Basler Krankenhäuser: Diese Folgen hat die Rekordhitze für Gesundheit und Kliniken

Der Rekordsommer 2026 ist eine Herausforderung für Krankenhäuser und Patienten.
Jens Büttner/dpa- Rekordhitze führte an USB und KSBL zu deutlich mehr Patientinnen und Patienten.
- USB meldete 15 Hitzeschläge und rund 7500 hitzebedingte Beschwerden vom 19. Juni bis 5. August.
- Spitzen an Großanlässen: besonders am Jodlerfest-Wochenende mit ungewöhnlich voller innerer Medizin.
- Längere Wartezeiten und mehr Koordination; USB und Baselland stimmten Rettungsdienst gemeinsam ab.
- Kühlung blieb schwierig, Ventilatoren tabu aus Hygienegründen – Kliniken prüfen flexiblere Lösungen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
An gewissen Tagen lag das Patientenaufkommen rund zehn Prozent über dem Mittelwert. Eine eindeutige Zuordnung der Fälle zur Hitze ist nicht möglich, wie USB-Mediensprecherin Caroline Johnson am Mittwoch auf Nachfrage schrieb.
Was aber bekannt ist: Während der sehr heißen Phase vom 19. Juni bis 5. August hatte das Krankenhaus mit 15 Hitzeschlägen zu tun. Dazu kamen rund 7500 Patienten mit Beschwerden, die in Verbindung mit der Hitze standen.
Dabei geht es nicht nur um Notfälle, wie Johnson präzisierte. Hitze führt insbesondere bei älteren und chronisch erkrankten Patienten häufiger zu einer Verschlechterung bestehender Beschwerden, etwa zu Kreislauf- und Atemproblemen.
Jodlerfest hat Folgen
Die meisten Patienten verzeichnete das Universitätsspital Basel (USB) am 21. und 22. Juni, am 22. Juli und am 7. und 10. August sowie am Wochenende des Eidgenössischen Jodlerfestes vom 27. bis 29. Juni. Bei diesem Anlass feierten rund 200.000 Besucher sowie 12.000 Aktive bei Temperaturen von teilweise bis zu 39 Grad. Am Jodlerfest-Wochenende kam es zu einer höheren Belegung der inneren Medizin, was zu dieser Jahreszeit ungewöhnlich ist, wie die USB-Sprecherin weiter schrieb.
Lage in Klinik angespannt
Dabei war die Situation im Krankenhaus angespannt. Es gab längere Wartezeiten und mehr Koordinationsbedarf. Das USB wusste sich jedoch zu helfen, unter anderem mit einer Abstimmung des Rettungsdiensts gemeinsam mit Baselland. Die drei Junitage rund um das Jodlerfest waren deshalb auch im KSBL spürbar. Es zählte insgesamt 600 Notfallpatienten, wie Mediensprecher Dominik Werner schrieb.
Ebenfalls viel Arbeit gab es rund um die Bundesfeier, am 1. August mit 182 Notfallpatienten wie auch am vergangenen Wochenende vom 15. und 16. August mit 380. Bei Großanlässen tauschen sich die Notaufnahmen der Region mehrmals täglich aus und stimmen ihre verfügbaren Kapazitäten laufend ab. Fälle aus Basel, die das KSBL übernimmt, kommen meistens aufs Bruderholz, wie Werner festhält.
Raumkühlung ist eine Herausforderung
Die Kühlung der Räume war für die Krankenhäuser eine Herausforderung. Vor allem in den älteren USB-Gebäuden konnten die gewünschten Raumtemperaturen nicht durchgehend eingehalten werden, wie Johnson schrieb. Das Krankenhaus reagierte mit einer „Optimierung der Kühlungssteuerung“, etwa mit Nachtauskühlung. Für den nächsten Sommer würden „verschiedene kurz- und mittelfristige Maßnahmen geprüft“, während das Spital langfristig auf die Sanierung des Bestandes und die Neubauten setze.
Keine Ventilatoren im Einsatz
Beim KSBL kommen in manchen Bereichen wie Notfall und Operationssaal Anlagen mit integrierter Kühlfunktion und mit Keimfiltern zum Einsatz. In anderen Räumen sind es ebenfalls Lüftungssysteme, wobei dies angesichts der vielen Tropennächte nicht einfach war. Das Krankenhaus hat bisher aus krankenhaushygienischen Gründen keine Ventilatoren und Klimageräte in Patientenbereichen eingesetzt – sie können Keime über mehrere Meter verteilen und sind nicht desinfizierbar. „Hier werden wir für die Zukunft sicherlich überprüfen müssen, wie wir solche Lösungen dennoch im Sinne der Patientinnen und Patienten flexibler einsetzen können“, so der KSBL-Sprecher.