Typisierungsaktion für Leukämie-Patientin: Überleben einer Reichenbacherin hängt an Stammzellspende

Jule Fabry (rechts) und Jana Beck aus Reichenbach nahmen mit mehr als 300 weiteren Menschen an der Typisierungsaktion in der Geroldseckerhalle in Reichenbach teil.
BeckJährlich erkranken in Deutschland etwa 13 000 Menschen an Leukämie. Eine davon ist eine Frau aus Reichenbach, die nach einer Chemotherapie dringend eine Stammzellentherapie braucht. Für sie wurde am vergangenen Sonntag in Reichenbach eine Typisierungsaktion in Gang gesetzt. Mehr als 300 Menschen kamen in die Geroldseckerhalle, um sich typisieren zu lassen.
„Vielen Dank für die große Unterstützung“, sagte Yvonne Lüdtke, neben Maria Burger eine von zwei Koordinatorinnen der Stammzellendatei der Freiburger Universitätsklinik, die am Sonntag fünf Stunden lang in der Geroldseckerhalle im Einsatz war. Die beiden begleiteten mit einem Helferstab aus Reichenbach und den Nachbargemeinden Kuhbach und Seelbach die Typisierungsaktion für die 47 Jahre alte Mutter von zwei Kindern. Aufgerufen zu der Aktion hatten der DRK-Ortsverein Reichenbach-Kuhbach, das Familien- und Freizeitbad Reichenbach, das Freiburger Uni-Klinikum und der DRK-Blutspendedienst.
„Das erste Ergebnis kann sich sehen lassen“, sagte Lüdtke am Ende des Typisierungstages um 16 Uhr in der Geroldseckerhalle. Genau 372 Personen zwischen 18 und 55 Jahren waren gekommen, um sich typisieren zu lassen.
Ein Abstrich der Wangeninnenseite und eine unterschriebene Einverständniserklärung – mehr war nicht nötig, um sich als Stammzellenspender registrieren zu lassen. Das Ganze, um einer Frau zu helfen, die sich im Badverein engagiert und in der Vergangenheit bereits einen Schicksalsschlag zu überstehen hatte. Erst kämpfte sie gegen einen Brustkrebs an, jetzt steht sie mit der Diagnose Leukämie vor einer weiteren lebensbedrohlichen Herausforderung.
Gesucht wird ein „genetischer Zwilling“
Die Suche nach einem passenden Stammzellenspender in der eigenen Familie verlief ohne Erfolg, wie zu erfahren war. Wie Yvonne Lüdtke und Maria Burger sagten, sei allein durch eine Chemotherapie keine Hilfe mehr möglich. So hänge das Leben der Reichenbacherin einzig und allein von der Stammzellenspende eines „genetischen Zwillings“ ab. Dabei handelt es sich um eine Übereinstimmung von Gewebemerkmalen von Stammzellenspendern und Patienten. Die Wahrscheinlichkeit, seinen genetischen Zwilling zu finden, liege zwischen 1:1000 und eins zu mehreren Millionen. Daher sei es wichtig, dass sich viele Menschen typisieren lassen.
Wer der Reichenbacherin mit einer Stammzellenspende nicht helfen kann, kann mit einer Stammzellen-Transplantation eventuell die Überlebenschancem eines anderen Leukämiekranken erhöhen. Eine Typisierung ist also in jedem Fall eine gute Sache.
Weiterer Termin
Eine Wiederholung der Typisierung gibt es am Montag, 23. September, von 14 bis 19.30 Uhr im Rahmen eines Blutspendetermins in der Gerolds-eckerhalle. Für die Typisierung ist keine Anmeldung erforderlich. Wer keine Zeit für den zweiten Termin hat, so die Auskunft, kann sich ein Typisierungsset auch direkt nach Hause schicken lassen.