Wildtiere in der Stadt
: Lahrer Verwaltung schlägt Einsatz eines Stadtjägers vor

Das Rathaus schlägt dem Gemeinderat in seiner Oktobersitzung vor, einen Stadtjäger formal zu beauftragen. Ende September wird erstmals der Umweltausschuss darüber beraten.
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red/pl
Lahr
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Was ist zu tun, wenn ein Waschbär Appetit auf den Inhalt der Abfalltonne verspürt?  Mit solchen Fragen beschäftigt sich die Stadt.

Was ist zu tun, wenn ein Waschbär Appetit auf den Inhalt der Abfalltonne verspürt? Mit solchen Fragen beschäftigt sich die Stadt.

dpa/Patrick Pleul
  • Lahr will einen Stadtjäger formell beauftragen – der Umweltausschuss berät am 24. September.
  • Ziel ist Hilfe bei Wildtieren im Siedlungsbereich, etwa Rehen, Waschbären, Füchsen und Mardern.
  • Im befriedeten Bezirk ist Jagen verboten, doch das JWMG erlaubt den Einsatz eines Stadtjägers.
  • Vorgeschlagen ist Siegfried Geisbauer: Er setzt auf Vergrämung, Entnahme nur als letztes Mittel.
  • Beauftragen können Bürger und die Stadt, Kosten trägt der Auftraggeber. Schnelles Handeln wird möglich.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wie soll man handeln, wenn im eigenen Hausgarten ein verirrtes Reh oder Wildschwein steht? Und wie, wenn ein Waschbär Appetit auf den Inhalt der Abfalltonne spürt, wenn ein Marderpärchen auf dem Dachboden nächtliche Unruhe stiftet oder an Bremsschläuchen knabbert?

Diesen Problemen möchte sich die Stadtverwaltung laut einer Pressemitteilung annehmen und schlägt dem Gemeinderat für seine Oktobersitzung vor, einen Stadtjäger formal zu beauftragen. Am Donnerstag, 24. September, wird erstmals der Umweltausschuss darüber beraten, wie die Stadt mitteilt.

Konfliktpotential mit Wildtieren dürfte noch zunehmen

„Da Siedlungsgebiete immer näher an Flächen heranrücken, die der natürliche Lebensraum von Wildtieren sind, kann es auch in bebauten Gebieten zu Begegnungen mit Wildtieren kommen“, heißt es in der Pressemitteilung. Oft seien es invasive Arten oder Wildtiere, die im Siedlungsabfall eine bequeme Futterquelle entdeckt haben und sich deshalb in bebaute Gebiete vorwagen. Eine steigende Population von Wildtieren im Siedlungsbereich könne demnach zu Problemen führen.

In Lahr gibt es laut Rathaus im befriedeten Bezirk hauptsächlich mit Nutrias, Kanadagänsen, Saatkrähen und anderen Rabenvögeln, Füchsen und Mardern Probleme. Das Konfliktpotenzial mit Wildtieren im Siedlungsbereich dürfte in Zukunft eher zunehmen, heißt es.

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Der Umgang mit Wildtieren ist in Baden-Württemberg im Jagd- und Wildtiermanagementgesetz (JWMG) geregelt. Dieses verbietet es grundsätzlich den beauftragten Jägerinnen und Jägern, im sogenannten „befriedeten Bezirk“ – das sind größtenteils die Siedlungs-, Grün- und Parkflächen – zu jagen und Wildtiere zu entnehmen.

Mögliche Besetzung steht bereits fest

Allerdings lässt es das JWMG zu, eine Stadtjägerin oder einen Stadtjäger für die befriedeten Bezirke einer Stadt einzusetzen. Der formelle Akt der Einsetzung bedeutet für die Stadt noch keine Kostenpflicht, da derjenige, der dem Stadtjäger einen konkreten Auftrag erteilt, diesen auch bezahlen muss, wie in der Mitteilung betont wird.

Die Stadt Lahr möchte Siegfried Geisbauer als Stadtjäger bestellen. Dieser hat eine spezielle Ausbildung absolviert und die notwendige Qualifikation nachgewiesen. Er sieht sich in seiner Tätigkeit eher als Berater und Strategieentwickler, um die jeweilige Wildtierart, die im Siedlungsbereich Probleme bereitet, dort zu vergrämen. Diese Taktiken können planerischer, landschaftsgärtnerischer oder baulicher Art sein. Die Entnahme eines Tieres soll dabei das letzte Mittel sein, wenn andere Maßnahmen nicht zum Ziel führen oder eine unmittelbare Gefahr besteht.

Flexibler Einsatz

Nach dem formalen Einsetzen von Geisbauer als Stadtjäger kann er von jedem betroffenen Lahrer Bürger sowie der Stadt Lahr selbst beauftragt werden, so die Stadt. Damit kann er im konkreten Fall schnell handeln, ohne vorher ein aufwändiges Genehmigungsverfahren durchlaufen zu müssen. Das ermöglicht einen flexibleren Einsatz und eine schnellere Reaktion, wenn es zu Problemen mit Wildtieren im Siedlungsbereich kommt.