Wohin mit Reisekoffer und Wäscheständer?
: Platz schaffen in kleinen Wohnungen

Der Wäscheständer steht im Weg, der Staubsauger auch. Und wohin mit dem Reisekoffer? Vor allem in kleinen Apartments und WG-Zimmern fehlt es oft an Stauraum. Wie man auf wenig Platz viel unterbringt.
Von
red/hug
Lahr
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Zwei junge Frauen sitzen in einer Wohnung

Weg damit? Kleine Wohnungen und WG-Zimmer ordentlich halten, das wird ohne regelmäßiges Ausmisten schwer.

Christin Klose/dpa-tmn/dpa
  • Kleine Wohnungen leiden unter fehlendem Stauraum – Ausmisten alle sechs Monate hilft.
  • Expertin rät zu leicht zugänglichen, gut beleuchteten Schränken und Schubladen.
  • Multifunktionsmöbel schaffen Platz: Podestbett, Hochbett, Schreibtisch auf Regalen.
  • Zusätzlicher Stauraum: Hocker zum Aufklappen, beidseitig öffnender Schrank, Nische mit Vorhang.
  • Raumhöhe nutzen, aber Licht nicht blockieren – Regale bis zur Decke, auch über Türen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Raum ist in der kleinsten Hütte für ein glücklich liebend Paar“, so dichtete einst Friedrich Schiller (Der Jüngling am Bache). Und das mag für liebende Paare nach wie vor seine Richtigkeit haben. Woran es in kleinen Hütten aber fast immer mangelt, ist Stauraum. Dabei wäre er dort, und das ist das Paradoxon des Einrichtens, eigentlich am nötigsten.

Denn wer in einem Apartment oder WG-Zimmer lebt, muss dort alle seine Habseligkeiten unterbringen. Auch jene, die weniger dekorativ sind. Den Staubsauger, den Wäscheständer oder den großen Rucksack, den man nur einmal im Jahr braucht. Wie also schafft man dafür Stauraum, der nach Möglichkeit auch noch gut aussieht? Die üblichen Notlösungen versagen meist - zumindest in letzterem Punkt.

Was hinter der Zimmertür versteckt wird, fällt spätestens bei geschlossener Tür ins Auge. Und vollgestopfte Schränke und Schubladen, die sich nur noch mit Mühe schließen lassen, sind nicht nur ein unschöner Anblick. Man wird sie auch kaum noch nutzen, weil man zwischen all dem Krempel nichts mehr findet. Schritt eins auf dem Weg zu mehr Stauraum erfordert deshalb keine Investitionen, sondern vor allem den Mut, sich von Dingen zu trennen.

Was braucht man wirklich? Und was kann weg, kann verschenkt oder auf dem Flohmarkt verkauft werden? Alle sechs Monate empfiehlt Sima Niroumand eine solche private Inventur. Die Kölnerin entwickelt Wohnkonzepte für kleine Wohnungen, vor allem für Familien. Niroumand weiß, wovon sie spricht: Mit zwei Kindern wurde ihre eigene Innenstadtwohnung in Köln eigentlich zu klein. Aber die Familie hatte keine Möglichkeit umzuziehen.

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Schreibtisch kann zum Multifunktionsmöbel werden

„Also mussten wir nach Möglichkeiten suchen, den vorhandenen Wohnraum zu optimieren.“ Damit die Dinge, die nach dem Ausmisten noch da sind, aufgeräumt werden, muss Stauraum so gestaltet werden, dass man ihn gut nutzen kann. Schubladen sollten also nicht klemmen, sondern sich leicht öffnen lassen, Schränke und Regale ohne Verrenkungen erreichbar und gut beleuchtet sein.

„Selbstklebende LED-Strips eignen sich dafür sehr gut“, sagt Niroumand. Sie hält auch nichts davon, in jede Nische noch ein Schränkchen zu schieben, jede Lücke zwischen zwei Möbelstücken mit Regalbrettern zu füllen: „Das wirkt oft sehr unruhig.“ Platz schaffen, ohne zu viel Raum zu verbrauchen, lässt sich besser mit Möbeln, die mehrere Funktionen haben. Unter einem Bett zum Beispiel sind bis zu vier Quadratmeter Platz für Stauraum. Den macht man mit einem Podestbett nutzbar: Der Lattenrost wird auf Kästen mit Schubladen oder Regalen montiert.

Küchenschränke sind dafür gut geeignet. Plant man das Podest etwas breiter und länger als die Matratze, entsteht zusätzliche Ablagefläche, „die sich auch als Sitzgelegenheit eignet“, sagt Paola Bagna. Die Architektin hat sich auf Mikroapartments spezialisiert. In Berlin gestaltete sie Wohnungen, in denen auf 20 Quadratmetern Schlaf- und Wohnraum, Küche und Bad Platz fanden. Schreibtisch kann zum Multifunktionsmöbel werden.

Ein Klassiker für hohe Räume ist das Hochbett, unter dem Platz ist für Schränke, einen Schreibtisch oder ein Sofa. „Im Altbau ist die Höhe eine Qualität, die sich gut nutzen lässt“, sagt Bagna, „aber man muss aufpassen, dass man sich durch solche Einbauten nicht das Tageslicht nimmt.“ Das sei nämlich gerade für kleine Räume wichtig, die, wenn kein Licht hereinfällt, noch winziger wirken.

Auch ein Schreibtisch kann zum Multifunktionsmöbel mit Aufbewahrungsmöglichkeit werden – wenn man die Arbeitsplatte auf niedrige Schränke oder Regale legt. Hocker und Bänke zum Aufklappen sind zugleich Mini-Truhe und Sitzgelegenheit. Stauraum schaffe auch, wer statt einer Zwischenwand einen Schrank aufstellt, der sich von beiden Seiten öffnen lässt, sagt Paola Bagna.

Eine Nische im Raum kann man mit einem Vorhang oder Paravent abtrennen und dahinter Staubsauger und Wäscheständer verstecken. Vielen Räumen lässt sich Platz abgewinnen, wenn Regale und Schränke nicht auf halber Höhe enden, sondern bis zur Decke gebaut werden. Auch über der Tür ist noch Platz für ein Regalbrett oder einen Hängeschrank