Dreiländermuseum Lörrach: Erinnern an den Nationalsozialismus

Auch die Stolpersteine in Lörrach stehen für die Erinnerungskultur und die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit. (Archivfoto)
Kristoff Meller- Podium im Dreiländermuseum Lörrach: Erinnerung an Täter des Nationalsozialismus im Fokus.
- Termin am Montag, 19. Oktober, Basler Straße 143. Der Eintritt ist frei.
- Experten aus Forschung, Gedenkstättenarbeit und Journalismus diskutieren Anforderungen heute.
- Lörrachs Erinnerungsarbeit: Ausstellungen, Täterbiografien, Straßenumbenennungen, Stolperschwellen.
- Impuls von Jan Merk, anschließend Gespräch mit Bothe, Gryglewski, Hillenbrand und Wolrab. Moderator: Lars Frick.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wie erinnern wir an die Täter des Nationalsozialismus in der Nachbarschaft? Um diese Frage geht es in einer Podiumsdiskussion im Dreiländermuseum Lörrach.
Dabei beschäftigen sich am Montag, 19. Oktober, im Dreiländermuseum, Basler Straße 143, bundesweit ausgewiesene Experten aus Forschung, Gedenkstättenarbeit und Journalismus. Der Eintritt ist frei.
Die Podiumsdiskussion greift eine Debatte auf, die derzeit vielerorts geführt wird: Während die Erinnerung an die Betroffenen des Nationalsozialismus heute an den meisten Orten Deutschlands selbstverständlich ist, stellt die Auseinandersetzung mit den Tätern und Täterinnen aus der eigenen Gemeinde Kommunen bis heute vor besondere Herausforderungen. Wie erinnern wir an die Menschen, die die Verbrechen des Nationalsozialismus ermöglicht, unterstützt oder schweigend hingenommen haben? Wie gelingt eine Erinnerungskultur, die sich nicht nur den „Opfern“ widmet, sondern auch die Täter und Täterinnen sowie das gesellschaftliche Umfeld in den Blick nimmt?
Welche Verantwortung trugen Vertreter und Vertreterinnen der Verwaltungen, der Medizin, der Justiz und der Polizei, oder auch Nachbarn und Nachbarinnen? Und wie kann diese Geschichte heute sichtbar gemacht werden, ohne zu vereinfachen oder zu moralisieren?
Erinnerungsarbeit in Lörrach
Lörrach bietet hierfür einen besonderen Rahmen. Die Stadt setzt sich seit vielen Jahren intensiv mit ihrer NS-Geschichte auseinander. Ausstellungen und Publikationen des Dreiländermuseums, die kritische Auseinandersetzung mit lokalen Täterbiografien, Straßenumbenennungen sowie Stolperschwellen an den historischen Tatorten des Kreiskrankenhauses und des Amtsgerichts stehen beispielhaft für eine Erinnerungskultur, die historische Verantwortung sichtbar macht und gesellschaftliche Diskussion ermöglicht.
Wer zu Wort kommt
Nach einem kurzen Impulsvortrag von Jan Merk, Leiter des Dreiländermuseums, zur Geschichte der Erinnerungsarbeit in Lörrach seit 15 Jahren werden auf dem Podium vier Experten und Expertinnen aus Forschung, Gedenkstättenarbeit und Journalismus ins Gespräch kommen. Es sprechen Dr. Alina Bothe (Leiterin des Forschungsprojekts „#lastseen, Bilder der NS-Deportationen“ an der Freien Universität Berlin), Dr. Elke Gryglewski (Geschäftsführerin der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten), Klaus Hillenbrand (taz-Journalist), und Julia Wolrab (wissenschaftliche Leiterin des Dokumentationszentrums Nationalsozialismus Freiburg). Das Gespräch wird von Lars Frick, Leiter des Fachbereichs Kultur und Tourismus der Stadt Lörrach, moderiert.
Das Podium möchte nicht über Schuldzuweisungen sprechen, sondern darüber, welche Anforderungen eine zeitgemäße kommunale Erinnerungskultur heute erfüllen muss und welche Rolle historische Aufarbeitung für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt spielt.
Die Veranstaltung findet im Rahmen des 86. Jahrestages der Deportation der Lörracher Jüdinnen und Juden am 22. Oktober 1940 statt. Die Podiumsdiskussion wird vom Fachbereich Kultur und Tourismus in Kooperation mit dem Dreiländermuseum und der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg veranstaltet.
