Versorgungsverband ist 30 Jahre alt
: Beim Thema Wasser halten in der südlichen Ortenau alle zusammen

Der Wasserversorgungsverband wurde 1996 gegründet. Seither helfen sich die Kommunen der südlichen Ortenau gegenseitig beim Thema Trinkwasser aus. Zum Geburtstag erinnerten sich die Beteiligten an die Anfänge, Wegbereiter – und Probleme.
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(red/cp)
Südliche Ortenau
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Zum Geburtstag des Wasserversorgungsverbands unternahm eine Gruppe Verantwortlicher eine Fahrradtour zu den Tiefbrunnen. Dabei waren unter anderem die Bürgermeister Philipp Klotz (Kappel-Grafenhausen; Vierter von links), Kai-Achim Klare (Rust; ab Klotz von links); Bruno Metz (Ettenheim); Pascal Weber (Ringsheim) und Dietmar Benz (Mahlberg).

Zum Geburtstag des Wasserversorgungsverbands unternahm eine Gruppe Verantwortlicher eine Fahrradtour zu den Tiefbrunnen. Dabei waren unter anderem die Bürgermeister Philipp Klotz (Kappel-Grafenhausen; Vierter von links), Kai-Achim Klare (Rust; ab Klotz von links); Bruno Metz (Ettenheim); Pascal Weber (Ringsheim) und Dietmar Benz (Mahlberg).

Gemeinde Ringsheim
  • 30 Jahre WVV Südliche Ortenau: Jubiläumstour per Rad zu mehreren Tiefbrunnen.
  • Kooperation seit 1996 sichert Trinkwasser – heute fünf Tiefbrunnen und Notstrom.
  • Wachstum: Belieferung u. a. Mahlberg, Kappel-Grafenhausen-Rust, seit 2024 auch Herbolzheim.
  • Meilensteine waren 2018 Brunnen West, 2021 Verbandsfusion und 2023 Kappel II.
  • Versorgung gilt als stabil – ausreichend Vorkommen im Oberrheingraben trotz Trockenperioden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zum 30-jährigen Bestehen des Wasserversorgungsverbands Südliche Ortenau (WVV) haben Verbandsvertreter, Wegbegleiter und Gäste eine gemeinsame Radtour zu den eigenen Tiefbrunnen unternommen. Im Mittelpunkt stand dabei die Geschichte der Kooperation, die Menschen hinter der Wasserversorgung – und der Blick auf die kommenden Herausforderungen, heißt es in einer Mitteilung.

„Dass wir unser Jubiläum mit einer gemeinsamen Radtour feiern und dabei unsere Tiefbrunnen besichtigen, könnte kaum passender sein“, sagte der Verbandsvorsitzende und Ringsheimer Bürgermeister Pascal Weber in seiner Ansprache. „Wir verbinden im WVV Technik und Natur, Daseinsvorsorge und Lebensmittelqualität sowie die Menschen, die sich seit drei Jahrzehnten für eine sichere Trinkwasserversorgung einsetzen und von dieser profitieren. Wir sind dabei solide aufgestellt, haben genügend Trinkwasservorkommen und ausreichend Fördervolumen, um auch in Trockenperioden wie derzeit, verlässlich liefern zu können.“ Die Geschichte des Verbands begann mit der Gründung zum 1. Januar 1996. Vorausgegangen waren Gespräche zwischen Ettenheim und Ringsheim, deren eigene Wasserversorgungen vor großen Herausforderungen standen, heißt es weiter. Die Lösung lag in der Zusammenarbeit und in der gemeinsamen Erschließung neuer Tiefbrunnen im Ruster Niederwald. „Die Gründungsväter haben schon damals großen Weitblick bewiesen“, betonte Weber. Sie hätten früh erkannt, dass eine zuverlässige Wasserversorgung keine Aufgabe einzelner Gemeinden, sondern eine gemeinsame Verantwortung sei. „Ohne ihren Mut, aufeinander zuzugehen, und ohne das Vertrauen in den jeweils anderen gäbe es unseren Verband heute nicht“, so der Vorsitzende.

