Auggen
: Pearl schließt Factory-Outlet

Es gibt bereits Interessenten für eine mögliche Nachnutzung des rund 10 000 Quadratmeter großen Gebäudes.
Von
Claudia Bötsch und Alexander Anlicker
Auggen
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Das Pearl Factory-Outlet schließt zum Jahresende.

Claudia Bötsch

Der Tintenstrahl-Drucker meldet eine leere Farbpatrone, die Maus am Computer hat den Geist aufgegeben, für den Urlaub braucht es eine zusätzliche Speicherkarte für den Fotoapparat – Abhilfe schafft bisher ein kurzer Trip zum Pearl Factory-Outlet in Auggen.

Damit ist Ende des Jahre Schluss: Pearl schließt zum Jahresende und konzentriert sich wieder auf das Versandgeschäft. Angefangen hat das Unternehmen 1989 in einer Garage in Bad Krozingen und zog kurz darauf nach Sulzburg. Computer hielten in den Haushalten Einzug, und der Versandhändler sorgte in den Anfangsjahren für das notwendige Zubehör: Disketten, Festplatten, Mäuse, Tastaturen, Kabel, Drucker und Druckerpatronen, aber auch Software von der Textverarbeitung über Routenplaner bis hin zu Computerspielen. Seit 1991 hat das Unternehmen seinen Hauptsitz in Buggingen. Vor 20 Jahren – im November 2004 – zog das Unternehmen mit seinem Factory-Outlet in die ehemaligen Räume des ehemaligen Möbelmarkts Auggen beziehungsweise Massa ein. Die Idee war Versandrückläufer günstig anbieten. Das Sortiment in Auggen umfasste aber auch Neuware und wandelte sich mit der Zeit. In Zeiten von Smartphone und Tablet ist klassisches Computerzubehör weniger gefragt. Zeitweise gab es in Auggen auch Kunst zu kaufen – Maler in China fertigten „Kopien“ von bekannten Öl-Gemälden.

Seit dem Lockdown während der Corona-Pandemie kommen weniger Kunden nach Auggen, während der Online-Handel boomt. Angesichts der roten Zahlen im Direktverkauf schließt das Unternehmen zum Jahresende. Zehn Mitarbeiter werden entlassen und für die 10 000 Quadratmeter Fläche, inklusive Lager, werde eine Nachnutzung gesucht, heißt es seitens der Geschäftsleitung.

„Das ist für Auggen natürlich keine gute Nachricht“, bedauert Bürgermeister Ulli Waldkirch die Schließung von Pearl. „Wir verlieren einen Arbeitgeber, eine Einkaufsmöglichkeit, einen Steuerzahler und auch einen Partner im Gewerbeverein“, führt er im Gespräch mit unserer Zeitung aus. Die Gemeinde sei indes frühzeitig über die Pläne von Pearl informiert worden und stehe mit allen Beteiligten in Kontakt. „Wir wurden auch gefragt, welche Nachnutzungen wir uns vorstellen könnten.“

Es gebe bereits Interessenten, weiß Waldkirch zu berichten, möglich sei eventuell auch eine Zwischenlösung für eine gewisse Übergangszeit. An einem Leerstand hätte niemand Interesse. Was die Nachnutzung angeht, könnte es allerdings baurechtlich zu Schwierigkeiten kommen.