Der Forst der Zukunft
: Lörracher Stadtwald nachhaltig bewirtschaften

Der Lörracher Stadtwald wird im Jahr 2026 auf Grundlage einer Kompromissformel bewirtschaftet. Trotz des einstimmigen Beschlusses gehen Sichtweisen auseinander.
Von
Willi Adam
Lörrach
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Mit der vorgesehenen Erntemenge von 7100 Festmetern liege der Einschlag unter dem Mittel der zehnjährigen Planung und auch unter der Menge, die nachwächst und von der Forstverwaltung deshalb als nachhaltig angesehen wird, so die Stadt.

Kristoff Meller

Lörrach wird 2026 mit dem Stadtwald voraussichtlich einen Verlust von rund 200 000 Euro einfahren. Ein Grund dafür ist der moderate Holzeinschlag, bei dem sich der Gemeinderat mit der Forstverwaltung auf einen Kompromiss geeinigt hat.

Demnach wird weniger Holz geerntet, als es die Stadtverwaltung und die beratende Forstverwaltung gewünscht hätten, aber deutlich mehr als im Jahr 2025. Mit der nun vorgesehenen Erntemenge von 7100 Festmetern liege der Einschlag unter dem Mittel der zehnjährigen Planung und auch unter der Menge, die nachwächst und von der Forstverwaltung deshalb als nachhaltig angesehen wird.

Ein Beitrag zur Klimaresistenz

Die Forstverwaltung sieht in der Ausdünnung der Wälder gleichzeitig einen Beitrag zur Klimaresistenz, weil stehen gelassene Bäume sich auf diese Weise besser entwickeln könnten. Außerdem sieht der Forstplan für 2026 die Pflanzung von 13 000 Setzlingen vor, vor allem Eichen.

Der Gemeinderat stimmte dem Plan einstimmig zu, wobei bei den Grünen im Ja eine spürbare Distanz mitschwang, während auf der anderen Seite die SPD mehr Vertrauen und weniger „ideologische Sichtweise“ forderte. Für die Grünen, die sich bei der Vorberatung noch enthalten hatten, bescheinigte deren Fraktionsvorsitzender Fritz Böhler nach den „unverhältnismäßigen Einschlägen“ der vergangenen Jahre den Forstverantwortlichen eine „selbstkritische Reflexion“ und ein „grundsätzliches Umdenken“. Die Kritik am Vorgehen der Förster im Stadtwald habe eine Abkehr von der Fokussierung auf betriebswirtschaftliche Faktoren und mehr ökologische Sichtweisen bewirkt. Gleichwohl bleiben die Grünen skeptisch, denn sie sehen in der Region gar nicht den Bedarf an den vorgesehenen Holzmengen.

Beispiel Homburg-Wald soll sich nicht wiederholen

Für die CDU sagte Bernhard Sütterlin, seine Fraktion unterstütze die Planungen und gehe davon aus, dass „so etwas wie im Homburg-Wald nicht mehr passiert“. Günter Schlecht verurteilte im Namen der SPD-Fraktion die seiner Meinung nach überzogene Kritik an den Förstern als „ideologisch“. Man solle den gesamten Stadtwald mit seinen 1150 Hektar Fläche bewerten, nicht allein die Bereiche, wo Holz geschlagen wird. Bei 40 Prozent des Stadtwaldes stünden ökologische Gesichtspunkte im Vordergrund. Daran könne man leicht erkennen, dass keineswegs nur wirtschaftliche Gesichtspunkte eine Rolle spielten. „Im Stadtwald geht es mit rechten Dingen zu, es wird gute Arbeit geleistet“, sagte Schlecht. Matthias Lindemer von den Freien Wählern sagte, es sei „Unsinn zu sagen, ein niedrigerer Hiebsatz ist ökologischer“. Auch Mathias Koesler (FDP) sprach von einer „wertvollen Arbeit“ im Lörracher Stadtwald.