Umfrage beim Markt der Demokratie: Das verbinden die Lahrer mit Demokratie und Lokaljournalismus

Am Stand der Lahrer Zeitung wurde rege diskutiert.
StahlWas verbinden Sie mit dem Begriff Demokratie? Und warum spielt der Lokaljournalismus dabei eine wichtige Rolle? Diese Fragen stellte die Lahrer Zeitung den Besuchern am „Markt der Demokratie“ am vergangenen Samstag (wir berichteten). Jeder war eingeladen, seine Gedanken ganz frei auf Plakatwänden am Stand auf dem Schlossplatz festzuhalten – und viele nutzten die Gelegenheit. Die Antworten fielen ganz unterschiedlich aus, zeigten aber auch Gemeinsamkeiten.
„Freiheit“ ist eine Antwort, die sich auf dem Plakat zur Aussage „Demokratie bedeutet für mich...“ in verschiedenen Formen findet. Auch die Themen „Rechte“, „Möglichkeiten“ und „Selbstbestimmung“ greifen einige Besucher auf.
Etwas ausführlicher ist ein Zettel, der wiederum vier Gegenfragen stellt: „Wer ist gegen Demokratie? Wer ist gegen Versammlungsfreiheit? Wer ist gegen freie Meinungsäußerung? Wer ist gegen politische Zwänge?“ Und genau darum sollte es bei der Kundgebung am Samstag auch gehen: Fragen stellen, ins Gespräch kommen, austauschen.
Mehrere Beiträge betonten die Bedeutung des Lokalen
Dass es bei der Demokratie auch um „unbegrenzten Informationszugang“ gehe, schrieb ein anderer Besucher auf das Plakat. Damit kommt auch der Lokaljournalismus ins Spiel. Unter der Äußerung „Lokaljournalismus ist wichtig für die Demokratie, weil...“ fanden sich auf dem Markt der Demokratie noch viele ausführlichere Antworten.
Die klare Aussage eines Teilnehmers: „Weil er Leuten eine Stimme gibt“. „Um auf dem neusten Stand in der Region zu bleiben“, antwortete eine andere Besucherin.
Gerade der Fokus auf das Lokale findet sich auch auf drei anderen Zetteln wieder: „Weil bewegende Geschichten auch im Lokalen stattfinden“, „Weil sich Demokratie eben nicht weit weg in Berlin oder Brüssel abspielt – sondern hier vor der Haustür“ und „Weil es vertrauter mit der Heimat macht“. Der Lokaljournalismus steht laut eines weiteren Teilnehmers für „offene, konstruktiv-kritische Berichterstattung“.
Zwei Beiträge ergänzten sich besonders gut: Auf dem ersten Plakat findet sich ein Zettel mit folgenden Gedanken: „Demokratie bedeutet Gewaltenteilung. Es gibt eine Exekutive, Legislative und Judikative. Alle sollen getrennt sein und sich nicht gegenseitig übernehmen.“ Auf dem zweiten Plakat schrieb ein Besucher darüber, wie Lokaljournalismus als Kontrolle dieser Gewalten handelt, also als vierte Macht zu verstehen ist. Ein Dank gilt allen, die an der Aktion teilgenommen und eine Antwort auf die Plakate geschrieben oder einfach für ein Gespräch vorbeigeschaut haben.
Der Dank galt allen Beteiligten
Dass sich die Arbeit für den Markt gelohnt habe, bestätigte am Samstag Initiator Heinz Siebold nach einigen Stunden in einem Zwischenfazit: „Wir sind sehr zufrieden“, erzählte er unserer Redaktion. Jeder Stand habe sein Zeichen für demokratische Teilhabe gesetzt, betonte er – seien es die beiden lokalen Zeitungen, die Volkshochschule Lahr mit ihrem „Schwätzbänkle“ direkt gegenüber der Lahrer Zeitung, das Frauenpolitische Forum mit seinem Quiz oder die Rede- und Musikbeiträge verschiedener Menschen, die an diesem Tag auf dem Schlossplatz ein Zeichen setzen wollten.
„Die schöne Atmosphäre sowie die Diskussionen und Gespräche“, sagte Siebold, zeichneten für ihn den Markt der Demokratie in der Lahrer Innenstadt aus.