Außergewöhnliche Häufung
: Basel kämpft gegen Legionellenausbruch - ein Todesfall gemeldet

Infolge eines Legionellenausbruchs sind in Basel in den vergangenen zwei Wochen 26 Menschen erkrankt, davon ist eine Person verstorben.
Von
red
Basel
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Die Basler Behörden legten nach eigenen Angaben am Freitag einen Kühlturm auf einem Dach im Kleinbasel still, der mit Legionellen kontaminiert war.

Die Basler Behörden legten nach eigenen Angaben am Freitag einen Kühlturm auf einem Dach im Kleinbasel still, der mit Legionellen kontaminiert war.

Federico Gambarini/dpa
  • Basel meldet 26 Legionärskrankheits-Fälle in zwei Wochen – eine Person ist verstorben.
  • Neun Patienten liegen noch im Krankenhaus, eine Person wird intensivmedizinisch behandelt.
  • Ein kontaminierter Kühlturm im Kleinbasel wurde stillgelegt, zwei Anlagen an der Rebgasse ebenso.
  • Von zehn geprüften Anlagen überschritten acht den Grenzwert, zwei mit Legionella pneumophila.
  • Weitere sechs Anlagen sind kontaminiert, gelten laut Behörde aktuell nicht als Gesundheitsgefahr.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Medizinischen Dienste des Basler Gesundheitsdepartements stellen derzeit ein gehäuftes Auftreten der sogenannten Legionärskrankheit fest. Es handelt sich dabei um Lungenentzündungen, die durch das Bakterium „Legionella pneumophila“ verursacht werden, wie der Kanton am Montagmittag informierte.

Nach aktuellem Stand wurden im Stadtkanton 26 Krankheitsfälle nachgewiesen. Davon wurden 25 Personen im Krankenhaus behandelt; mit Stand Montag befanden sich noch neun in stationärer Behandlung, wie es weiter heißt. Bei sieben Personen war eine Behandlung auf der Intensivstation notwendig.

Eine Person ist verstorben, eine Person befindet sich noch auf der Intensivstation. Die Behörden legten nach eigenen Angaben am Freitag einen Kühlturm auf einem Dach im Kleinbasel still, der mit Legionellen kontaminiert war. Das Kantonslabor untersuchte auch neun weitere Kühltürme von Kälte- und lüftungstechnischen Anlagen, wie Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (Mitte) vor den Medien in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz sagte.

Auch Fälle in weiteren Quartieren

Die epidemiologischen Befunde und die Befragung der betroffenen Patienten zeigen ein gehäuftes Auftreten von Infektionen im mittleren Kleinbasel. Einzelne Fälle seien auch in weiteren Quartieren aufgetreten. Das Auftreten des Clusters lege eine oder mehrere gemeinsame Ansteckungsquellen nahe, heißt es weiter. „Der Fokus der Untersuchungen liegt daher prioritär auf Anlagen mit Reichweite im öffentlichen Raum, nicht auf privaten Räumen.“

Kühltürme stehen im Fokus

Im Fokus der Untersuchungen stehen Kühltürme, die mit Wasser betrieben werden. „Sind solche Kühltürme mit Legionellen kontaminiert, kann der durch die Anlage ausgestoßene Wasserdampf ansteckende Wassertröpfchen enthalten. Diese können sich je nach Wetterlage und Windverhältnissen in einem größeren Umkreis in der Luft verbreiten. Wenn Anwohnende die Wassertröpfchen einatmen, können sie sich anstecken“, schreibt das Gesundheitsdepartement weiter.

Das Kantonale Laboratorium nahm in den vergangenen Tagen an unterschiedlichen Orten Beprobungen vor. Von den zehn untersuchten Anlagen im Umkreis des Clusters zeigten acht eine Überschreitung des Grenzwerts für Legionellen. In zwei dieser Anlagen sei die Legionellenart Legionella pneumophila, die für die meisten Infektionen beim Menschen verantwortlich sind, in erhöhter Menge festgestellt. Dieser Nachweis habe dazu geführt, dass die beiden betroffenen Anlagen am vergangenen Freitagvormittag außer Betrieb genommen wurden.

Anlagen werden derzeit saniert

Beide Anlagen befinden sich laut Behörden auf dem Dach eines Bürogebäudes an der Rebgasse und werden zurzeit saniert. Und weiter: „Bei den sechs weiteren kontaminierten Anlagen wurden bisher nur Legionellen anderer Arten nachgewiesen, die für Menschen nicht krankmachend sind.“ Bei diesen Anlagen seien ebenfalls Maßnahmen angeordnet worden, um mögliche Legionellen-Emissionen zu stoppen.

„Diese Anlagen stellen aktuell keine Gefährdung für die öffentliche Gesundheit dar“, so das Gesundheitsdepartement. Die Behörde führt seine Kontroll- und Prüftätigkeit weiter. Es empfiehlt den Bürgern, bei Verdacht auf eine Lungenentzündung (Atemnot, Fieber, starker Husten) den Hausarzt aufzusuchen.