Dreiländermuseum Lörrach
: Hommage von Jürgen Brodwolf an Johann Peter Hebel

Im Gedenkjahr zum 200. Todestag Johann Peter Hebels hat der renommierte Künstler Jürgen Brodwolf dem Dreiländermuseum Lörrach die Installation „Vergänglichkeit“, angeregt vom gleichnamigen Hebel-Gedicht, als Geschenk übergeben.
Von
red/pm
Lörrach
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Erika und Jürgen Brodwolf bei der Übergabe der sechs Glasbücher zur „Vergänglichkeit“ an Museumsleiter Jan Merk (rechts). Die Glasbücher sind als Hommage an den Theologen und Heimatdichter Johann Peter Hebel entstanden.

Erika und Jürgen Brodwolf bei der Übergabe der sechs Glasbücher zur „Vergänglichkeit“ an Museumsleiter Jan Merk (rechts). Die Glasbücher sind als Hommage an den Theologen und Heimatdichter Johann Peter Hebel entstanden.

Michael Sesiani
  • Dreiländermuseum Lörrach erhält Brodwolfs Installation „Vergänglichkeit“ als Geschenk.
  • Sechs Glasbücher mit Schriftblättern und Aschefiguren stehen als Kunstintervention in der Dauerausstellung.
  • Brodwolf: Funde im Pfarrhaus Vogelbach inspirierten Sinnbilder zur Vergänglichkeit.
  • Museumsleiter Merk betont Hebels facettenreiches, humanes Werk – Neugestaltung für 2027 geplant.
  • Gedicht „Die Vergänglichkeit“ ist vor Ort im Original zu lesen, thematische Lesungen folgen bis Jahresende.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Sechs Glasbücher mit historischen Schriftblättern und Aschefiguren werden nun zunächst als „Kunstintervention“ mitten in der Dauerausstellung gezeigt.

Professor Jürgen Brodwolf ist einer der bedeutenden und markanten Vertreter der zeitgenössischen Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg, heißt es in der Mitteilung des Dreiländermuseums. In der Schweiz geboren, lebt und lehrt er seit Jahrzehnten im Markgräflerland und in Deutschland. International bekannt wurde der Objektkünstler und Bildhauer mit der „Tubenfigur“, die er mit unterschiedlichen Materialien bis heute weiterentwickelt. Er gestaltet Skulpturen und Bildwelten mit Mitteln der Malerei und Collage.

„Im alten Pfarrhaus von Vogelbach bin ich auf handgeschriebene Rechnungen aus Hebels Lebensjahren gestoßen – sie habe ich mit Figuren, die aus Asche geformt sind, zu Sinnbildern für Vergänglichkeit zusammengestellt“, formuliert der Künstler selbst. „Dieses hochkarätige, eindrucksvolle Kunstwerk passt sehr gut zu unserer Absicht, bei der Neugestaltung nicht nur den idyllischen Heimatdichter, sondern den lebensklugen, illusionslosen, manchmal auch sarkastischen, zutiefst humanen Dichter Johann Peter Hebel zu zeigen“, ist Museumsleiter Jan Merk begeistert.

Hebel-Ausstellung soll 2027 neu gestaltet werden

Hebel, der von 1760 bis 1826 lebte, habe es als einer der ganz wenigen Dichter geschafft, immer wieder neu sowohl die Menschen vor Ort mit seinen alemannischen Gedichten anzusprechen als auch große Geister von Goethe über Jean Paul, Kafka, Brecht bis Canetti zu erreichen. Bis heute – so ist Merk überzeugt – hat er uns viel zu sagen.

Die Dichterstatue im Hebelpark

Die Dichterstatue im Hebelpark

Kristoff Meller

Die Schenkung erfolgt zugleich im Vorgriff auf die für 2027 geplante Neugestaltung der Hebel-Ausstellung im Dreiländermuseum, die vom Deutschen Literaturarchiv Marbach gefördert wird. In seinem Gedicht „Die Vergänglichkeit“ beschreibt Johann Peter Hebel eindringlich, wie ein Junge beim Anblick der Röttler Burgruine mit seinem Vater über das Vergehen alles Irdischen nachdenkt – bis hin zur apokalyptischen Vorstellung, die ganze Welt brenne eines Tages, die Wiese und alle Flüsse hätten kein Wasser mehr und in der Totenstille stünden die Schwarzwaldberge verkohlt gegen den Himmel.

Thematische Lesungen im Dreiländermuseum

Ab sofort ist „Die Vergänglichkeit“ von Jürgen Brodwolf im Dreiländermuseum zu sehen – und Hebels Gedicht im Original nachzulesen. In Kooperation mit dem Hebelbund Lörrach und der Hebelstiftung Basel wird es zudem bis Jahresende thematische Lesungen zu Hebels Werk geben.