ASV Schopfheim
: Den Forellen wird’s zu warm

Der Angelsportverein (ASV) Schopfheim hat am Samstag aufgrund der anhaltenden Trockenheit zwei Sperren in den Kanal eingebaut, um Wasser aufzustauen und tiefere, kühlere Bereiche für die durch Wärme geplagten Fische zu schaffen.
Von
Alexander Anlicker
Schopfheim
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Mit Sperren, wie hier an der Alten Stadtmühle, soll das Wasser aufgestaut und damit ein Rückzugsort für Fische geschaffen werden.

Mit Sperren, wie hier an der Alten Stadtmühle, soll das Wasser aufgestaut und damit ein Rückzugsort für Fische geschaffen werden.

Peter Engler
  • ASV Schopfheim staut wegen Trockenheit zwei Kanalstellen auf – Schutz für Forellen.
  • Orte: alte Stadtmühle und Himmelreichstraße, Wassertiefe steigt von 10 cm auf etwa 50 cm.
  • Messung ergab 20,9 Grad im Flachwasser, eine verendete Mühlgroppe wurde gefunden.
  • Anwohner befürworten Maßnahme, überschießendes Wasser reichert Sauerstoff an.
  • Bitte an Badende: tiefe Stellen meiden, da Fische sich dorthin zurückziehen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

An beiden Stellen, einmal an der alten Stadtmühle und einmal an der Himmelreichstraße, war das Wasser nur rund zehn Zentimeter tief und wird nun auf zirka 50cm angestaut, heißt es in einer Pressemitteilung. An der Himmelreichstraße fanden wir bereits eine verendete Mühlgroppe, einen Fisch ohne Schwimmblase, welcher tot am Bachgrund lag. Bei einer Temperaturmessung im nicht aufgestauten Wasser stellten Mike Geiger und Simon Jäckh, Gewässerwarte ASV Schopfheim, eine Temperatur von 20,9 Grad Celsius fest. Deutlich zu viel für die heimischen Forellen.

Das Vorkommen der Groppe ist eigentlich ein Indikator für die gute Wasserqualität. Bei steigenden Wassertemperaturen nimmt jedoch der Sauerstoffgehalt im Wasser ab. Das Tier ist letztlich durch den Hitzestress verendet.

Das Vorkommen der Groppe ist eigentlich ein Indikator für die gute Wasserqualität. Bei steigenden Wassertemperaturen nimmt jedoch der Sauerstoffgehalt im Wasser ab. Das Tier ist letztlich durch den Hitzestress verendet.

Peter Engler

Dieses Jahr haben sämtliche Kraftwerksbetreiber am Kanal die Stellfallen oben gelassen. Dadurch staut sich bereits vor den Kraftwerken Wasser auf und es bilden sich dort tiefe Stellen. Aus diesem Grund musste der ASV dieses Jahr weniger Sperren einbauen.

Im Gespräch mit den Anwohnern an der alten Stadtmühle waren sich alle einig, dass die Maßnahme sinnvoll ist, um das Gewässer vor dem Umkippen zu schützen. Die mögliche Geräuschentwicklung, das Rauschen nach der eingebauten Schwelle, nehmen die Anwohner gerne in Kauf, wenn es dem Naturschutz dient. Übrigens wird durch das überschießende Wasser dieses wieder mit Sauerstoff angereichert.

Insgesamt bedauerten die Anwohner die starke Verschmutzung des Kanals. Hier kam die Idee auf, eventuell einmal in einer breiteren Aktion mit mehreren Teilnehmern aus den Schopfheimer Vereinen dieses Gewässer zu putzen.

In unserem Nachbarland wurde im gesamten Kanton Solothurn die Flüsse für Baden und Fischen gesperrt, um die Fische keinem unnötigen Stress auszusetzen. Gleiches gilt im Kanon Basel-Landschaft für die Birs. „Wir sind aufgrund einiger Gewitter in der Wiese momentan noch halbwegs glimpflich davongekommen, obwohl der Wasserstand sehr niedrig ist. In diesem Zusammenhang bitten wir die an der Wiese badenden Menschen, die tiefen Stellen zu meiden, da sich dorthin die Fische zurückziehen“, schreibt der ASV in seiner Mitteilung abschließend