frühjahr auf knapp 100, bleibt unter dem Landesniveau.
  • Industrie hofft auf Auslandsmärkte – Handel und Dienste blicken im Inland skeptisch.
  • Aufträge in der Industrie legen zu, Auslastung mit 81 Prozent weiter unter dem Mittel.
  • Größte Risiken sind Energiepreise, geopolitische Spannungen und steigende Arbeitskosten.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Seit dem Frühjahr entwickelten sich die Geschäftslage und die Geschäftserwartungen nur verhalten positiv. So ist der Index für das Konjunkturklima von 95 Punkten auf knapp 100 Punkte angestiegen und liegt damit knapp unter dem Landesniveau von 106 Punkten. Die Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee berechnet den Index für die Region aus einem Lage- und einem Erwartungsindikator auf Grundlage einer Konjunkturumfrage.

„Aktuell fehlt das Vertrauen in eine nachhaltig positive Entwicklung der Absatzmärkte“, sagt Alexander Graf, der als Geschäftsführer Standortentwicklung bei der IHK Hochrhein-Bodensee die Konjunkturumfrage auswertet. „Die Hoffnung der Industrie für die kommenden Monate ruht auf besseren Entwicklungen der Auslandsmärkte; Handel und Dienstleistungsbetriebe bleiben dagegen skeptisch, insbesondere mit Blick auf das Inland.“

Die Industrie in der Region Hochrhein-Bodensee schätzt ihre Geschäftslage ähnlich wie im Vorjahr ein. Rund ein Viertel der Unternehmen im produzierenden Gewerbe, die sich an der Konjunkturumfrage beteiligten, bezeichnet die Geschäftslage als gut; etwas mehr als die Hälfte spricht von einer befriedigenden Lage. Der Auslastungsgrad liegt mit 81 Prozent weiter deutlich unter dem langjährigen Mittel von 85 Prozent.

„Ein positives Signal in der Industrie sind die Auftragseingänge“, so Alexander Graf. Denn 26 Prozent der befragten Produktionsbetriebe verzeichnen eine Steigerung, während nur noch 17 Prozent (Vorjahr: 39 Prozent) von Rückgängen berichten. Auch die Prognosen hellen sich auf: 26 Prozent gehen von besseren Geschäften in den nächsten Monaten aus, während nur noch zehn statt 23 Prozent mit einer Verschlechterung rechnen. Das hängt insbesondere mit den Exporterwartungen zusammen: Rechnete im Frühjahr noch ein Viertel der befragten Produktionsbetriebe mit fallenden Exporten, so hat sich diese Zahl im Herbst halbiert. Aktuell geht ein Drittel der befragten Produktionsunternehmen von steigenden Exportzahlen aus.

Handel: kein Aufschwung im Konsum

Der regionale Handel bewertet seine Geschäftslage etwas besser als im Frühjahr, wobei weiter deutlich mehr Händler von schlechten als von guten Geschäften sprechen. So beurteilen nur knapp zehn Prozent der Befragten ihre Lage aktuell als gut, der überwiegende Teil – 71 Prozent – berichtet von einer befriedigenden Lage. Wenig optimistisch zeigen sich die Händler in der Region Hochrhein-Bodensee beim Konsumverhalten. Knapp 80 Prozent sehen aktuell Zurückhaltung statt einem saisonüblichen Verhalten.

Dienstleistungen: stabiler Sektor

Die Lage der Unternehmen im Dienstleistungsbereich zeigt sich seit dem Frühjahr stabil und im Vergleich zu Handel und Industrie weitaus positiver. Von einer guten Lage berichten in der  Umfrage 38 Prozent, von einer schlechten Lage 14 Prozent. Damit beurteilt knapp die Hälfte der Dienstleister in der Region Hochrhein-Bodensee die aktuellen Geschäftstätigkeiten als befriedigend. Allerdings ist der Anteil der Unternehmen in der Dienstleistungsbranche, die von guten Erträgen sprechen, von 37 Prozent im Frühjahr auf derzeit 32 Prozent zurückgegangen.

Risiken: Energiepreise, Spannungen und Arbeitskosten

Als Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung sehen die Unternehmen aktuell am häufigsten Energiepreise, geopolitische Spannungen sowie Arbeitskosten. Auch wenn das Thema Finanzierung weiterhin seltener angegeben wird, wurde es im Vergleich zum Frühjahr deutlich häufiger genannt: Von sechs auf 16 Prozent hat sich dieser Wert binnen Monaten fast verdreifacht. Im industriellen Bereich bleiben die Sorgen um die Rohstoffpreise weiter hoch, im Handel sehen deutlich mehr Betriebe sorgenvoll auf die Inlandsnachfrage.

Insgesamt bleibt ein Viertel aller befragten Unternehmen in der Region für die nahe Zukunft pessimistisch. Mit knapp 60 Prozent erwartet die Mehrheit der Unternehmen, die an der aktuellen Konjunkturumfrage teilnahmen, keine nennenswerten Impulse. Am positivsten entwickelten sich die Erwartungen seit dem Frühjahr im produzierenden Gewerbe im Zusammenhang der Exportaussichten.