Über Ostern wird Bahn stillgelegt: Fußgängerbrücke in Orschweier wird ab März saniert

Bevor die Fußgängerbrücke am Bahnhof Orschweier 2035 im Zuge der Rheintalbahnsanierung abgerissen wird, muss sie zuerst erneuert werden. (Archivfoto)
DecouxBauprojekte in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn benötigen eine lange Vorlaufzeit und sind in der Abwicklung kompliziert. Diese Erfahrung macht einmal mehr die Stadt Mahlberg. Weil die Bahn bei Arbeiten nahe der Gleisanlagen nur von ihr zertifizierte Planungsbüros akzeptiert, musste die Stadt inzwischen mit drei Ingenieurbüros zusammenarbeiten – und letztlich auch für die Kosten aufkommen. Nun ist jedoch der Anfang vom langersehnten Ende in Sicht.
Doch was ist überhaupt der Stand der Dinge? Im Februar 2022 hat der Gemeinderat den Beschluss zur Sanierung der Fußgängerbrücke südlich des Bahnhofs Orschweier über die Gleisanlage gefasst. Unstrittig ist, dass die Stadt Kostenträgerin für Arbeiten an der Brücke ist. Unstrittig ist auch, dass die Stadt für Schäden an der Gleisanlage durch die Brücke in der Haftung steht. Weil die Brücke bei der Sanierung der Rheintalbahn Ende der 2030er Jahre nach den bisherigen Plänen der Bahn durch eine Unterführung ersetzt werden soll, wurde im Planungsprozess der Umfang der Sanierung an die angesetzte Nutzungsdauer angeglichen. Soll heißen: Für 400 000 Euro sollte das Bauwerk so verkehrssicher gemacht werden können, dass sie ein Dutzend Jahre „durchhält“.
Sanierung soll 105 Arbeitstage in Anspruch nehmen
So war jedenfalls die Kalkulation von vor drei Jahren. Verkehrssicher bedeute in diesem Zusammenhang, so die Erläuterung von Bürgermeister Dietmar Benz, dass ausgeschlossen werden kann, dass Teile der Brücke auf die Gleise stürzen und der Schienenverkehr dadurch behindert werde.
Wie Komplex eine Sanierung in der Abwicklung sein kann, erfuhr die Stadt im Nachgang. Denn neben den Planungsarbeiten für die Sanierung musste die Stadt zudem für „bahntechnische Dienstleistungen“ ein zertifiziertes Büro beauftragen. Zudem muss die Stadt für die Kosten aufkommen, die durch die Vollsperrung der Rheintalstrecke anfallen. Denn während der Bauarbeiten im Gleisbettbereich muss der Bahnbetrieb für mindestens vier Tage eingestellt werden. Diese Arbeiten sollen nun zwischen Karfreitag und Ostermontag 2026 erfolgen. Der Zeitplan für die Sanierung ist dagegen von März bis Juli geplant. In 105 Arbeitstagen soll die Brücke auf Vordermann gebracht werden.
Am Ratstisch herrscht große Verärgerung
Aktuell geht die Stadt von Gesamtkosten in Höhe von 620 000 Euro aus. Bürgermeister Benz betonte überdies, dass dieser Kostenrechnung noch die Baukostenermittlung von vor drei Jahren zugrunde liege. Benz: „Dass es noch teurer wird, kann ich deshalb nicht ausschließen.“
Stadtrat Frank Herden (SPD) stieß die Kostenentwicklung sauer auf. „Und in zwölf Jahren reißen wir die Brücke wieder ab. Das ist für mich ein Schildbürgerstreich“, echauffierte er sich. Bürgermeister Benz wollte die Verärgerung durchaus nachvollziehen, erinnerte zugleich aber daran, dass die Stadt für die Verkehrssicherheit verantwortlich sei: „Wenn ein Teil der Brücke aufs Gleis fällt, kann uns das teuer, deutlich teurer zu stehen kommen.“ Weshalb mit der Bahn nicht darüber verhandelt werde, ob alternativ nicht jetzt schon eine Unterführung gebaut werde könne, wollte Herden ergänzend wissen. Die Stadt müsse in diesem Fall, so der Bürgermeister in seiner Replik, den Bau vorfinanzieren. Die Kosten hierfür würden die Kosten einer Sanierung weit übersteigen, so Benz. Außerdem koste diese Verhandlung weiter Zeit.
Gegen die Stimme von Herden beschloss das Gremium letztlich mehrheitlich den Zeitplan für die Sanierung und akzeptierte auch die Kostensteigerung.