Baugebiet in Grenzach-Wyhlen: Ein „Einfallstor“ für Kapellenbach Ost

Während im Osten der Neubaugebiets immer mehr Gebäude ihr Richtfest feiern, vergab der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung weitere Grundstücke an verschiedene Bieterfirmen.
Rolf RombachDie nächsten drei Grundstücke des Neubaugebiets Kapellenbach Ost gingen in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats in die Vergabe. Vier Anbieter gaben Bewerbungen ab. Anfang Juli entschied ein Bewertungsgremium über die Vorschläge. Von neun möglichen Kombinationen wurden zwei Siegervarianten durch Projektleiterin Ulrike Mannsdörfer (LBBW Kommunalentwicklung) vorgestellt.
Mehrere Grundstücke
Bei den Kaufgegenständen ging es um Grundstücke für zwei Mehrfamilienhäuser sowie zwei Reihenhäuser. 600 Euro für den Quadratmeter Bauland Reihenhaus beziehungsweise 650 Euro bei den Mehrfamilienhaus-Grundstücken wurden als Mindestpreis festgelegt. Neben dem finalen Gebot gehörten auch die freiwillige Sozialbauverpflichtung, Nachhaltigkeit und der Gesamteindruck zu den Kriterien. „Für mich persönlich ist das Signal der Gemeinde an die Architektur entscheidend. Beide Konzepte haben für mich zu wenig das Thema Nachhaltigkeit wie ein Regenwasserkonzept im Blick“, bedauerte Bauamtsleiter Alexander Ilg. Siegervariante 1 hat Charme mit 50 000 Euro Mehrerlös durch den Verkaufspreis. Beide Mehrfamilienhäuser gingen an den Anbieter Trenova, der bereits gegenüber von Kaufgegenstand zwei ein Gebäude baut, womit hier eine Art „Einfallstor“ entsteht.
Variante zwei hätte ein schlichtes Mehrfamilienhaus durch Anbieter Ten Brinke berücksichtigt, der eine 100-prozentige Sozialraumquote ins Angebot mit aufnahm. Kaufgegenstand zwei wäre an Trenova gegangen, ebenfalls mit Sozialraumquote, bei der 40 Jahre lang die Miete 40 Prozent unter der ortsüblichen Durchschnittsmiete läge. Allerdings hätte die Gemeinde hier einen Mindererlös von mindestens 140 000 Euro zu verbuchen, wenngleich dafür günstiger Wohnraum entstünde. Für die Reihenhäuser erhält in beiden Varianten die Firma Weisenburger den Zuschlag.
Was die Räte sagen
Alexander Drechsle (Freie Wähler) lobte die Optik des Anbieters Trenova, sprach sich aber dennoch für Variante zwei aus, da dort zwei Anbieter eine 100-prozentige Sozialraumquote anbieten. Annette Grether (Grüne) bescheinigte dem Entscheidungsgremium, sich viele Gedanken zur Konstellation der Gebäude gemacht zu haben. Um aber auch finanzstärkere Neubürger anzulocken, sprach sie sich für die erste Variante aus, bei der zumindest ein Gebäude die Sozialraumquote garantiere. Sabine Gampp (CDU) sprach sich nach dem klaren 7:1-Votum des Gremiums für den favorisierten Siegervorschlag aus. „Da wir für den sozial geförderten Wohnraum stehen, können wir durch Variante zwei nochmals Wohnungen bekommen“, positionierte sich Katja Schäfer für die SPD. Felix Düster (FDP) sprach sich hingegen nochmals für die erste Variante aus. „Die schönere Optik mit dem Einfallstor gefällt.“
13 Ja-Stimmen
„Das ist ein Beispiel für die nicht einfachen Entscheidungen, die zu treffen sind“, kommentierte Bürgermeister Tobias Benz, nachdem sich 13 Räte für Variante eins aussprachen gegen acht Stimmen, vorrangig von SPD und AfD.