Ba-Wü Check
: Mehr Bildung und weniger Bürokratie

Das Thema Gesundheitsversorgung bewegt viele Menschen im Landkreis Lörrach. Aber auch die Digitalisierung vieler Bereiche wird erwartet und gefordert.
Von
Rolf Rombach
Kreis Lörrach
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Die Gesundheitsversorgung bewegt die Menschen im aktuellen BaWü-Trend. Sinnbildlich für die fehlenden Innovationen in diesem Bereich steht das seit vergangenem Jahr leerstehende Kreiskrankenhaus in Rheinfelden.

Rolf Rombach

Was erwarten die Bürger von der nächsten Landesregierung? Diese Frage des Baden-Württemberg-Trends hat unsere Zeitung einigen Bürgern aus unterschiedlichen Lebensbeereichen im Landkreis Lörrach gestellt. Sie beklagen Probleme mit der Bürokratie, zum Teil auch bedingt durch die fehlende Digitalisierung in einigen Bereichen des öffentlichen Lebens.

Dr. Andreas Fluck, Allgemeinmediziner mit eigener Praxis in Wyhlen: Von der Landesregierung erwarte ich dringend Verbesserungen in zwei wichtigen Bereichen: Bildung und Gesundheitssysteme. Die Schulen meiner Kinder sind teilweise katastrophal, da es zu häufigem Unterrichtsausfall kommt. Hier muss dringend in die Bildung investiert werden, um sicherzustellen, dass unsere Kinder eine gute Ausbildung erhalten und die Schulen funktionstüchtig sind.

Als Hausarzt und Notarzt sehe ich mit großer Sorge, dass die Gesundheitssysteme zunehmend zusammenbrechen. Es besteht dringender Handlungsbedarf. Die Überbürokratie, die teilweise von den Krankenkassen verursacht wird, führt dazu, dass ich weniger Patienten behandeln kann, da ich die Hälfte meiner Zeit mit Dokumentation verbringe. Die Landesregierung sollte zusammen mit dem Bundesministerium dringend Lösungen finden, um die Bürokratie zu reduzieren und die Versorgung der Patienten zu verbessern.

Birgitt Kiefer, Geschäftsführerin Familienzentrum Rheinfelden: Meine Erwartung: Eine gerechte Verteilung der Gelder, wo der Mensch im Vordergrund steht. Wir haben genug Erfahrungen zu den Bedarfen wie Kunst, Kultur, Begegnungsräume. Mein Gefühl ist aber, dass die Finanzen zu Lasten der Menschen umverteilt werden.

Wichtig ist, dass nicht dem rechten Druck nachgegeben wird. Die Regenbogenfahne ist ein Teil der Menschenrechte so wie das Grundgesetz. Die Anerkennung der Vielfalt sollen wir auch zeigen. Die Regierung muss sich Positionieren für Kinder- und Menschenrechte – da darf sie nicht neutral sein. Zudem bemerke ich zunehmend, dass wir in den Ämtern einen strukturellen Rassismus haben.

Jörg Mauch, Vorsitzender des Kreisjugendrings und evangelischer Bezirksjugendreferent: Wir müssen die Demokratieförderung in der Jugendarbeit ausbauen. Dazu sollten auch Kommunen wieder mehr Spielräume haben um ihre Aufgaben umzusetzen, damit Geld für die Förderung der Kinder und Jugendarbeit vorhanden ist. Der Bildungssektor muss so sein, dass die Chancengleichheit verbessert wird. Die Jugendlichen müssen als unsere Zukunft wahrgenommen und beachtet werden. Wir sind auf die Einwanderung junger Menschen angewiesen. Dafür benötigen wir eine echte Integrationspolitik statt dies zu problematisieren.

Michael Oertlin, Vorsitzender des katholischen Dekanatsrats: Im Dekanatsrat haben wir uns zuletzt auch mit der Initiative des Erzbistums „Fair.Nah.Logisch“, wo es um fairen und regionalen Einkauf geht, beschäftigt. Dabei wurde deutlich, dass es Befürchtungen gibt, dass der ländliche Raum weiter abgehängt wird. Von einer neuen Landesregierung erwarte ich mir, dass Initiativen für den ländlichen Raum gestärkt werden, dazu gehören für mich auch die Klärung der Situation der Hausarzt- und Notfallversorgung als auch die Zugänglichkeit zu digitalen Behördenplattformen, um Fahrwege zu sparen, was schlussendlich auch wieder dem Klimaschutz hilft.

Laura Vogelsang, Realschulabsolventin und Mitglied des Jugendparlaments Grenzach-Wyhlen: Was ich mir von der neuen Landesregierung wünsche, wären mehr Angebote zur Digitalisierung in den Schulen und dass weniger Schulden aufgenommen werden. Ich erwarte zwar friedliche Lösungen, aber in der Realität und meiner Erwartung entsprechend wird das Ganze ganz anders aussehen. Natürlich ist das ein schlechtes Beispiel, da es bei solchen Konflikten viele Mitwirkende gibt. Aber versuchen könnte man es trotzdem.