Vor zehn Jahren eröffnet: Der Gemeinschaftsschule Rust/Kappel-Grafenhausen standen viele Hürden im Weg

Bürgermeister Kai-Achim Klare (von links) ehrte Wegbereiter der ersten Stunde: Maria Gut, Elke Boni Debacher,Karl-Heinz Debacher, Wolfram Wegmann (für Vater Hans Wegmann) und Bärbel Bührer (Ehefrau von Alfred Bühler).
DecouxMit einem festlichen Abend in der Aula des Neubaus hat die Gemeinschaftsschule Rust/Kappel-Grafenhausen ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert. Gemeinsam mit Wegbereitern der ersten Stunde, Schülern, Lehrkräften sowie Vertretern aus der Politik wurde nicht nur auf ein Jahrzehnt Gemeinschaftsschule zurückgeblickt, sondern zugleich auf 250 Jahre Schulgeschichte am Standort Rust.
In seiner Ansprache erinnerte Bürgermeister Kai-Achim Klare an die Anfänge der Entwicklung. Bereits 2009 sei die Schule Rust eine Bildungspartnerschaft mit der Ferdinand-Ruska-Schule in Grafenhausen eingegangen. „Diese Weitsicht ist den damaligen Schulleitern Karl-Heinz Debacher (Rust) und Maria Gut (Grafenhausen) zu verdanken“, betonte Klare. Der Entschluss habe sich als wegweisende Pfadentscheidung erwiesen. Ein weiterer Meilenstein folgte 2014 mit der Idee, eine Gemeinschaftsschule einzurichten, um den Schulstandort langfristig zu sichern. Zu diesem Zeitpunkt sei die neue Schulart in Baden-Württemberg noch längst nicht flächendeckend in den Köpfen der Menschen angekommen gewesen. Für die gesamte Schullandschaft in der südlichen Ortenau und im nördlichen Breisgau habe sie eine tiefgreifende Veränderung bedeutet. Mit der Genehmigung durch das Kultusministerium im Jahr 2015 konnte die Gemeinschaftsschule schließlich zum Schuljahr 2016/17 starten. Die Bestrebungen von Debacher und Gut hätten damit Erfolg gehabt. Heute sei die Schule zu einem Leuchtturm der Region geworden.
Erst war ein Anbau geplant, dann ist ein Neubau entstanden
Von Beginn an sei jedoch klar gewesen, dass die räumlichen Voraussetzungen geschaffen werden müssten. Zunächst war lediglich von einem Anbau die Rede, letztlich wurde ein kompletter Neubau realisiert, der 2023 in Betrieb genommen werden konnte.
Im Rahmen der Feier wurden die Wegbereiter der ersten Stunde gewürdigt. Bürgermeister Klare hob insbesondere die Verdienste von Debacher hervor. Er habe früh erkannt, dass Schule nur dann Zukunft habe, wenn sie sich weiterentwickele und neue Wege gehe. Die Konzeption der Gemeinschaftsschule trage seine Handschrift. Trotz großer Herausforderungen habe er den Prozess mit persönlichem Einsatz, Beharrlichkeit und pädagogischem Fachwissen erfolgreich zum Ziel geführt. Auch der früheren Schulleitern Maria Guth galt Dank für ihr Engagement.
Schulleiter Christian Moser würdigte ebenfalls die Leistungen seines Vorgängers. Debacher habe gemeinsam mit Gut „das erste Kapitel der Gemeinschaftsschule geschrieben“. Die Schule habe in Rust einen hohen Stellenwert. Gegenseitige Wertschätzung und Toleranz würden hier tagtäglich gelebt und seien wichtige Bausteine für erfolgreiches Lernen.

Die Big Band des Musikvereins Rust sorgte für Stimmung.
Foto: DecouxKarl-Heinz Debacher selbst blickte mit Stolz auf die Entstehungsgeschichte zurück. Ursprünglich habe man die Einrichtung einer Realschule angestrebt. „Dann kam die Gemeinschaftsschule. Wir haben immer geschaut, wie wir weiterkommen“, sagte er. Der umfangreiche Antrag sei bis ins kleinste Detail vorbereitet worden. Trotz mancher Widerstände sei es gelungen, die Schule auf den Weg zu bringen. „Darauf bin ich stolz und froh.“
Auch Sandra Boser erinnerte an die schwierige Anfangsphase. Als die Gemeinschaftsschulen ab 2012 in Baden-Württemberg eingeführt wurden, habe es in mehreren Kommunen Bürgerentscheide gegeben. Das Konzept war vielerorts umstritten und erforderte intensive Überzeugungsarbeit. Der Erfolg gebe dem Konzept heute jedoch recht: Während die Schule zunächst zweizügig gestartet sei, werde sie inzwischen dreizügig geführt. Das zeige eindrucksvoll, wie erfolgreich sich die Gemeinschaftsschule entwickelt habe, so die Landtagsabgeordnete.
Für den musikalischen Rahmen sorgte die Big Band des Musikvereins Rust. Gemeinsam mit Sängerin Laura Förster verlieh sie dem Jubiläumsabend eine beschwingte und festliche Note.