Verdi ruft erneut zu Streik auf
: SWEG befürchtet „erhebliche Ausfälle“ im Ortenauer Nahverkehr

Im Ortenauer Nahverkehr kommt es ab Mittwoch laut SWEG zu Fahrtausfällen. Der Grund: Die Gewerkschaft Verdi ruft Beschäftigte erneut dazu auf, ihre Arbeit niederzulegen. Das Verkehrsunternehmen kritisiert den Appell scharf.
Von
red/cp
Ortenaukreis
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Die Gewerkschaft Verdi ruft Beschäftigte der SWEG zu einem Warnstreik auf. Dies führt von Mittwoch bis Freitag, 30. September bis 2. Oktober, zu zahlreichen Bus- und Zugausfällen.

Die Gewerkschaft Verdi ruft Beschäftigte der SWEG zu einem Warnstreik auf. Dies führt von Mittwoch bis Freitag, 30. September bis 2. Oktober, zu zahlreichen Bus- und Zugausfällen.

Schuldt
  • Verdi ruft SWEG-Beschäftigte zum Warnstreik auf, es drohen ab Mittwoch Ausfälle.
  • Bus- und Zuglinien sind betroffen – Einschränkungen in Lahr, Offenburg, Schutterwald und Kehl.
  • Keine Züge fahren voraussichtlich Achern–Ottenhöfen und Biberach–Oberharmersbach.
  • SWEG meldet: Auf Freiburg–Elzach und Offenburg–Straßburg fahren Züge planmäßig.
  • SWEG kritisiert Verdi, nennt Angebot verhandlungsfähig und rechnet mit erheblichen Busausfällen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Gewerkschaft Verdi ruft Beschäftigte der SWEG zu weiteren Warnstreiks auf. Anders als bei den beiden vorherigen Streiks in diesem Monat sind dieses Mal nicht nur Bus-, sondern auch Zuglinien betroffen. Darüber informiert die SWEG in einer Mitteilung. Von Mittwoch bis einschließlich Freitag, 30. September bis 2. Oktober, kommt es demnach unter anderem in Lahr, Offenburg, Schutterwald und Kehl zu Einschränkungen.

Da der Streikaufruf die Zugleitstellen in Endingen am Kaiserstuhl und Gammertingen einbezieht, fahren voraussichtlich keine Züge zwischen Achern und Ottenhöfen sowie Biberach und Oberharmersbach. Die SWEG gibt Entwarnung: Keine Ausfälle gibt es beim Zugverkehr aller Voraussicht nach auf den Strecken Freiburg – Elzach, Offenburg – Straßburg, Offenburg – Bad Griesbach, Offenburg – Freudenstadt und Hausach – Hornberg.

Ein anderes Bild ergibt sich Busbereich: Wie bisher sind unter anderem folgende SWEG-Standorte betroffen: Emmendingen, Lahr, Offenburg, Schutterwald und Kehl. „Es ist deshalb in diesen Verkehrsgebieten mit erheblichen Fahrtausfällen im Busverkehr zu rechnen“, so die SWEG. Auch der Schulbusverkehr werde voraussichtlich ausfallen. „Eine Ersatzbeförderung für die Fahrgäste ist leider nicht möglich“, heißt es weiter. Die SWEG bittet betroffene Fahrgäste daher, auf andere Verkehrsunternehmen und Verkehrsmittel auszuweichen oder den Fahrtwunsch zu verschieben.

Laut SWEG bringen die Streiks eine „unnötige Schärfe“ in Verhandlungen

Verdi-Verhandlungsführerin Frederike DeCoite begründet: „In den nächsten Monaten stehen bei mehreren Buslinien der SWEG Betriebe wieder Neuausschreibungen an.“ Den Fahrern drohten betriebsbedingte Kündigungen, den Fahrgästen erhebliche und langfristige Einschränkungen im ÖPNV. „Wir akzeptieren nicht, dass die SWEG jegliche Verhandlungen zum besseren Schutz ihrer Fahrer verweigert und das landeseigene Unternehmen seine Verantwortung für seine Beschäftigten ignoriert“, sagte die Gewerkschafterin.

Die aktuellen Warnstreiks stoßen bei der SWEG-Konzerngeschäftsführung auf Unverständnis: „Verdi bringt eine unnötige Schärfe in die laufenden Verhandlungen“, so Konzerngeschäftsführer Thilo Grabo. Verdi vermenge bei den aktuellen Warnstreiks zwei Dinge: Zum einen geht es laut Mitteilung um den seit Ende August 2026 abgelaufenen aktuellen Eisenbahn-Tarifvertrag (ETV), zu dem sich Verdi derzeit in Tarifverhandlungen mit dem Arbeitgeberverband Deutsche Eisenbahnen (AGVDE) – also nicht direkt mit der SWEG – befinde. „Die Arbeitgeberseite hat hier ein mehr als verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt und die Streiks sind daher unverhältnismäßig“, so Grabo. Zum anderen gehe es um die Auswirkungen von Ausschreibungen im Busbereich. „Themen wie Betriebsänderungen und -stilllegungen sind laut Betriebsverfassungsgesetz eine Angelegenheit zwischen Unternehmen und Betriebsrat – nicht zwischen Unternehmen und Gewerkschaft“, erläutert Grabo. Bei der SWEG Bus GmbH seien derzeit die Verkehrsbetriebe Weil am Rhein-Lörrach und Wiesloch-Walldorf von dieser Thematik betroffen. „Wir sind in beiden Fällen auf einem guten Weg, denn derzeit laufen Sozialplanverhandlungen mit den lokal betroffenen Beschäftigten, in deren Rahmen es bereits erste Vereinbarungen gibt.“

Laut SWEG verdienen Busfahrer 22,77 Euro pro Stunde

Ebenfalls wichtig zu wissen: Der gegenwärtig von Verdi kritisierte WBO-Tarifvertrag wurde ebenfalls von Verdi ausgehandelt, betont die SWEG. Busfahrer hätten aktuell im WBO-Tarif im Hause der SWEG einen Stundenlohn von 22,77 Euro, wenn sie bereits zehn Jahre als Busfahrer tätig seien – das heißt, dass der monatliche Bruttolohn aktuell laut WBO-Tarif im Hause der SWEG bei 3848,13 Euro liegt, erklärt das Unternehmen.

Die SWEG kritisiert: „Die von Verdi genannte Zahl von rund 500 betroffenen Beschäftigten entspricht nicht den tatsächlichen Verhältnissen. Nach aktuellem Stand sind perspektivisch rund 100 Busfahrer in einzelnen Bestandsbetrieben des SWEG-Konzerns betroffen. Außerdem stehen bei der SWEG Bus GmbH keine Betriebsstilllegungen an.“