Ausgezeichnete Bauten
: Acht regionale Bauwerke überzeugen die Jury

Acht Bauwerke haben sich in den Landkreisen Lörrach und Waldshut im Auszeichnungsverfahren für den Hugo-Häring-Preis durchgesetzt. Aus dem Kreis Lörrach wurden zwei Wettbewerbsbeiträge ausgezeichnet.
Von
Willi Adam
Kreis Lörrach
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Die Architektur steht beim Hugo-Häring-Preis im Fokus.

Die Architektur steht beim Hugo-Häring-Preis im Fokus.

Matthias Grether
  • Acht Bauwerke aus Lörrach und Waldshut erhalten im BDA-Verfahren Auszeichnungen.
  • Lörrach: prämiert sind ein Büro- und Vertriebsbau im Innocel-Quartier und „Soziales Wohnen“.
  • Kriterien der Jury: Gestaltung, Nachhaltigkeit und kluger Umgang mit alter und neuer Substanz.
  • Waldshut: ausgezeichnet wurden u. a. drei Holzhäuschen in Menzenschwand und das Alte Schulhaus.
  • Weitere Preise gehen an Projekte in Görwihl, Albbruck, Dogern und Oberlauchringen – Preisverleihung am 3. November.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Insgesamt 29 Arbeiten aus dem Dreiländereck und vom Hochrhein waren beim diesjährigen Auswahlverfahren für den Hugo-Häring-Preis des Bundes Deutscher Architekten (BDA) am Start, eingereicht von den Planern und Bauherren. Davon wählte eine Jury acht Beiträge aus, die nun eine Auszeichnung erhalten und zudem die BDA-Kreisgruppe Hochrhein beim Hugo-Häring-Landespreis vertreten. Aus der Stadt Lörrach schafften es gleich zwei Wettbewerbsbeiträge in den Kreis der Regionalsieger, nämlich der Neubau eines Büro- und Vertriebsgebäudes im Innocel-Quartier sowie das Projekt „Soziales Wohnen Schlichtergasse“. Alle anderen prämierten Beiträge befinden sich im Landkreis Waldshut. Der Hugo-Häring-Preis gilt als die wichtigste Auszeichnung für Architektur in Baden-Württemberg.

Die siegreichen Projekte stehen für die Vielfalt der Baukultur am Hochrhein. Neben der überzeugenden Gestaltung waren für deren Auswahl ganz unterschiedliche Aspekte ausschlaggebend. Dazu zählen Nachhaltigkeit, das Ineinandergreifen von Ästhetik und ökologischen Belangen, Gemeinschaft bildende Wirkung, angemessene Materialwahl oder auch der kluge Umgang mit alter und neuer Substanz.

Als einziges Beispiel für Wohnungsbau setzte sich im regionalen Auszeichnungsverfahren das Projekt „Soziales Wohnen Schlichtergasse“ durch. Dabei handelt es sich um ein Projekt der Städtischen Wohnbaugesellschaft in Lörrach am Übergang der Stadtteile Brombach und Hauingen. Der Entwurf stammt von Gies Architekten aus Freiburg. „Sozialer Mehrwert entsteht kostengünstig dank einer städtebaulich durchdachten Nachverdichtung auf bereits vorhandenen oder durch partiellen Abbruch frei gewordenen Flächen“, heißt es in der Würdigung der Jury. In einem separaten Gebäude werden ehemals Wohnsitzlose mit Betreuung wieder an ein häusliches Leben herangeführt. Hervorgehoben wurden außerdem die Grundrisse, die durch intelligenten Zuschnitt auf der förderfähigen Fläche ein Zimmer mehr unterbringen als üblich, was die Wohnungen für Familien, Alleinerziehende oder alte Menschen mit wenig Geld attraktiv macht.

Modernste Gebäudetechnik

Modernste Gebäudetechnik und eine darauabgestimmtemt, innovative Gestaltung bietet das zweite ausgezeichnete Objekt in Lörrach. Bei dem von Mulder Zonderland (Amsterdam, Zürich) und Moser Architekten (Lörrach) verwirklichten Büro- und Vertriebsgebäude handelt es sich um einen nach Süden ausgerichteten Terrassenbau. Auf jeder Ebene befindet sich eine Begrünung, die gestalterisch überzeugt und außerdem zum Gebäudeklima beiträgt. Im Jury-Urteil wird hervorgehoben, wie „durch die geschickte Staffelung unterschiedlicher Raumtiefen eine intelligente Schichtung der Funktionen gelingt, die dem Baukörper ein unverwechselbares, eigenständiges Erscheinungsbild verleiht.“ Und weiter heißt es: „Die reduzierte Materialwahl aus perforiertem Wellblech, Glas und Sichtbeton ist der gewerblichen Nutzung absolut angemessen und verleiht dem Bau eine besondere Ästhetik. Eine rundum vorbildliche Arbeit, die Gewerbearchitektur neu denkt und den Arbeitswelten einen spürbaren Mehrwert bietet.“

Bemerkenswerter Preisträger

Ein kleiner, aber bemerkenswerter Preisträger befindet sich im Schwarzwald, bereits im Gebiet des Landkreises Waldshut. Auf einem (Wander-)Parkplatz iHochtalal von Menzenschwand bilden drei von andOffice Architekten aus Stuttgart gestaltete Holzhäuschen eine besondere Landmarke. Sie dienen als Haltestelle für den Bus, als Informationszentrum, als Vesperraum mit Lebensmittelautomat und als öffentliche Toilette. Die drei kleinen Gebäudeelemente zitieren archaische Hausformen und sie sind eine augenzwinkernde Anspielung an die traditionelle Holzbauweise des Schwarzwalds.

Klein aber fein – dieses Attribut gilt auch für das Alte Schulhaus in Rickenbach-Altenschwand auf dem Hotzenwald. Durch den behutsamen Umbau, in den zahlreiche Arbeitsstunden oder Materialspenden von Dorfbewohnern und örtlichen Handwerksbetrieben einflossen, entstanunterer der Leitung des Büros Knaus Architektur (Rickenbach) ein heimeliges Gebäude mit Gemeinschafts- und Vereinsräumen sowie einem Vorplatz für Feste.

Kirchenumbau überzeugt

Weiter im Osten liegen die übrigen Preisträger. Das erzbischöfliche Bauamt Freiburg überzeugte mit einem Umbau der Kirche St. Bartholomäus in Görwihl. Dabei ging es darum, den Innenraum so zu gestalten, dass neue Impulse für die Liturgie eine räumliche Entsprechung finden. Das Büro Harter und Kanzler aus Waldkirch ergänzte in Albbruck einen hochwertigen Schulhausbau aus den 1950er Jahren mit klug in den Hang platzierten Anbauten. Ein gelungener Beispiel für zeitgemäßen Holzbau liefert der Kindergarten in Dogern von lüttinarchitekten aus Konstanz. Schließlich erhält der Umbau des alten „Gmeindshus“ in Oberlauchringen eine Auszeichnung. Nach Plänen von Jehle Architektur (Lauchringen) entstand ein neuer Ortskern mit Platz, Café, Bibliothek, Nahversorgung und Gemeinschaftsräumen.

Die Preisverleihung findet am Dienstag, 3. November, 18 Uhr im Gmeinshus in Lauchringen statt. Im Foyer des Rathauses Lauchringen sind die am Wettbewerb beteiligten Arbeiten dann zehn Tage ausgestellt.