Verkehr: Stadt Lahr will „Elterntaxis“ von Schultoren fernhalten

Der Straßenverkehr birgt für Kinder viele Gefahren.
Pleul- Lahr ordnet Elternhalte ein und will „Elterntaxis“ von Schultoren fernhalten.
- Neue Elternhalte: u. a. am „Schlüssel“ zur Entlastung umliegender Schulen.
- Sicherere Querungen durch Gehwegnasen, Mittelinseln und neue Überwege.
- Gehwegparken nur auf markierten Flächen; Tempo 30 auf belebten Schulwegen.
- Kinderregeln: Radeln bis 8 auf Gehweg Pflicht, bis 10 erlaubt – Aufsicht darf mit.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein aufmerksames Miteinander gelte besonders auch direkt vor den Schulen, heißt es aus dem Rathaus. Oft würden sich Eltern dafür entscheiden, ihre Kinder aus Sicherheitsgründen mit dem Auto zur Schule zu bringen. Doch durch diese „Elterntaxis“ werde die Verkehrslage vor der Schule unübersichtlich – das sei eine Gefahr für die Kinder, die zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule kommen.
„Wer Kinder mit dem Auto zur Schule bringt, sollte zumindest nicht unmittelbar vor dem Schuleingang halten oder wenden“, betont die Verwaltung. Die Stadt Lahr habe deshalb bereits an einigen Stellen, etwa in der Kuhbacher Hauptstraße, der Hugo-Eckener-Straße und im Mauerweg, Elternhalte für den Hol- und Bringverkehr eingerichtet. Im neuen Schuljahr, das am Montag beginnt, sei zusätzlich die Einrichtung eines Elternhalts am „Schlüssel“ zur Reduzierung des Hol- und Bringverkehrs der umliegenden Schulen vorgesehen.
Auch bei Straßenquerungen wolle man Kindern helfen, betont die Verwaltung. Bauliche Schutzeinrichtungen am Gehwegrand – sogenannte Gehwegnasen wie im Umfeld der Grundschule Langenwinkel –, Mittelinseln oder Fußgängerüberwege, wie kürzlich in der Gutleutstraße eingerichtet, würden sichere Wegeverbindungen schaffen. Darüber hinaus befasse man sich mit der Ordnung des ruhenden Verkehrs für gut nutzbare Gehwege und freie Sichtbeziehungen.
Das Parken auf Gehwegen hat die Stadt bereits zum 1. Januar 2020 mit einem Konzept für das gesamte Stadtgebiet geregelt: Gehwegparken ist nur dort erlaubt, wo Stellplätze explizit markiert sind. Außerdem nutzt die Stadt die Möglichkeit der 2024 novellierten Straßenverkehrsordnung, an besonders belebten Schulwegen montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr Tempo 30 anzuordnen.
Kinder bis zum zehnten Geburtstag dürfen auf dem Gehweg Fahrradfahren
„Die besten Sicherheitsvorkehrungen sind jedoch die gegenseitige Rücksichtnahme im Verkehr und ein Perspektivwechsel, der das Verständnis der Belange anderer Verkehrsteilnehmender ermöglicht. Insbesondere die ordnungsrechtlichen Maßnahmen wirken nur, wenn alle Verkehrsteilnehmende sie einhalten“, hebt die Verwaltung hervor. So sei der Gehweg natürlich hauptsächlich Fußgängern vorbehalten. Radfahrende Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr müssen den Gehweg benutzen, bis zum zehnten Geburtstag dürfen sie es. Zudem darf eine Aufsichtsperson ab 16 Jahren Kinder unter acht Jahren mit dem Fahrrad auf dem Gehweg begleiten.
Ist ein Gehweg mit dem Zusatzschild „Radfahrer frei“ gekennzeichnet, ist das Fahren erlaubt, allerdings nur in Schrittgeschwindigkeit. Fahrzeuge dürfen den Gehweg natürlich nicht befahren, auch nicht an Engstellen zum Überholen oder Begegnen. Dies werde in Lahr an vielen Stellen allerdings oft missachtet, etwa in der Heidenburgstraße, der Moltkestraße, der Roonstraße oder der Bertha-von-Suttner-Allee, heißt es aus dem Rathaus.
Die Stadt und die Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußverkehrsfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg bitten laut der Mitteilung aus dem Rathaus alle Verkehrsteilnehmer um erhöhte Aufmerksamkeit und ein rücksichtsvolles Miteinander. Denn Kinder würden den Straßenverkehr ganz anders wahrnehmen als Erwachsene: Sie könnten Geschwindigkeiten und Entfernungen noch nicht zuverlässig einschätzen und lassen sich leichter ablenken. Außerdem werden sie aufgrund ihrer Körpergröße zwischen parkenden Fahrzeugen oft erst spät gesehen.
Stadt plant Beschlüsse
Während des kommenden Schuljahrs 2026/2027 werde man weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Schulwegsicherheit umsetzen, teilt die Stadtverwaltung mit. Der Beirat für Verkehrsangelegenheiten soll in seiner Sitzung am Donnerstag, 1. Oktober, über die Vorhaben informiert werden. So sei noch im September der Baubeginn für die Umgestaltung des Rosenwegs vorgesehen, auf dem viele Schüler mit dem Rad unterwegs sind. Die Planung sieht neben einem breiten Gehweg zwischen Rosenpark und Willy-Brandt-Straße auch einen Fußgängerüberweg zur bevorrechtigten Querung der Willy-Brandt-Straße vor.