Zahlreiche Leserzuschriften
: Warum der Storch das Lieblingstier der Lahrer ist

Der Autor macht sich Gedanken über eine Hitliste der Wildtiere.
Von
Jonas Köhler
Lahr
Jetzt in der App anhören

Meister Adebar im Fokus

Melanie Jilg

Das Tierliebhaber-Magazin Petbook hat Ende 2024 seine Leser gefragt: Welches heimische Wildtier ist ihr Favorit? Das Ergebnis überraschte mich doch sehr. Dass Eichhörnchen und Igel auf den vorderen beiden Plätzen landen – okay. Aber ein Vogel schneidet mit nur zwei Prozent der mehr als 1000 Stimmen beinahe kriminell unter Wert ab.

Die Rede ist natürlich vom Storch. Meister Adebar, oder lateinisch auch Ciconia ciconia, gehört ja wohl mindestens aufs Treppchen. Das beweisen immerhin zahlreiche Leserfotos und Zuschriften, die wir in diesen Tagen erhalten. Ob Lahr, Ettenheim oder Seelbach: Überall wird der Weißstorch begeistert willkommen geheißen und jeder will der erste gewesen sein, der ihn in seinem Nest ausfindig gemacht hat. Da wird mit der Handykamera genau gezoomt oder die gemeindeeigenen Webcams stundenlang gescannt. Gibt es eine Partnerin? Und später: Gibt es Nachwuchs? Es grenzt an einen Volkssport.

Warum ist der Vogel der Jahre 1984 und 1994 hier so beliebt? Der Storch darf wohl zweifellos als Boten des Frühlings betrachtet werden. Ein Spaziergang durch die Lahrer Innenstadt bei Sonnenschein, ein Blick auf den Storchenturm, dort Meister Adebar, der das Nest richtet – das weckt positive Emotionen.

Der Weißstorch galt hierzulande zudem lange Zeit als gefährdet. Sein Auftreten ist also ein Signal einer gesunden Natur. Und schließlich ist es doch der Klapperstorch, der die Babys bringt. Nicht der Igel – das wäre eine stachlige Angelegenheit – und nicht das Eichhörnchen, das wohl vergessen würde, wo es die Kinder zuvor vergraben hat.

Nein, alles in allem verdient der Storch Platz eins, na gut zumindest Platz zwei. Es gibt im meinem persönlichen Ranking noch ein Wildtier, das ich über den Storch habe: den Seehund. Der stand bei der Umfrage gar nicht zur Auswahl – mit den schwarzen großen Kulleraugen wäre das aber wohl auch Wettbewerbsverzerrung gewesen.

Leider kann ich meine Lieblinge hierzulande nicht im Alltag bestaunen, es ist doch äußerst unwahrscheinlich, dass sich ein Robby von der Nordsee über Rhein, Kinzig und Schutter bis nach Lahr verirrt. Aber solange erfreue ich mich auch gerne an Meister Adebar.

LZ aktuell
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Kreis Lahr Montag bis Samstag im kompakten Überblick.