Blinder Passagier
: Nur ein Japankäfer im Kreis Lörrach entdeckt

Grünabfälle dürfen wieder bis 31. Mai aus den Befalls- und Puffer-zonen herausgebracht werden.
Von
red/pm
Kreis Lörrach
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Im Herbst endet die Flugzeit des Japankäfers, der vorwiegend zwischen Juni und August unterwegs ist.

Im Herbst endet die Flugzeit des Japankäfers, der vorwiegend zwischen Juni und August unterwegs ist.

Uli Deck/dpa
  • Japankäfer: Im Landkreis Lörrach wurde nur ein „Blinder Passagier“ an der Autobahn gefunden.
  • Eine Population ist dort nicht nachgewiesen, doch Entwarnung ist es noch nicht.
  • Grünabfälle dürfen vom 1. Oktober bis 31. Mai aus Befalls- und Pufferzonen raus.
  • Erdmaterial bis 30 cm bleibt ganzjährig in den Zonen – Ausnahmen nur per Genehmigung.
  • Monitoring geht nächstes Jahr weiter; Käfer und Larven schädigen viele Pflanzen und Rasen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Dieses Jahr wurden in beiden Basel sowie in Freiburg Exemplare des Japankäfers gefunden. Im Landkreis Lörrach wurde lediglich ein Exemplar direkt an der Autobahn in einer Lockstoff-Falle entdeckt und als sogenannter „Hitchhiker“ oder „Blinder Passagier“ eingestuft.

Eine Population der invasiven Art konnte im Landkreis Lörrach nicht nachgewiesen werden. Im Herbst endet die Flugzeit des Japankäfers, der vorwiegend zwischen Juni und August unterwegs ist. Für eine generelle Entwarnung im Landkreis ist es dennoch zu früh. Denn Eier und Larven (Engerlinge) des Japankäfers können je nach Temperatur und Witterungsverhältnissen bis zu zwei Jahre im Erdboden überwintern.

Aus diesem Grund gelten die Maßnahmen zur Bekämpfung des Käfers mindestens drei Jahre seit dem letzten Käfernachweis. Bis zum erneuten Beginn der Flugzeit können nun wieder vom 1. Oktober bis 31. Mai Grünabfälle wie gewohnt aus den Befalls- und Pufferzonen herausgebracht werden. Auf den Grünabfall-Annahmeplätzen in Weil-Haltingen, Lörrach-Salzert und Inzlingen gelten ab 1. Oktober die alten Annahmezeiten und üblichen Annahmemengen. Die eigens eingerichteten Häckselplätze in Grenzach-Wyhlen (Degussaweg und Im Rippel) schließen ab 1. Oktober und werden zum kommenden Juni erneut eröffnet.

Wegen möglicher Eier und Engerlinge im Boden ist es ganzjährig verboten, Erdmaterial vom Oberboden bis 30 cm Tiefe aus den definierten Befalls- und Pufferzonen herauszutransportieren. Ausnahmegenehmigungen können vom Fachbereich Landwirtschaft & Naturschutz beim Landratsamt Lörrach unter bestimmten Voraussetzungen erteilt werden.

Monitoring soll im nächsten Sommer fortgesetzt werden

Das Monitoring des Käfers wird im nächsten Sommer im Landkreis Lörrach fortgesetzt, wie das Landratsamt am Montag mitteilte. Der Käfer hat Ähnlichkeit mit seinen heimischen Verwandten, den Mai-, Juni- und Gartenlaubkäfern, ist aber mit nur 7 bis 11 mm Länge deutlich kleiner als diese. Die erwachsenen Käfer fressen an Blättern, Blüten und Früchten von über 300 verschiedenen Pflanzenarten, darunter Zier-, Obst- und Kulturpflanzen. An den Pflanzen bleiben oft nur die Gerippe der Blätter zurück. Betroffen sind unter anderem Beeren, Obstbäume, Weinreben und Mais, aber auch Rosen und Bäume wie Ahorn, Buche oder Eiche. Durch den Fraß werden die Pflanzen stark geschwächt oder sterben ab. Die Larven des Japankäfers schädigen vor allem Wiesen und Rasenflächen durch Wurzelfraß, wie es weiter heißt.