Mit der Zeit sind die Anforderungen gewachsen

Mit dem Wachstum der Region stiegen auch die Anforderungen. Seit 2001 belieferte der ursprüngliche Verband (Ettenheim und Ringsheim) dann unter anderem auch die Stadt Mahlberg und den Nachbarverband Kappel-Grafenhausen-Rust mit Trinkwasser. Gleichzeitig gilt es, das Wachstum von Europa-Park und Rulantica zu begleiten. Hinzu kamen auch die örtlichen Entwicklungen von Gewerbe und Einwohnerwachstum, die die Versorgung vor stets neue Aufgaben stellt. Zunächst verfügte der Verband über zwei Brunnen im Ruster „Oberwald“. Nach einem fast zehnjährigen Genehmigungs- und Planungsverfahren ging dann 2018 der dritte Tiefbrunnen „West“ (Nahe „Colosseo“ in Rust) in Betrieb.

Ein weiterer Meilenstein war dann 2021 die Zusammenlegung der bis dahin eigenständigen Verbände Kappel-Grafenhausen-Rust sowie Südliche Ortenau (Ettenheim, Ringsheim) zum neuen Verband „Südliche Ortenau“. 2023 folgte mit dem Brunnen „Kappel II“ (Nahe Friedhof Kappel) das erste gemeinsame Projekt, nachdem bei der Fusion der Tiefbrunnen „Kappel I“ mit übernommen wurde. Über das vergrößerte Verbandsgebiet hinaus wird die Stadt Mahlberg weiterhin mit rund 90 Prozent des dort benötigten Trinkwassers beliefert, so die Mitteilung. 2024 kam dann die Stadt Herbolzheim als weiterer Kunde mit einer separaten Zuleitung und rund 100.000 Kubikmetern Liefermenge hinzu. Diese Leitung funktioniert auch in Gegenrichtung, so dass gegenseitige Hilfe bei Ausfällen oder Notsituationen möglich wäre.

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Für den Ernstfall gibt es ein Notstromaggregat

In den vergangenen 30 Jahren blieb der Verband nicht von Problemen verschont. Auch schwierige Situationen wie Sandeinträge, Stromausfälle oder Druckstöße im Netz konnte der Verband meistern, heißt es weiter. Letzter Schritt war hier Kauf und Installation eines großen Notstromaggregats als Krisensicherheitsmaßnahme. Der Verband verfügt heute über fünf Tiefbrunnen mit einer Förderleistung von je 500.000 Kubikmetern, dazu gibt es noch kleine Reserven. „Wir haben eine selbstbestimmte, interkommunale und absolut leistungsfähige Wasserversorgung aufgebaut“, sagte Weber sichtlich stolz und fügte an: „Wir wissen gleichzeitig, dass die Anforderungen weiter wachsen. Aber wir haben in den vergangenen 30 Jahren gezeigt, dass wir Herausforderungen gemeinsam meistern können.“

Es gibt genügend Reserven

Zum Abschluss seiner Ansprache erinnerte Pascal Weber daran, dass Trinkwasser keine Selbstverständlichkeit und keine beliebige Ware sei. Es sei das wichtigste Lebensmittel und eine zentrale Aufgabe der öffentlichen Daseinsvorsorge. Gerade angesichts der derzeitigen Trockenperiode wolle er explizit betonen, dass die Versorgung in der südlichen Ortenau auch in diesen Phasen absolut gesichert sei. Durch die Lage der Brunnen im wasserreichen Oberrheingraben, dem Elzzufluss und den Wässerungen im Naturschutzgebiet Elzwiesen verfüge man über ausreichend und besonders gutes Wasser. Alleine die beiden regelmäßig stattfindenden Wiesenwässerungen vor Rust würden rund fünf Millionen Kubikmeter Wasser versickern lassen, doppelt so viel wie man durch die fünf Brunnen entnehme.