Weiternutzen oder abreißen?: So geht’s mit dem historischen Haus in der Ettenheimer Neumannstraße weiter

Bald steht das Gebäude in der Neumannstraße leer.
DecouxDer katholische Kindergarten St. Bartholomäus zieht in den Anfangswochen des Kalenderjahres an seinen neuen Platz auf den Espen. Das Gebäude in der Neumannstraße wird vorerst somit ausgedient haben. Inzwischen hat die katholische Kirchengemeinde das Areal der bisherigen Kita an die Stadtbau verkauft.
Und was passiert nun mit dem Kindergartengebäude, wenn die Kita St. Bartholomäus in ihr neues Domizil auf den Espen umsiedelt? Diese Frage hört man in der Rohanstadt immer wieder. Ein Stück weit lüfteten Pfarrer Martin Kalt und Bürgermeister Bruno Metz bei einem Vor-Ort-Termin am Donnerstagmorgen das Geheimnis. Seit geraumer Zeit beschäftige die Frage die Verantwortlichen der katholischen Kirchengemeinde und der Stadt. „Schon im Jahr 2017“, so Bürgermeister Metz, habe sich erstmals mit der Zukunft der Kita beschäftigt, die den baulichen Anforderungen und den Vorgaben der zuständigen Stellen nicht mehr gerecht werden konnte. Man sei bei diesem „langfristigen Projekt nun auf der Zielgerade angekommen“, so Pfarrer Martin Kalt, dessen Aussage auch von Kindergartenleiterin Miriam Ohnemus und Katharina Bachmann vom städtischen Liegenschaftsamt kopfnickend bestätigt wurde.
Gebäude wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut
Fest steht: Gebäude und Areal gehen zum Ende des Jahres durch Verkauf vom bisherigen Eigentümer, der katholischen Kirchengemeinde, an die Stadtbau Ettenheim über. Dadurch erhalte sich die Stadt die Einflussnahme auf „eine nachhaltige Stadtentwicklung“, so Bürgermeister Metz. Dass sowohl bei der katholischen wie der politischen Gemeinde die zuständigen Stellen diesem Vorgehen zugestimmt haben, werteten sowohl Kalt wie auch Metz als ein Zeichen vertrauensvoller Zusammenarbeit und verlässlicher Partnerschaft.
Durch die Übernahme durch die Stadt bleibe ein prägnantes Gebäude – laut Pfarrer Kalt stammt es aus den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts – der Stadt erhalten und könne für eine künftige Nutzung sinnvoll weiterentwickelt werden, so Metz. Angedacht seien sowohl eine gewerbliche Nutzung – Interessierte hätten sich die Räumlichkeiten schon angeschaut. „Allesamt würden sie der Stadt guttun“, so Metz.
Zukunft hängt von späteren Nutzern ab
Ob der Anbau, der inzwischen auch schon mehr als ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel hat, stehen bleiben, eine Nutzung finden oder abgerissen wird, sei im Augenblick noch nicht absehbar. Das hänge dann von den späteren Nutzern ab. „Entschieden ist noch nichts“, so der Rathauschef. Für ihn sei jedoch klar, dass man die Umzäunung entfernen und den Zugang zum Areal auf der Nordseite vom Mühlenweg her schaffen werde. Das biete sich hinsichtlich der Straßenführungen an – „immerhin liegt das Areal im Kreuzungsbereich von drei Straßen und mit direkter Anbindung an die Infrastruktur auf den Espen“. Auf der Südseite des Areals sei zudem die Schaffung von Wohnraum denkbar. Die Schaffung einer reinen Parkanlage sei dagegen wirtschaftlich nicht vertretbar. Egal, was mit dem historischen Haus passiert: Unumgänglich sei mit der künftigen Nutzung ein Eingriff auf den alten Baumbestand.