Zwei Gemeinden, eine Ausschreibung
: Kippenheim und Mahlberg wollen gemeinsam die Personalnot bekämpfen

Kippenheim und Mahlberg wollen zusammen zwei IT-Systemadministratoren einstellen. Unsere Redaktion hat nachgehakt, was hinter der Kooperation steckt.
Von
Jonas Köhler
Kippenheim
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Die Gemeinden Kippenheim und Mahlberg wollen bei der IT eng zusammenarbeiten. (Symbolfoto)

Murat

Es liest sich wie eine gewöhnliche Stellenanzeige: „Die Stadt Mahlberg sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt zwei IT-Systemadministratoren (m/w/d) zur Betreuung der IT-Infrastruktur [...]“ Doch der direkt folgender Zusatz macht stutzig: „in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kippenheim.“

Dass Kommunen mit ihren Nachbarn zusammenarbeiten, ist per se nichts Ungewöhnliches. In Zweckverbänden oder vereinbarten Verwaltungsgemeinschaften werden Gemarkungsgrenzen regelmäßig überschritten, um Synergieeffekte zu schaffen. Doch das Gemeinden gemeinsam neue Mitarbeiter suchen, ist ungewöhnlich. Wie kommt’s?

Finanzielle Ressourcen werden gebündelt

„Die Anforderungen im Bereich der IT sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Gleichzeitig ist es für kleinere Kommunen zunehmend schwieriger geworden, qualifiziertes Fachpersonal zu gewinnen“, erklärt Mahlbergs Hauptamtsleiter Enver Altay auf Nachfrage unserer Redaktion. In der Vergangenheit sei der Arbeitsumfang für eine eigenständige Vollzeitstelle in beiden Kommunen nicht gegeben gewesen. Daher haben bereits bisher einen IT-Mitarbeiter gemeinsam eingesetzt. „Durch die interkommunale Zusammenarbeit konnte so eine attraktive und wirtschaftlich sinnvolle Vollzeitbeschäftigung geschaffen werden“.

Nun aber hört der bisherige IT-Systemadministrator auf. Mit der neuen Ausschreibung möchte man „die IT-Strukturen beider Kommunen weiter stärken sowie die Betreuung der Schulen mitaufnehmen“, so Altay.

Für kleinere Kommunen biete diese Art der Zusammenarbeit viele Vorteile: „Zum einen können personelle und finanzielle Ressourcen effizient gebündelt werden. Zum anderen lassen sich Fachkompetenzen gemeinsam aufbauen und dauerhaft sichern“, erklärt Altay. Gerade im IT-Bereich stiegen die Anforderungen durch Digitalisierung, Datenschutz, IT-Sicherheit und die zunehmende technische Ausstattung der Verwaltungen stetig an. Durch die Kooperation könnten beide Kommunen professioneller, flexibler und wirtschaftlicher auf diese Entwicklungen reagieren. Darüber hinaus erhöhe ein gemeinsames Stellenmodell die Attraktivität der ausgeschriebenen Stelle, da Bewerbern ein breiteres und vielseitigeres Tätigkeitsfeld angeboten werden könne.

Arbeitgeber ist ausschließlich Mahlberg

Doch wie wird die künftige Beschäftigung dann aussehen? Werden die neuen Systemadministratoren dann zwei Arbeitgeber haben? Nein, sagt Altay. „Arbeitgeber wird ausschließlich die Stadt Mahlberg sein.“ Kippenheim werde sich auf der Grundlage einer vertraglichen Regelung anteilig an den entstehenden Personalkosten beteiligen. Die Abrechnung erfolge entsprechend des tatsächlichen Einsatzumfangs. „Für die Beschäftigten bietet dieses Modell den Vorteil klarer organisatorischer Zuständigkeiten bei gleichzeitig abwechslungsreichen Tätigkeiten in zwei Verwaltungen“, teilt der Hauptamtsleiter weiter mit. Ein weiterer Vorteil: Eine gegenseitige Vertretung im Urlaubs- oder Krankheitsfall sei gesichert.

Ist dies ein Modell, das Schule machen könnte? Arbeiten Mahlberg und Kippenheim auch in anderen Bereichen zusammen? „Aktuell sind keine weiteren Kooperationen geplant“, so Altay. grundsätzlich beobachte man jedoch die Entwicklungen im kommunalen Raum sehr aufmerksam. Denn: „Interkommunale Zusammenarbeit kann insbesondere bei zunehmendem Fachkräftemangel und steigenden Anforderungen künftig weiterhin ein sinnvolles Instrument sein.“

Info – Die Stelle

Die Ausschreibung für zwei IT-Systemadministratoren läuft noch bis 22. Mai. Die Beschäftigung kann sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit mit mindestens 70 Prozent erfolgen, teilt Hauptamtsleiter Altay mit.

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