3-Länder-Stadt-Festival
: Ausgelassene Festivalgäste kommen zum Auftakt in die Weiler Innenstadt

Das 3-Länder-Stadt-Festival feiert seinen Auftakt zwischen Tradition und krachenden Bässen. Der Blick auf die Straße zeigt: Der erste Festivalabend gehört den Weilern.
Von
Beatrice Ehrlich
Weil Am Rhein
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„Mann, gehen die ab“ – Riserva Moac bringen den Rathausplatz in Weil am Rhein beim 3-Länder-Stadt-Festival augenblicklich auf die Beine.

Beatrice Ehrlich

Nach verhaltenem Zustrom zum Start füllt sich die Innenstadt im Laufe des Abends mit einer großen Menge feierfreudiger Festgästen.

Am Wein- und Bierbrunnen auf dem Rathausplatz herrscht reger Betrieb, als um 21 Uhr die Hauptband des Abends, „Gallowstreet“, mit ihrem Auftritt startet.

Mit ihrem fein abgestimmten Bläsersound und sanft pulsierenden, elektronischen Rhythmen treffen die Musiker aus den Niederlanden genau den Ton, der am späteren Abend auf dem Weiler Rathausplatz gefragt ist.

Es brummt förmlich vor Menschen, neben dem Musikgenuss wollen sie auch miteinander ins Gespräch kommen.

Kommen gut an auf dem Weiler Rathausplatz: „Gallowstreet“ aus den Niederlanden.

Foto: Beatrice Ehrlich

Auch auf der Vereinsmeile in der Innenstadt sind viele Menschen unterwegs. Viele Einheimische sind gekommen, essen und trinken etwas, treffen Bekannte. Oft hört man an diesem Abend: Es ist genau so, wie es sein sollte.

Trotz einiger Wortfetzen in Schweizerdeutsch oder Französisch hier und da entsteht der Eindruck: Dieser erste Festival-Abend gehört den Weilern.

Oberbürgermeisterin Diana Stöcker und Kulturamtsleiter Spörrer eröffnen das Festival.

Foto: Beatrice Ehrlich

Ideales Festivalwetter“ hatte Kulturamtsleiter Peter Spörrer für das 3-Länder-Stadt-Festival angekündigt. Beim Festivalstart am späten Nachmittag lässt dieses allerdings noch etwas auf sich warten. Dunkle Wolken hängen über Weil am Rhein. Es ist zunächst ziemlich kühl.

Start mit: „Il sogno die volare“

Immerhin regnet es nicht, als pünktlich um 17 Uhr die Stadtmusik Weil am Rhein mit dem Titel „Il sogno di volare“ (deutsch: Der Traum vom Fliegen) das Festival eröffnet. Passend zum Herkunftsland der Gäste aus Italien, „Riserva Moac“, die wenig später erstmals für Hitze auf dem Rathausplatz sorgen werden, wie Dirigent Kai Trimpin launig anmerkt.

Vom „Traum vom Fliegen“ bis zum Badner Lied: Die Stadtmusik Weil am Rhein trifft den perfekten Ton zum Auftritt.

Foto: Beatrice Ehrlich

Mit ihrem großen Repertoire von Marschmusik bis Pop begleiten die Weiler Musiker rund ums Jahr Veranstaltungen aller Art. Quer durchs Programm geht es bei ihrem Auftritt beim 3-Länder-Stadt-Festival, von „Criminal Tango“ bis „Spiel mir das Lied vom Tod“, von Michael Jackson bis zum Badner Lied.

Nach und nach füllt sich der Platz mit Gästen, die den relativ ruhigen Start bei einem Glas Wein oder Bier genießen.

Flammkuchen – salzig und süß – laufen prächtig

Auf der Vereinsmeile läuft der Start schleppend – ein Vorteil vielleicht in sofern, das jene, die zum ersten Mal am Grill oder Flammkuchen-Backofen stehen, sich ohne Stress einarbeiten können.

Sonst am Cello, heute am heißen Ofen: Die Orchestergesellschaft Weil am Rhein serviert Flammkuchen am Sparkassenplatz.

Foto: Beatrice Ehrlich

Und schon bildet sich am Flammkuchen-Stand die erste Schlange. Die Helfer von der Weiler Orchestergesellschaft, sonst spielen sie Querflöte oder Cello, haben plötzlich alle Hände voll zu tun.

Brass-Klänge in allen Facetten

Denn was die Spalehill Brass Band auf der Sparkassenplatz-Bühne gleich nebenan an bläserischen Kunststücken bietet, verleitet so manchen unter den Vorbeischlendernden zum spontanen Verweilen. Sogar die Sonne blitzt hier einen Moment lang hinter den Wolken hervor.

Sorgt für gute Laune am Sparkassenplatz: Die Basler Spalehill Brass Band.

Foto: Beatrice Ehrlich

Erstmals dabei auf der Vereinsmeile beim 3-Länder-Stadt-Festival, oder 3LSF, wie es Insider liebevoll nennen, sind die Rolli-Freunde Weil am Rhein. Im Angebot haben sie eine köstliche Speise, die bisher viele bei dieser Gelegenheit vermisst haben: Flammlachs.

„Hajo“ Leichsring kredenzt Flammlachs.

Foto: Beatrice Ehrlich

Frisch zubereitet wird er von Gastronom und Rollifreunde-Mitglied Hartmut „Hajo“ Leigsring. Vielen ist er gut bekannt von der Weiler Fasnacht, wo er – früher äußerst aktiv – vor fünf Jahren endgültig die Segel gestrichen hat.

Cocktails in vielen Farben

Auch der Verkauf der Kesselhaus-Cocktails nimmt nun so langsam Fahrt auf. Chillige Getränke in drei Farben gönnt sich die Familie Tröndle – Großeltern aus Rosendorf-Nöggenschwil zu Gast bei ihrer Enkelin in Weil am Rhein.

Festivalgänger von weit her: Familie Tröndle aus Rosendorf-Nöggenschwil mit Enkelin.

Foto: Beatrice Ehrlich

Währenddessen hat die Stadtmusik eingepackt, die Spalehill Brassband spielt am Rathaus ihr Schlussstück nach ihrem fulminanten Start auf dem Sparkassenplatz und dem anschließenden Marsch mit Pauken und Trompeten durch die Hauptstraße.

Energiegeladener Sound begeistert das Publikum

Die Temperatur erhöht sich augenblicklich, als danach die Musiker der italienischen Power-Formation Riserva Moac die Bühne betreten. Mit ihrem energiegeladenen Sound, einer mitreißenden Mischung aus Folk und hartem Rock, bringen sie die Festival-Gäste auf dem Rathausplatz augenblicklich auf die Beine.

Bei „Riserva Moac“ füllt sich der Rathausplatz.

Foto: Beatrice Ehrlich

Neben italienischen Titeln gibt es auch solche zu hören, die allen auf dem Platz bekannt sind, von den Beatles etwa. Harte Beats und dröhnende Gitarren gehören zu dieser Band genauso wie folkloristische Einsprengsel auf dem Akkordeon und dem Dudelsack – eine Mischung, die in Weil am Rhein bestens ankommt.